Weiterer großer Polizeieinsatz: Die Wolfshunde in Traitsching sind noch da

Von Johannes Schiedermeier · 30. September 2025 um 17:00

Die Wolfshunde, die den Kaplan von Traitsching im Landkreis Cham schwer verletzt haben, sind noch immer vor Ort. Allerdings gibt es einen Kaufvertrag und der Abgabetermin soll noch in dieser Woche sein. Doch es hat erneut einen größeren Polizeieinsatz gegeben und die Volksseele in der Gemeinde kocht.

„Wir haben Kinder, die vor Angst weinen, wenn sie zum Bus gehen müssen, weil sie Angst vor den Hunden haben“, sagt ein aufgebrachter Anwohner (Name der Redaktion bekannt) am Telefon. „Wir kennen die Problematik und wir fahren verstärkt Streife, wenn die Schulbusse an den Haltestellen in der Gemeinde ankommen“, bestätigt der Chamer Vize-Polizeichef Marco Müller.

Polizeieinsatz am Freitag

Er bestätigt außerdem, dass es einen weiteren größeren Einsatz gegeben hat, verweist aber deswegen an das Landratsamt und die Gemeinde Traitsching, die das Haltungsverbot erlassen hat. Das Landratsamt Cham leistet der Gemeinde in Sachen Wolfshund gerade Amtshilfe, so Pressesprecher Fabian Koller.

Wir kennen die Problematik und wir fahren verstärkt Streife, wenn die Schulbusse an den Haltestellen in der Gemeinde ankommen

Marco Müller, Chamer Vize-Polizeichef

Koller hat uns auf Anfrage folgende Stellungnahme übermittelt: Die Sicherheitsbehörden hat am Freitag ein Hinweis erreicht, dass die Wolfshunde außerhalb des eigenen Grundstücks gesehen wurden. Auf diesen Hinweis reagierten die Gemeinde Traitsching, die Polizeiinspektion Cham sowie das Landratsamt umgehend. Mehrere Streifen der Polizei waren zusammen mit Hundeführern im Einsatz. Die Tiere, so der Sprecher des Landratsamtes, wurden jedoch nicht außerhalb des Grundstücks aufgefunden. Zur Kontrolle des Aufenthaltsortes der Wolfshunde wurde auch das Grundstück der Halter betreten.

Freilauf ist nicht nachweisbar

Die drei Hunde befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Haus. Ob die Hunde das Grundstück tatsächlich verlassen hatten, konnte letztlich nicht gesichert nachgewiesen werden. Bei diesem koordinierten Einsatz haben sich laut Koller die vorbereitenden Abstimmungen zwischen Gemeinde, Landratsamt und Polizei bewährt. Oberstes Ziel aller Beteiligten ist der Schutz der Bevölkerung, so der Pressesprecher.

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Es gilt weiterhin die von der Gemeinde Traitsching ausgesprochene Haltungsuntersagung für zwei Personen hinsichtlich ihrer drei Wolfshunde sowie ein allgemeines Haltungsverbot für große Hunde und Kampfhunde. In der Folge sind die beiden Halter verpflichtet, ihre drei Wolfshunde abzugeben. Dieser Verpflichtung kommen sie offenbar nach: Die Halter haben der Gemeinde Traitsching nachgewiesen, dass die Tiere an eine Privatperson mit Meldeadresse in Berlin verkauft wurden und noch in dieser Woche übergeben werden sollen.

Hinweise an Gemeinde und Polizei

Bis zur tatsächlichen Abgabe der Hunde, so Koller, müssen die Halter weiterhin sicherstellen, dass sich die Tiere nicht außerhalb des eigenen, befriedeten Grundstücks frei bewegen. Sollte dagegen verstoßen werden und die Hunde in der Übergangszeit widerrechtlich frei umherlaufen, wird eine direkte Inobhutnahme durch die Sicherheitsbehörden durchgeführt.

Der Sprecher des Landratsamtes bestätigt auch die Angaben der Polizeiinspektion Cham: Die Polizei bestreift die Ortschaft – insbesondere zu den Schulbuszeiten – regelmäßig. Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Gemeinde Traitsching unter Tel. (09974) 94 04-0 sowie die Polizeiinspektion Cham unter Tel. (09971) 85 45-0 entgegen.