Erst Teunz, dann Wackersdorf und nun wieder Teunz: Fälle von Jagdwilderei häufen sich

Von Martin Kellermeier · 23. September 2025 um 11:48

Streifen derzeit Jagdwilderer durch den Landkreis Schwandorf? Diesen Eindruck kann man bekommen, wenn man in den vergangenen Tagen den Pressebericht der Polizei gelesen hat. Nach einem Vorfall in Wackersdorf gibt es nun erneut eine Meldung aus Teunz.

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Wie berichtet, hatte eine Jagdpächterin aus Wackersdorf am Sonntag die Polizei informiert, nachdem sie in ihrem Revier ein angeschossenes Reh entdeckt hatte. Sie konnte ausschließen, dass das Tier durch einen „anderen Jagdausübungsberechtigten“ angeschossen wurde. Die Polizei Schwandorf hat daraufhin die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Außerdem raten die Beamten dringend davon ab, verdächtige Personen selbst anzusprechen.

Wildkamera konnte bei Teunz verdächtige Person fotografieren

Anfang August hatte bereits ein Fall von Jagdwilderei bei Teunz für Schlagzeilen gesorgt. Am Fuße des Schlossbergs, im Revier Wildstein-Nord, lagen damals zwei abgetrennte Rehschädel mit geöffneten Augen. Jäger Erich Meindl hatte damals den grausigen Fund gemacht und schnell ausgeschlossen, dass die Kadaver von einem Wildunfall stammten. Es könne sich nur um einen Fall von Jagdwilderei handeln, so Meindl damals.

Seine Vermutung stützte er auf mehrere Beobachtungen. Unter anderem konnte eine Wildkamera, die etwas entfernt vom Fundort hängt, spätabends am 26. Juli eine Aufnahme machen, die einen Mann mit vollgepacktem Rucksack und Stirnlampe zeigt. Die Person, die einen olivfarbenen Overall trägt, kam Meindl irgendwie verdächtig vor. Auch im Teunzer Fall wurde damals die Polizei eingeschaltet.

Abgetrennte Schädel stammen wohl von einjährigen Böcken

Nun hat die zuständige Polizeiinspektion Oberviechtach den nächsten Fall auf dem Tisch liegen. Unterhalb der Burgruine im Jagdrevier Wildstein-Nord fand der zuständige Jagdpächter erneut zwei „stümperhaft abgetrennte Schädel“, wie Polizeioberkommissarin Carmen Schwabe am Dienstag berichtete. Diese sollen von einjährigen Böcken stammen. Die Ermittler bitten um Hinweise unter der Telefonnummer (0 96 71) 9 20 10.

Wer wildert, begeht in der Regel nicht nur einen Rechtsbruch, sondern geht oft skrupellos und rücksichtslos mit nicht unerheblicher krimineller Energie vor.

Alexander Flierl, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbands

Alexander Flierl, der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Jagdverbands (BJV), hatte Jagdwilderei zuletzt scharf verurteilt. „Wer wildert, begeht in der Regel nicht nur einen Rechtsbruch, sondern geht oft skrupellos und rücksichtslos mit nicht unerheblicher krimineller Energie vor. Das macht solche Täter potenziell gefährlich – für Wildtiere, aber auch für Menschen, insbesondere für Kontrollorgane wie Polizei und Jägerschaft oder gar Passanten“, stellt der BJV-Bezirksvorsitzende fest.