Andreas Fischer kandidiert als Kelheimer Landrat – und will in die Stichwahl

Die Kür zum neuen Kelheimer Landrat am 8. März 2026 verspricht Spannung: Mit Andreas Fischer von der SLU wirft nun bereits der fünfte Kandidat für dieses Amt seinen Hut in den Ring. Der 59-jährige Abensberger saß bereits im Bayerischen Landtag und will seine politische Erfahrung in die Waagschale werfen.
„Dass ich antrete, war bei meiner politischen Vergangenheit nicht ganz aus der Welt“, sagt der promovierte Jurist, seit 2020 Richter am Verwaltungsgericht Regensburg, gegenüber unserer Zeitung. Nach längeren internen Gesprächen in der SLU habe er sich jetzt im September zur Kandidatur entschlossen. Schon 2020 habe er diesen Schritt erwogen, allerdings sei er damals beruflich in Ansbach gewesen.
Auf den Wahlkampf „freue ich mich“. Für ihn seien die zentralen Fragen: „Wie gehen wir mit dem Geld der Bürger um? Wie sehr belasten wir die nächste Generation?“ Hier habe ein Landrat „viele Gestaltungsmöglichkeiten“. Fischer sieht im Kreishaushalt unter anderem Einsparpotenzial beim ÖPNV. „Als SLU haben wir Projekten anfangs auch zugestimmt, aber mit der Zeit immer weniger.“ Auch den Personalbereich müsse man sich generell ansehen.
Rotstift ist nur ein Mittel
Zudem stellt er nach wie vor den Strukturausgleich von 1,75 Millionen Euro für Bad Abbach in Frage. „Warum lässt man sich zu solchen Ausgaben hinreißen?“ Der Rotstift alleine aber werde nicht reichen, um sich mehr Luft im Etat zu verschaffen. „Wir müssen priorisieren. Klinik und Schulen sind für mich Pflichtaufgaben.“
Der 59-Jährige will den Landkreis-Bewohnern mit seiner Kandidatur „auch eine Wahlmöglichkeit mehr bieten“. Seine Zielsetzung für den 8. März 2026 drückt der Kreisrat klar aus: „Ich möchte in die Stichwahl. Würde ich das für aussichtslos halten, würde ich nicht antreten.“
Früher bei der FDP, jetzt in der SLU
Seit 2014 sitzt Fischer im Kreistag. Sein Mandat übte er zunächst für die FDP aus, trat aber noch im ersten Jahr der Wahlperiode aus der Partei aus und wirkte bis 2020 als parteiloser Kreisrat, ehe er sich der SLU anschloss. Geboren in Nürnberg wuchs er in Burglengenfeld in der Oberpfalz auf. In den Landkreis Kelheim kam er 1999 und lebte zunächst in Ihrlerstein, jetzt in Abensberg.
Seine Kandidatur gibt auch die SLU in einer Pressemitteilung bekannt. „Der Kreisvorstand der Stadt-Land-Union hat sich einstimmig für Andreas Fischer als Kandidaten für die Landratswahl ausgesprochen“, sagt Kreisvorsitzende Bettina Danner. „Es gab schon länger die Überlegung, einen Bewerber aufzustellen“, erklärt sie gegenüber unserer Zeitung. Fischer sei „der geeignete Mann, er ist ruhig und besonnen. Wir wollen mit ihm frischen Wind reinbringen.“
Vielleicht können wir's besser.
Bettina Danner, SLU-Kreisvorsitzende
Der 59-Jährige verfüge, so die SLU, über umfassende Verwaltungserfahrung: Zehn Jahre sei er in verantwortungsvollen Funktionen im Landratsamt tätig gewesen (Abteilungsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung), darüber hinaus habe er politische Erfahrung im Bayerischen Landtag (2008 bis 2013) gesammelt und sei als Jurist mit den rechtlichen Grundlagen kommunaler Arbeit bestens vertraut.
„Mit Fischer schlagen wir einen Kandidaten vor, der mit seiner fachlichen Kompetenz die besten Voraussetzungen mitbringt, den Landkreis in eine erfolgreiche Zukunft zu führen“, erklärt Danner und setzt hinzu: „Vielleicht können wir’s besser.“ Einen Termin für die Aufstellungsversammlung gebe es aktuell noch nicht.
Uwe Brandl will sich einreihen
Zu seit Wochen kursierenden Gerüchten, der frühere Abensberger Bürgermeister Uwe Brandl sei ebenfalls als Kandidat im Gespräch gewesen, gibt sich Danner zurückhaltend. „Das kam nicht aus der SLU. Dahinter stand meines Wissens nach ein Bürgerwille“, formuliert sie. Brandl werde die Partei unterstützen.
Neben Fischer gehen Amtsinhaber Martin Neumeyer (CSU), Beatrix Kappelmeier (SPD), Christian Nerb (FW) und Peter-Michael Schmalz (ÖDP) ins Rennen um das Amt an der Landkreis-Spitze. Die Landratskür findet parallel zu den Kreistags-, Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen statt.
Zur Person
Privat: Der gebürtige Nürnberger ist seit 2007 verheiratet und hat eine Tochter (16). In Abensberg lebt er seit 2006, zuvor in Ihrlerstein.
Politik: Fischer gehörte früher der FDP an. In 2003 und 2008 trat er als Spitzenkandidat der Niederbayern-FDP bei der Landtagswahl an. 2014 schied er aus der Partei aus, 2020 trat er der SLU bei.