Männer vor Dönerladen in Schwandorf mit Auto erfasst: Rettete Assistenzsystem Leben?

Von Philipp Breu · 30. September 2025 um 16:39

Warum fuhr am 31. August ein Auto in eine Gruppe vor einem Dönerladen in der Schwandorfer Innenstadt? Das ist auch einen Monat später unklar. Der Verdächtige, ein 27-jähriger Marokkaner, schweigt weiterhin. Nun soll ein Verkehrsgutachten mehr Licht ins Dunkel bringen.

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Der Vorfall hatte weit über die Landkreisgrenzen hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Vor fast genau einem Monat rammte ein Auto drei Männer, die an einem lauen Sonntagabend vor dem Antalya Dönerhaus in der Friedrich-Ebert-Straße saßen.

Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen Leihwagen, der von einem 27 Jahre alten Mann gelenkt wurde. Nach kurzer Flucht hatte er sich der Polizei gestellt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem versuchter Totschlag in drei Fällen vorgeworfen.

Der Tatverdächtige ist polizeibekannt

Der tatverdächtige Marokkaner gilt als polizeibekannt. Nur wenige Tage vor der Tat soll er im Schwandorfer Lindenviertel einen 24-Jährigen mit einem Messer bedroht haben. Außerdem fiel er unter anderem negativ im Straßenverkehr auf. In der Nacht vor dem Vorfall in der Schwandorfer Innenstadt verlor der Tatverdächtige seinen Führerschein. Er soll in Regensburg betrunken am Steuer eines Leihwagens gesessen haben. Dabei handelt es sich um dasselbe Auto, das einen Tag später quasi als Waffe benutzt wurde.

Schnell verdichteten sich die Hinweise, dass es sich um eine gezielte Attacke gehandelt hatte, die wohl von langer Hand geplant war. Gestützt wurde diese These von Beobachtungen und Befragungen im Umfeld des Beschuldigten.

Opfer wurden nur leicht verletzt

Die Frage nach dem Warum bleibt aber bis heute unbeantwortet. Das liegt vor allem daran, dass der Tatverdächtige weiter jedwede Aussage eisern verweigert, wie Melanie Bäumler, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz, schildert.

Der 27 Jahre alte Marokkaner (Mitte) wurde nach kurzer Flucht festgenommen und sitzt bis heute in U-Haft. Ihm wird unter anderem versuchter Totschlag in drei Fällen vorgeworfen - Foto: Martin Kellermeier, Archiv

Für mehr Klarheit soll nun ein Unfallgutachten sorgen. Laut Bäumler geht es dabei vor allem um die Frage, ob das Assistenzsystem des Fahrzeugs ausgelöst und den Aufprall damit eventuell abgeschwächt hat.

Sollte des der Fall gewesen sein, hat die im Fahrzeug verbaute Technik womöglich Menschenleben gerettet. Denn der Zusammenstoß ging für die drei Opfer verhältnismäßig glimpflich aus. Alle drei Männer, ebenfalls Marokkaner, wurden lediglich leicht verletzt und konnten das Krankenhaus nach kurzer Behandlung wieder verlassen.