Gastlichkeit für Promis und Omschberger: Zoran Bisevac, Abensbergs ausdauernder Wirt, feiert

Am heutigen Mittwoch feiert Zoran Bisevac seine 20-jährige Tätigkeit als Gastwirt in der Innenstadt in Abensberg. Warum das den gebürtigen Serben glücklich macht, lesen Sie hier.
Eigentlich war es eine „Schnapsidee“, entstanden aus einem Wettstreit, welches Land wohl die längere Grilltradition hat. Natürlich Serbien, war Zoran Bisevac überzeugt. Und weil er es dann gleich allen beweisen wollte, eröffnete er sein erstes Lokal in der Babostraße, gegenüber vom Schwarzbeck. Seitdem sind 20 Jahre vergangen und der Zoran, wie ihn alle nur nennen, ist mittlerweile der Innenstadt-Wirt mit der längsten Tradition.
Eine Tradition, die er seinen Stammgästen zu verdanken hat. Zorans Koch- und Grillkünste überzeugten in all den Jahren seine Kundschaft, darunter auch so mancher Promi. Elmar Wepper war mehr als einmal da, Sänger Gregor Meyle lernte er sogar näher kennen. „Wir pflegen bis heute Kontakt zueinander.“ Auch Gianna Nannini oder Helene Fischer schauten vorbei. Musikproduzent Christian Lohr holte so manche Größe nach Abensberg.

Stars und Stammgäste
Und irgendwann landete man dann eben auch beim Zoran. Einmal speiste Marian Gold, Sänger und Mitbegründer der legendären Band Alphaville in seinem Lokal. „Ich habe ihn zuerst gar nicht erkannt“, erinnert sich der Zoran. „Aber dann hab ich zu ihm gesagt, ,du, zu deiner Musik habe ich mit so vielen Mädchen getanzt.‘“
Dass seine Stammgäste, darunter viele Abensberger, immer wieder kommen und dass die seine Grillspezialitäten loben, sei für ihn der größte Lohn. „Man gibt ja das Maximum. Und wenn die Gäste dann sagen, ,Mensch, Zoran, das war super‘, dann ist das vielmehr wert als Geld.“

Bis hierher, zum eigenen Restaurant am Stadtplatz war es indes ein steiniger Weg, den sich der 53-Jährige selbst ebnen musste. In die Wiege gelegt war ihm die Gastronomie nämlich nicht, In seiner serbischen Heimat war er Polizist. Als Bisevac dann vor 30 Jahren nach Deutschland kam, bediente er zwar auch. Aber die Küche, die war Neuland für ihn. In seinem ersten Lokal in der Babostraße half noch die Mama fleißig mit. Auf der Karte standen Pljeskavica, Cevapcici und Pizza, garniert mit einer großen Portion Beharrlichkeit. Als dann eines Tages jemand zu ihm sagte, dass er sich doch was Anderes suchen sollte, weil er nicht geeignet sei für die Gastronomie, löste das bei Zoran nur Trotz aus. „Ich bin ein Sturkopf und dachte mir nur, ,jetzt erst recht.‘“
Auch das könnte Sie interessieren: Zoran kocht deftig bis locker leicht
Die Sturheit zahlte sich aus. Zoran zog nach etwa zweieinhalb Jahren in den Turm um, mit mehr Sitzplätzen. Dort blieb er fast zehn Jahre. Die Küche mit ihren etwa fünf Quadratmetern war alles andere als ideal, aber Zoran liebte das Ambiente samt Dachterrasse, „es war einfach unbezahlbar“.
Die Speisekarte veränderte sich nach und nach, mediterrane Grillspezialitäten erweiterte die balkan-typische Küche. „Mit dem Turm habe ich angefangen zu wachsen“, sagt er. Frischer Fisch und hochwertiges Fleisch, wie etwa vom Angus-Rind, steht jetzt vornehmlich auf der Karte. Und Zoran selbst ist der Grillmeister.

Der Turm führte auch seine Frau Kerstin in sein Leben. Sie war dort einst zu Gast – und blieb schließlich an Zorans Seite: „Ohne sie hätte ich das nie geschafft. Ich sage immer, ich bin das Auto und sie ist der Sprit.“ Gemeinsam trieben sie das Lokal voran, zogen 2017 zum Stadtplatz um, vergrößerten sich abermals. Und gründeten auch noch eine Familie. Aber die muss bisweilen ganz schön zurückstecken. „Du bist nicht da zu Geburtstagen mit den Kindern, nicht zu Weihnachten, nicht an Ostern. Da bist da für fremde Leute“, so der Gastwirt. „Dieses Opfer muss man geben, sonst funktioniert es nicht.“
Aber ohne Familie funktioniert es eben auch nicht. Zorans Sohn aus erster Ehe und dessen Frau helfen aus, vor allem auch, wenn die Bisevacs mit den beiden gemeinsamen Kindern im Urlaub sind. Im Übrigen vornehmlich in Griechenland, nach einem Abstecher in der zentralserbischen Heimat. Dort holt sich Zoran dann gerne auch die Anregung für so manches Gericht, Oktopus vom Grill zum Beispiel. „Der Zoran schaut sich an, wie ihn die Spanier, Italiener oder Griechen machen und macht dann sein eigenes daraus“, so seine Frau.
Das Allerschönste an seinem Beruf sei ohnehin der Kontakt zu anderen Menschen, sagt Zoran: „Man lernt so viele unterschiedliche Leute kennen.“ Aus manchen Begegnungen haben sich auch Freundschaften entwickelt. „Zur Taufe meines jüngsten Sohns kam sogar eine Delegation aus Abensberg nach Serbien“, freut sich der Gastronom. „Das macht mich schon stolz, dass ich was erreicht habe – ich als Fremder aus einem anderen Land“, meint der Zoran im Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre.
Mensch, der Zoran
Auch, wenn er hier längst daheim ist: Von seiner alten serbischen Heimat zeugen dann doch noch ein paar selbst gemachte Spezialitäten aus Serbien, wie beispielsweise das Cevapcici, dass es nach langen Jahren wieder zurück auf die Karte geschafft hat, aber nur sonntags, „Die Gäste haben es sich einfach gewünscht.“ Und was wünscht er selbst sich? „Dass, wenn ich mal nicht mehr arbeite, die Leute sich erinnern und sagen: ,Mensch, da war einmal der Zoran.‘“