Von wegen, Feuerwehr ist nur für Männer: In Abensberg will man auf Frauen setzen

Die Lange Nacht der Feuerwehr in Abensberg (Landkreis Kelheim) am Freitag, 26. September steht unter dem Motto „Feuer und Flamme für die Frauen.“ Warum die Mär von der Feuerwehr als „Männerdomäne“ nicht stimmt und wie man mit der Langen Nacht dagegenhalten möchte, verrät Kommandant Konrad Bauer im Vorfeld.
Herr Bauer, die Lange Nacht steht diesmal unter dem Motto „Feuer und Flamme für die Frauen“. Warum?
Konrad Bauer: Frauen sind in den Feuerwehren deutlich unterrepräsentiert. Man spürt immer noch, dass Feuerwehrarbeit als „Männerdomäne“ wahrgenommen wird, körperlich anstrengend, technisch und gefährlich, und deshalb für Frauen weniger geeignet ist.Deshalb wollen wir mit unserer Aktion „Feuer und Flamme für die Frauen“ zeigen, dass diese Vorbehalte absolut unbegründet sind und Feuerwehrarbeit gleichermaßen für Frauen und für Männer geeignet ist.
Wie viele Frauen sind in der Feuerwehr Abensberg momentan? Wie viele davon sind Atemträger?
Bauer: In der aktiven Mannschaft (18 bis 67 Jahre) sind derzeit sieben Frauen aktiv, zwei davon sind auch Atemschutzgeräteträgerinnen.
Mit der Langen Nacht wollen Sie ja Menschen erreichen, die man sonst vielleicht nicht erreicht. Ist das in den vergangenen Jahren gelungen? Macht sich das auch in mehr Mitgliedern bemerkbar?
Bauer: Besonders gut kam bei der letzten Veranstaltung an, dass sich die Veranstaltung auch in die Abendstunden erstreckt, was im Gegensatz zu herkömmlichen „Tagen der offen Tür“ ein besonderes Flair hat.Die Feuerwehr Abensberg setzt seit vielen Jahren auf eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit. Das macht sich in der Mitgliederstatistik bemerkbar. So ist in den letzten Jahren eine stetiges Wachstum bei den Mitgliederzahlen zu verzeichnen.

Was ist hier am Freitag zu sehen, was man anderswo vielleicht nicht sieht?
Bauer: Wir wollen zum einen die breite Vielfalt der Aufgaben zeigen und Möglichkeiten einer modernen Feuerwehr, die weit über die traditionelle Aufgabe „Brände löschen“ hinausgeht. Dabei sein wird auch ein „Schnuppertraining für Atemschutzgeräteträgerinnen“.Aber auch unsere neuen Hightech-Abteilungen für Drohneneinsätze oder für die Ausbildung mittels Virtueller Realität – derzeit im Übrigen noch ein Alleinstellungsmerkmal der Abensberger Feuerwehr – werden sich präsentieren.Zudem wollen wir mit Mitmachaktionen und einem damit verbundenen Gewinnspiel die Hemmschwellen für ein Engagement in der Feuerwehr weiter abbauen.
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Wie oft haben Sie die Lange Nacht schon angeboten? Wie aufwändig ist das in der Vorbereitung?
Bauer: Die bayernweite Aktion „Lange Nacht der Feuerwehr“ ist ein noch sehr junges Format. Die Abensberger Feuerwehr nimmt nach 2023 jetzt zum zweiten Mal daran teil. Das Organisationsteam steckt dabei freilich sehr viel Arbeit in die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung.
Was würden Sie sich für die Feuerwehr Abensberg wünschen?
Bauer: Ich wünsche uns, dass es ein gelungener Abend mit vielen Besuchern, netten und informativen Gespräche wird und das die eine oder der andere im Anschluss den Weg zu uns findet.