Razzia: Zollfahnder nehmen Firmen-Konglomerat in Regensburgs Gastroszene ins Visier

Mit gut 40 Beschlüssen durchsuchen Regensburger Ermittler zig Bars, Clubs und Restaurants sowie Wohnungen, sogar in Östereich. Nach einer anonymen Anzeige geht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit gegen vier verdächtige Geschäftsführer vor. Es geht um den Verdacht des Sozialversicherungsbetrug. Was bisher bekannt ist.
Operation „Night Out“ nennen Zollfahnder die konzertierte Aktion, bei der am Mittwoch in und um Regensburg zeitgleich Bars, Diskotheken und Restaurants durchsucht wurden. Das Hauptzollamt in Regensburg ermittelt gegen Beschuldigte „eines größeren Unternehmenskonstrukts“ wegen Sozialversicherungsbetrugs. Auslöser war offenbar eine anonyme Anzeige.
Am späten Vormittag rückten laut einer Pressemitteilung des Zolls rund 80 Einsatzkräfte zu 16 Wohn- und Geschäftsadressen aus. 15 in der Oberpfalz, eine in Österreich. Nach MZ-Recherchen sollen etwa zehn Lokalitäten im Raum Regensburg durchsucht, in Summe gut 40 Beschlüsse vollzogen worden sein. Bei der Aktion waren auch Beamte des Hauptzollamts Landshut im Einsatz.
Zahlriche Beweismittel bei Aktion sichergestellt
Hintergrund der Razzia ist laut Zoll der Verdacht, dass Beschäftigte nicht oder verspätet bei der Sozialversicherung angemeldet wurden. Wie hoch die so womöglich vorenthaltenen Beiträge sind, ist unbekannt. Das soll erst die Auswertung der von den Einsatzkräften gestern sichergestellten Beweismittel wie zig Computer, dazu Smartphones und auch diverser Unterlagen zeigen.
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Im Visier hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts in Regensburg das Unternehmenskonstrukt mit namhaften Betrieben in der Gastroszene wohl schon seit längerem. Auslöser könnte eine anonyme Strafanzeige vom Frühjahr 2024 gewesen sein, woraufhin bereits eine erste Betriebsprüfung erfolgte. Seit mehr als einem Jahr ermittelt in dem Fall auch die Regensburger Staatsanwaltschaft, wie Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher auf aktuelle Nachfrage bestätigte.
Auswertung könnte noch einigen Zeit dauern
Dazu, wer die Beschuldigten sind, halten sich die Behörden bedeckt. Nach MZ-Recherchen handelt es sich um vier Männer im Alter von 33 bis 56 Jahren. Sie sollen alle Geschäftsführer in verschiedenen Unternehmen des Konglomerats sein. Was an den Vorwürfen dran ist, werden die weiteren Ermittlungen zeigen müssen. Die Zollfahnder werten nun die zahlreich sichergestellten Beweismittel aus, hieß es. Bis Ergebnisse vorliegen, kann das einige Zeit dauern.