Augenzeuge berichtet von größerer Schlägerei in Schwandorfs Innenstadt: „War ein riesen Tumult!“

Die Schlägerei im Zentrum der Großen Kreisstadt, bei der am Freitagabend rund ein Dutzend Männer aneinandergeraten waren, sorgt weiter für Gesprächsstoff. Nun haben sich ein Augenzeuge und Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) zu den Szenen geäußert.
Ein Passant, der die Schlägerei beobachten konnte, berichtete der MZ von chaotischen Szenen. „Das war ein riesiger Tumult. Die Situation war sehr unübersichtlich“, sagte der Schwandorfer. Es sei offensichtlich gewesen, dass die beiden Gruppen verfeindet waren. „Da muss es im Vorfeld was gegeben haben“, mutmaßte der Passant. Er selbst habe geschaut, schnell weiterzukommen. „Da hat man schon Angst bekommen“, sagte der Augenzeuge.
Da hat man schon Angst bekommen.
Ein Augenzeuge über die Schlägerei
In den sozialen Netzwerken hatten sich die Schlägerei und Bilder vom Einsatz wie ein Lauffeuer verbreitet. Einige User hatten unter den Beiträgen in Kommentaren ihre Meinung kundgetan. Oft war von Sorge über die Entwicklung in Schwandorf die Rede. Gar von „Clanstrukturen“ wurde teilweise gesprochen.
Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller fordert Aufklärung
Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) bedauerte den Vorfall auf Anfrage der MZ. „Die Umstände sind zu beleuchten“, sagte der Rathauschef. Er vertraue hier ganz auf die „vorbildliche Arbeit“ der Polizei und des Ordnungsamtes.
Wie berichtet, war eine Vielzahl an Polizeistreifen und Rettungswagen am Freitagabend in der Schwandorfer Innenstadt im Einsatz gewesen. Laut Polizeihauptkommissar Klaus Brunner waren zuvor in der Schwaigerstraße zwei arabisch-stämmige Gruppen, überwiegend Iraker und Syrer, aneinander geraten.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war die Rauferei wohl eine Vergeltungstat. Dies bestätigten die weiteren Ermittlungen. Am Sonntag sprach die Polizei davon, dass offenbar zwei rivalisierende Gruppen aneinander geraten waren.
Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung
An der Schlägerei in einem Hinterhof zwischen der Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle und dem Imbiss „Kochlöffel“ sollen rund ein Dutzend Männer beteiligt gewesen sein. Waffen wie Messer seien nicht im Spiel gewesen. Die Hintergründe der Rauferei seien derzeit Gegenstand der Ermittlungen, so die Polizei. Als Straftatbestand stehe unter anderem gefährliche Körperverletzung im Raum. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden.
Laut Polizei gab es bei der Schlägerei vier Leichtverletzte. Sie wurden vom Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht. Den Einsatz hatten einige Schaulustige verfolgt. Der Verkehr in der Friedrich-Ebert-Straße kam zeitweise zum Erliegen. Neben Polizei und Rettungsdienst war auch der städtische Außendienst Ordnungsamt (ADO) vor Ort. Die Feuerwehr Schwandorf leuchtete den Tatort zur Beweisaufnahme aus.