Ortsumgehung Altenkreith: Wann rollen endlich die Bagger?

Von Reinhard Schreiner · 24. September 2025 um 15:00

Seit Jahren laufen die Planungen für die Ortsumgehung Altenkreith und seit einiger Zeit steht die Trasse fest – doch wann endlich gebaut wird, bleibt weiter ungewiss.

Bei der Bürgerversammlung im neuen Feuerwehrhaus am Dienstagabend haben Bereichsleiter Bertold Schneider und Julian Detsch von der Planungsabteilung vom Staatlichen Bauamt Regensburg den momentanen Sachstand erläutert.

Bürgermeisterin Alexandra Riedl freute sich über die große Resonanz und begrüßte neben den Stadtratskollegen und den Vertretern des Straßenbauamtes Geschäftsführer Josef Kaml, Josef Köppl vom Ordnungsamt, Bauamtsleiter Winfried Maier und Beatrix Meyer von der Hauptverwaltung. Die Ortsumgehung sei insbesondere für die „Kreither“ ein wahnsinnig wichtiges Thema, betonte Riedl.

Ortsumgehung „dringend notwendig“

Über 80 Interessierte lauschten den Ausführungen der beiden Vertreter des Straßenbauamtes. „Bei der B 85 als Hauptverkehrsachse in der Region wurde der vierspurige Ausbau bis Roding-Mitterdorf umgesetzt“, bemerkte Schneider, der den Lückenschluss mit der Ortsumgehung Altenkreith als „dringend notwendig“ bezeichnet. „Die Planungen sind nicht einfacher geworden, denn die Anforderungen steigen von Jahr zu Jahr. Inzwischen wurde der Vorentwurf zur haushaltsrechtlichen Genehmigung dem Verkehrsministerium vorgelegt“, informierte Schneider, der anfügte, dass der Entwurf auf Wirtschaftlichkeit geprüft und hinterfragt werde.

Planungsleiter Detsch ging auf die wichtigen Punkte bei der Erstellung des Vorentwurfs ein: Landschaftspflegerische Untersuchungen inklusive Festlegung von Ausgleichsmaßnahmen, Bemessung der Entwässerungseinrichtungen sowie Untersuchungen zu Verkehrsstärken, Verkehrsqualität und Verkehrssicherheit, abschließende Berechnung der Lärmschutzmaßnahmen, Baugrundgutachten und Kostenberechnung.

Immense Verkehrsbelastung

Die immense Verkehrsbelastung für den Ortsteil Altenkreith belegte Detsch mit Zahlen. 2019 wurde ein Verkehrsaufkommen von 17 800 Fahrzeugen innerhalb 24 Stunden registriert. 2035 wird mit einem Aufkommen von 20 300 gerechnet. „Die Ortsumgehung wird weit mehr als 95 Prozent des Verkehrsaufkommens aus dem Ort nehmen.“

Anhand von Übersichtsplänen und Visualisierungen veranschaulichte Detsch das Großprojekt und ging auch auf die Lenkung des anfallenden Regen- und Straßenwassers ein und den „freiwilligen Lärmschutz“, den ein vier Meter hoher Wall aus Überschussmassen gewährleisten soll. Die Anschlussstelle Altenkreith mit B16 und B85 wird ein obenliegender Verteilerkreisel bilden.

Gespannt lauschten die Zuhörer den Ausführungen der Vertreter des Straßenbauamtes. - Foto: Reinhard Schreiner

Leichtes Raunen ging durch das „Stüberl“, als Detsch die Planungsstufen beziehungsweise die Zeitschiene für derart große Maßnahmen vorstellte. Der Vorentwurf liege derzeit beim Verkehrsministerium zur Genehmigung. „Sobald diese vorliegt, können die Planfeststellungsunterlagen erstellt werden, wenn es zügig geht 2026/2027“, hofft Detsch.

