Umbruch beim Rötzer Heimatfest: Festwirt Josef Vogl hört auf – „Der Süße Fischer“ bleibt

Das Rötzer Heimatfest (Landkreis Cham) ist seit Jahrzehnten ein Besuchermagnet für Feiernde weit über die Stadtgrenzen hinaus. Nun steht fest: 2026 wird es Änderungen geben.
Gerhard Hofmann, FC-Vorsitzender und einer der Hauptverantwortlichen des Festausschusses, bestätigt auf Anfrage, dass Josef Vogl aus Bernried im kommenden Jahr nicht mehr die Festküche übernehmen wird. Außerdem gibt Angelika Fischer ihren Stand ab – auf dem Fest wird „Der süße Fischer“ aber trotzdem weiterhin vertreten sein.
„Dass Josef Vogl sich zurückziehen wird, bedauern wir sehr“, sagt Hofmann. Schließlich ist die Festküche Vogl ein Heimatfest-Urgestein, die Familie Vogl sei von Anfang an dabei gewesen und habe die Festküche in jedem Jahr zur Zufriedenheit aller geführt. Der Vorsitzende betont, man habe sich „im Guten“ getrennt und verweist auf Josef Vogl bei der Frage nach den persönlichen Gründen. Dieser war am Mittwoch telefonisch nicht erreichbar.
Dankenswerterweise unterstütze der bisherige Festwirt den Festausschuss sogar bei der Suche nach einem Nachfolger – das sei keine Selbstverständlichkeit, betont Hofmann. Mittlerweile habe man auch schon ein paar Bewerber in der engeren Auswahl, mehr könne man derzeit noch nicht verraten.
Zwar sei bis zur zweiten Pfingstferienwoche, in der das Rötzer Heimatfest jedes Jahr stattfindet, noch etwas Zeit. Je früher man aber die neue Festküche in trockenen Tüchern habe, desto besser natürlich.
Seit 40 Jahren auf dem Fest
Das ist jedoch nicht die einzige Neuerung, die es 2026 geben wird. Angelika Fischer aus Teublitz, die – anfangs mit ihrem Vater – seit rund 40 Jahren auf dem Heimatfest vertreten ist, gibt ihren Stand „Der süße Fischer“ in neue Hände, wie sie bereits beim Heimatfest-Abschluss 2025 verraten hatte. Mit ihren Schokofrüchte, der Zuckerwatte, den gebrannten Mandeln, Lebkuchenherzen und vielen anderen Leckereien ließ sie in all den Jahren keine süßen Wünsche der Festbesucher offen. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, gerne hätte ich es noch ein paar Jahre weitergeführt“, gibt sie zu. Doch gesundheitliche Gründe hätten ihr keine andere Wahl gelassen, als sich beruflich zu verkleinern. In der Familie gebe es keinen Nachfolger, ihr Sohn habe andere berufliche Pläne.
Mit ihren kleineren Wägen, dem „Eis-“ und dem „Mandelwagen“, will sie weiterhin auf Märkten und Messen vertreten sein, zum Beispiel am Kirchweihsonntag in Neunburg vorm Wald am 19. Oktober. Zuletzt war sie mit ihrem großen Stand in Hemau, wie es schon ihre Eltern vor 70 Jahren gewesen sind. Dort gehöre sie zum Fest einfach dazu, ebenso wie in Rötz. „Das ist mein Leben“, sagt sie, all das werde sie sicherlich vermissen. Aber mindestens 45 Wochen im Jahr unterwegs zu sein, das sei für sie einfach nicht mehr möglich und vor allem nicht an fünf bis sechs Tagen am Stück, wie es bei den Volksfesten der Fall ist.
Darum gibt sie ihren großen Verkaufsstand in neue Hände. Ihr Nachfolger, an den sie den „Süßen Fischer“ verkauft hat, wird Manuel Ploss. In Rötz ist er ebenfalls kein Unbekannter, denn seit einigen Jahren ist er schon mit seinem Losstand auf dem Heimatfest vertreten. Bei der Übergabe und der Organisation will Angelika Fischer ihren Nachfolger unterstützen und wird deshalb auch nächstes Jahr noch auf dem Heimatfest anzutreffen sein.
Der Parsberger Manuel Ploss freut sich auf das Heimatfest und will den „Süßen Fischer“ in Angelika Fischers Sinn weiterführen: „Das ist ihr und auch uns wichtig.“ An dem umfangreichen Angebot und auch am Namen des Standes soll sich nichts ändern, kündigt er an.
Was das Festprogramm betrifft, will man am Konzept aus 2025 festhalten, so Gerhard Hofmann. Dieses habe sich bewährt.
Anstoßen mit Rötzer Bier
Auf die Beine stellen werde es auch 2026 der Festausschuss, bestehend aus den Verantwortlichen der Stadt Rötz, des 1. FC Rötz und der DLRG Rötz, tritt er anderslautenden Gerüchten entgegen. Und noch eines wird sich mit Sicherheit nicht ändern: Angestoßen wird mit Festbier der Rötzer Genossenschaftsbrauerei.
