Vanessa Reisinger (24) aus Nittenau erfüllt sich mit eigenem Fitnessstudio Lebenstraum

Mit erst 24 Jahren erfüllt sich Vanessa Reisinger ihren Lebenstraum: Sie eröffnet im Januar im ehemaligen Lidl im Industriegebiet in Hirschenbleschen in Nittenau (Landkreis Schwandorf) ein Fitness- und Wellnessstudio: Rebel Gym. Das „Unternehmer-Gen“ liege ihr im Blut, sagt die Nittenauerin und lacht.
Vanessa Reisinger stammt tatsächlich aus einer Unternehmerfamilie. Ihr Großvater gründete in Nittenau im Jahr 1958 den Betrieb für Pulverbeschichtung, der direkt neben dem neuen Studio liegt. Heute leitet sie das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitenden gemeinsam mit ihrem Vater. Und ihr Großvater? Der kommt mit 91 Jahren immer noch täglich in die Firma – und ab und zu sogar auf die Baustelle, wo das Rebel Gym entsteht.
„Ich habe viel von ihm gelernt – nicht nur über Arbeit, sondern auch über Haltung. Neben meinem Vater ist er mein großes Vorbild“, sagt sie. „Er hat mich immer bestärkt und ermutigt, meinen eigenen Weg zu gehen.“ Als sie ihm von ihren Plänen berichtete, habe er sofort gesagt: „Mach das.“
Sport macht den Kopf frei
Bewegung war für Vanessa Reisinger schon früh wichtig. Mit sechs Jahren begann sie beim TSV Nittenau Fußball zu spielen, später entdeckte sie Krafttraining und Yoga für sich. Seit ihrem 16. Lebensjahr trainiert sie regelmäßig im Studio. Dabei habe ihr Bruder eine große Rolle gespielt: „Er hat mich anfangs begleitet und mir viele Tipps gegeben.“ Später absolvierte sie zusätzlich eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin. „Sport hilft mir, den Kopf frei zu bekommen. Er ist für mich mehr als nur Bewegung.“
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Ein eigenes Studio zu eröffnen – diese Idee kam ihr, als das Lidl-Gebäude, das zur Firma Reisinger gehört, vor drei Jahren leer wurde. Nachdem sie nun ihr BWL-Studium mit einem Master abschloss, sei das jetzt der ideale Zeitpunkt, findet sie.
„Aus Problemen lernt man etwas, und man kann sie fast immer lösen. Man darf sich nur nicht vor ihnen drücken.
Vanessa Reisinger
Es ist ein großes Projekt für eine junge Frau – doch Zweifel hat sie nicht. „Ja, es ist viel Verantwortung. Aber ich glaube daran, dass man über sich hinauswachsen kann, wenn man etwas wirklich will.“ Auch wenn es ein Risiko sei, mit hohen Investitionen und ungewissem Ausgang, sieht sie es als Chance. Ihr Lebensmotto sei: „Aus Problemen lernt man etwas, und man kann sie fast immer lösen. Man darf sich nur nicht vor ihnen drücken. Wenn man fleißig ist, wird man früher oder später etwas erreichen. Niederlagen gehören dazu.“ Das Wichtigste dabei sei, Unvorhergesehenes mit Humor zu nehmen, betont Reisinger.

Von den Handwerkern auf der Baustelle bekommt sie Unterstützung. „Viele erklären mir ganz selbstverständlich, wie was funktioniert, und ich lerne viel dabei. Es ist schön, zu sehen, wie viel Hilfsbereitschaft einem begegnet, wenn man etwas wagt.“
Im Familienbetrieb wird Vanessa Reisinger weiter arbeiten, und bald zusätzlich das Fitnessstudio leiten, das Anfang Januar eröffnet wird. Sie freue sich darauf, in ihrem neuen Studio auch selbst Kurse zu geben, erklärt sie. Überrascht ist sie vom Ergebnis ihrer Stellenausschreibung: „Es haben sich unglaublich viele sehr gute Trainer gemeldet.“
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Gesundheitsorientiertes Training boome, das spüre sie deutlich, sagt die Gründerin. Immer mehr Menschen, die etwa einen sitzenden Beruf haben, werde bewusst, wie wichtig Sport sei. Motivation sei dabei alles. „Auch jede kleine Veränderung bringt etwas, wie die Treppe statt des Aufzugs nehmen. Das möchte ich den Menschen näher bringen.“ Das neue Studio soll kein Ort nur für Leistungssportler sein. Auch ältere Menschen oder Einsteiger sollen sich angesprochen fühlen. „Ich möchte einen Ort schaffen, an dem sich Menschen wohlfühlen – unabhängig vom Fitnesslevel“, sagt Reisinger.
Es geht um mehr als nur Geräte
Auch bei der Technik gebe es viel Neues: Smarte Apps zur Körperanalyse sind praktisch nicht mehr wegzudenken. Wie aber sieht sie die Zukunft der Fitnessbranche? Gibt es bald nur noch hybrides Training, also ein kombiniertes Online- und Präsenztraining? „Das hoffe ich nicht. Mir sind persönliche Begegnungen sehr wichtig, gerade auch in einem Fitnessstudio.“ Ein Studio dürfe heute nicht mehr anonym sein. „Es geht um mehr als Geräte – es geht um Menschen.“
Im Studio sind auf 1300 Quadratmetern die groben Umbauten fast abgeschlossen. „Nun kommen die schönen Arbeiten, wie Böden, Fototapeten, Möbel, Bäder und natürlich die Geräte und die Sauna“, freut sich Reisinger.
In Nittenau ist das Vorhaben bereits Gesprächsthema. Ein Motorradfahrer, dem das neue Schild aufgefallen ist, rollt auf den Parkplatz, um sich umzusehen und spricht gleich Vanessa Reisinger an. Als er erfährt, was hier entsteht, ist er begeistert: Er lege Wert auf ein gepflegtes Ambiente, sagt Noel Sazerov (25) aus Nittenau, und nutze vor allem im Winter gerne ein Studio. Er werde das Rebel Gym sicher ausprobieren.