Grummeln im Publikum

Anschließend, 2027/2028, wird der Antrag zum Planfeststellungsverfahren eingereicht und der Grunderwerb und die Bauvorbereitung werden abgewickelt. Auf die Frage, wann denn dann gebaut werden könne, wollten und konnten sich die Herren vom Straßenbauamt nicht festlegen: „Das kann 18 Monate, aber auch länger dauern.“ Somit werde in den nächsten fünf Jahren kein Bagger zu sehen ein, grummelte es aus dem Publikum.

Auf die Frage, wie Altenkreith von Roding kommend erreichbar wird, antwortete Detsch: „Über die Anschlussstelle oder über die bestehenbleibende Seitenstraße (alte B85) über Mitterdorf.“

Frage von Feuerwehrmann

Ein Feuerwehrmann machte sich Gedanken, wie die Kreither Wehr bei einer Alarmierung mit Einsatzort Wetterfeld einfädeln kann. Auch hier hieß die Antwort: Anschlussstelle beim Kreisel. „Dazu wird es aber in Kooperation mit dem Landratsamt noch Anpassungen der Alarmpläne geben“, beruhigte Detsch.

Eindringliche Worte richtete ein Mitterdorfer Bürger mit entsprechendem Erfahrungsschatz hinsichtlich der Entwässerung an den Vertreter des Straßenbauamts. Unter Berücksichtigung der Wassermenge des Wadenbaches werde die Durchlaufgröße an der Ortsumgehung unterschätzt – und wie solle bei einer möglichen Verschlammung die Reinigung sichergestellt werden?

Per Visualisierung wurden die Planungen für die Ortsumgehung Altenkreith veranschaulicht. - Foto: Reinhard Schreiner

Fragen zu Berechnungen

„Es wurden Berechnungen durchgeführt, die zu der vorliegenden Dimensionierung führten“, erläuterte Detsch, der aufgrund der Pflegesituation eine Erweiterung des Durchlaufes beantragen wird. „Beim Entwässerungskonzept wurden auch die 100-jährigen Hochwasser, die öfters auftreten, einbezogen“, fügte der Fachmann an.

Beim Thema Grunderwerb erläuterte Bürgermeisterin Riedl, dass das Straßenbauamt erst nach dem Planfeststellungsverfahren in Verhandlungen treten kann, jedoch die Stadt hier vorausschauend tätig war.

Ob ein Lkw-Parkplatz an der B85 angedacht sei, musste Detsch mit „Nein“ beantworten: „Eine Möglichkeit wäre außerhalb der B85 in Form eines Rast- und Tankhofes nach der Anschlussstelle, was aber noch nicht spruchreif ist.“

Weitere Themen in der Bürgerversammlung

Das alte Feuerwehrhaus wird künftig wohl nur als Lagerhalle nutzbar sein. - Foto: Reinhard Schreiner

Nachnutzung altes Feuerwehrhaus: Das Gebäude steht vorerst nicht zum Verkauf, wird als Lagerstätte von Feuerwehr und Stadt genutzt und wird künftig auch als Lagerhalle zur Verfügung stehen.

Anschaffung Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehr: Die Kosten belaufen sich auf rund 102 000 Euro, Förderung Regierung 18 800 Euro, Landkreis 6 600 Euro plus Eigenleistung FFW Altenkreith. Die Auslieferung soll 2026 erfolgen.

Breitbandausbau: Der Breibandausbau erfolgt durch den Eigenbetrieb des Landkreises und die Grundstückseigentümer sollen den Gestattungsvertrag ausfüllen, um den im Förderprogramm kostenlosen Hausanschluss zu erhalten. Damit sind keine weiteren Verpflichtungen verbunden. Breitbandpate Josef Kaml gibt im Rathaus Auskunft.

Radwege: Nachdem die Radwege-Situation im Roding für schlecht befunden wurde, bemerkte Bürgermeisterin Riedl, dass es außerhalb wie von Pösing über Strahlfeld und Oberkreith nach Roding einfacher sei als innerorts, Förderungen und Genehmigungen zu bekommen. Dem Weg von der Heide-Kapelle nach Mitterdorf und der Abzweigung von der B85 in die alte B85 (ehemalige Gabler-Gaststätte) sowie der Querung durch Fußgänger an dieser Stelle wolle sich die Stadt nochmals annehmen. rsr