Pfefferspray in der Bar versprüht: 14 Verletzte bei der Pfreimder Kirwa

Von Martin Kellermeier · 28. September 2025 um 00:33

Zwischenfall bei der beliebten Kirwa in der Stadt Pfreimd im Landkreis Schwandorf: Nachdem am Samstagabend im Barbereich des Festzeltes Pfefferspray versprüht worden war, mussten laut Angaben des Einsatzleiters 14 Personen vom Rettungsdienst behandelt werden. Ein Tatverdächtiger konnte bereits ermittelt werden.

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Die Stimmung am Kirwasamstag hätte nicht besser sein können: Die Band „Grögötz Weißbir“ heizte den etwa 2500 Gästen ordentlich ein. Doch gegen 23.15 Uhr unterbrach die Formation plötzlich ihren Auftritt und teilte dem Partyvolk mit, dass im Barbereich wohl Pfefferspray versprüht worden war. Die Security öffnete daraufhin die Zeltverkleidung, um für frische Luft zu sorgen.

„Auf einmal mussten alle husten“, berichtete eine 20-Jährige, die zusammen mit ihren Freunden im Festzelt feierte. Als ein Rettungswagen nach dem nächsten auf den Festplatz rollte, wurde nicht nur der jungen Frau schnell klar: So ganz harmlos dürfte das alles nicht gewesen sein.

Tatverdächtiger ist laut Polizei erst 18 Jahre alt

Ein Beamter der Polizeiinspektion Nabburg bestätigte am späten Samstagabend auf Anfrage der MZ die Pfefferspray-Attacke. Es habe mehr als zehn Leichtverletzte gegeben, so die erste Einschätzung des Polizeisprechers. Als Tatverdächtiger konnte noch am Festplatz ein 18-Jähriger ermittelt werden. Er soll ein deutscher Staatsangehöriger sein und im Stadtgebiet von Pfreimd wohnen.

Die Polizei Nabburg kündigte Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung an. Zeugen, die die Auseinandersetzung beobachtet haben oder weitere Hinweise geben können, sollen sich bei der Polizei melden.

Blick ins Festzelt: Laut Veranstalterangaben feierten am Samstagabend etwa 2.500 Besucher in Pfreimd. - Foto: km

Für den Rettungsdienst bedeutete der Vorfall einen Großeinsatz. Laut Einsatzleiter Dominik Schmid waren vier Notärzte sowie die beiden Leitenden Notärzte Dr. Wolfgang Schreiber und Dr. Philipp Wolf vor Ort, um die 14 Verletzten zu behandeln. Zudem eilten die Besatzungen von neun Rettungswagen und drei Krankentransportwagen zum Festgelände in Pfreimd. Die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung war ebenfalls im Einsatz.

Laut Schmid klagten die 14 Verletzten vor allem über Atemwegsreizungen und Unwohlsein. Sie wurden zunächst in einer Behandlungsstelle versorgt. Diese hatte der Sanitätsdienst der BRK Bereitschaft Pfreimd betreut. Alle Verletzten konnten nach einer ambulanten Versorgung noch vor Ort wieder entlassen werden.

Veranstalter kündigte rechtliche Schritte an

Die Kirwa in Pfreimd wird traditionell vom örtlichen Kirwaverein ausgerichtet. Dessen Vorsitzender Andreas Igl reagierte verärgert auf die Tat, schließlich konnte man sich über tausende Gäste und „eine mega Stimmung“ freuen. „Wir sind extrem sauer auf solche Leute. Die haben auf unserer Kirwa nichts verloren“, sagte der Organisator am Samstagabend. Man werde rechtliche Schritte einleiten, kündigte Igl weiter an.

Der Vorsitzende des Kirwavereins lobte das schnelle und umsichtige Handeln des Personals und aller Gäste. Die Kirwa wurde trotz des Vorfalls fortgesetzt. „Die Veranstaltung geht in gewohntem Umfang weiter“, sagte Igl am Samstagabend. Der Zeitplan sah vor, dass die Band bis 1.30 Uhr spielt. Die Bar sollte gar bis 3 Uhr geöffnet sein.