Gucken, probieren, träumen: Eine Runde über die 41. ChamlandSchau

Von Claudia Peinelt · 21. September 2025 um 15:00

„Hast du des glesn? 100 Gramm Käse für 17,90 Euro?“, frage ich eine Freundin. Wir diskutieren, sind aber der Meinung, dass wir uns diesen Luxus nicht leisten wollen – und drehen dann weiter unsere Runden, am Samstag auf der 41. ChamlandSchau.

Es ist wieder einiges los. Zwar hat wohl die Sonne an diesem Tag vergessen auszustempeln, denn bei 29 Grad ist es nicht nur im Außengelände ziemlich heiß, die Schweißperlen stehen auch den Besuchern im Ausstellungszelt auf der Stirn. Trotzdem mache ich mich zu meiner Runde auf dem Chamer Festplatz und im Zelt auf.

An diesem Nachmittag kann ich tatsächlich auch mal an den verschiedenen Ständen stehenbleiben und mir die Ausstellungssachen in aller Ruhe anschauen. Da wahrscheinlich viele Leute das gute Wetter für den Garten nutzen, werde ich an diesem Tag nicht durch die Gänge geschoben. Ich treffe auf Herrmann Philbert, der gerade bei einem alten Schleudersitz der Bundeswehr steht.

Probesitzen auf einem Schleudersitz - Foto: Claudia Peinelt

Für ein Foto setzt er sich gerne hinein und fängt zu erzählen an. 30 Jahre lang hat er in Köln bei der Lufthansa gearbeitet und sei mit Politikern durch die ganze Welt geflogen. Der Schleudersitz, auf dem er gerade sitzt, muss manuell ausgelöst werden, erklärt er mir. Es handle sich um einen „00 Sitz“. Das bedeute, dass der Sitz auch am Boden ausgelöst werden kann. „Wieder was gelernt“, denke ich mir.

An einem Weinstand bekomme ich die Einladung, doch ein Gläschen zu probieren. „Hams dann auch eine Couch für mich?“, frage ich und muss lachen. Alkohol um diese Zeit – da muss ich dann anschließend ein kurzes Schläfchen halten. Also mache ich lieber ein Foto von drei Mädels, die gerade eine kleine Weinprobe auf der ChamlandSchau machen und gehe weiter.

„Mings a Dascherl?“, höre ich einen Herren an einem politischen Stand rufen. Viele nehmen das Angebot an und füllen die Leinentasche auch gleich mit Gummibärchen, Kugelschreibern und anderen Werbegeschenken, die fast alle Aussteller anbieten.

„Ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität“: Re-use Dirndl

Dann treffe ich auf einen Dirndlstand. Wie ich später nachlese, sind das „Re-use Dirndl“ zum Neuverlieben. „Wir verlängern die Lebensdauer von gebrauchter Trachtenmode durch Upcycling und Reparatur. Wir setzten damit ein klares Zeichen gegen die Wegwerfmentalität“, ist auf der Homepage zu lesen. Tatsächlich würde mir das eine oder andere sehr gut gefallen, hätte ich nicht schon vier daheim im Schrank.

Hingucker: Trachtenmode von Vintage bis modern - Foto: Claudia Peinelt

Bürgermeister Martin Stoiber und Stadträtin Claudia Zimmermann stehen hinter dem Stand der Stadt Cham und verteilen Werbegeschenke. Man sieht den beiden an, dass sie nicht frieren. Der bayerische Löwe lacht vom Landtagsbus, Brot-Duft zieht durch den Gang und der Küchl hinter der Glasscheibe einer Bäckerei lacht mich an, aber ich bleibe tapfer und lache nur zurück.

Am Chamer Stand: Martin Stoiber und Claudia Zimmermann (Mitte) verteilen Accessoires. - Foto: Claudia Peinelt

Probeliegen auf einer Matratze wird mir angeboten und ein Vertrag zum Schutz meines Autos, aber auch neue Kochtöpfe und ein Staubsauger. Aber was ich wirklich brauchen hätte können, da gibt‘s bei keinem Aussteller auf der ChamlandSchau. Eine stinknormale Schuhbürste!

Nach drei Runden im Zelt brauche ich frische Luft und flüchte aufs Freigelände. Vorbei an Balkonen und Leitern jeder Größe sehe ich das Schild mit der Aufschrift: „ Hol dir die Goaßmaß nach Hause“. Da schlage ich jetzt aber zu und kaufe mir ein Sixpack Goaßmaßdosen.

Eine Runde auf der Zontes? Doch dann kommt der Angsthase hoch

Würde ich ein neues Auto brauchen, hätte ich an diesem Samstag die Chance, mich bei einigen Autohändlern vor Ort zu informieren. Mal einfach so tun, als würde ich eine Fahrt auf der weißen Zontes machen – tja im Kopf hätte ich es schon. Doch dann kommt der Angsthase in mir zum Vorschein...

Auswahl: Ein neues Auto gefällig? - Foto: Claudia Peinelt

Jetzt schlendere ich dann noch durch die ChamlandVital und ChamlandUp. Am Ende erblicke ich noch ein Schild: „AusstellungsHexenhaus günstig zu verkaufen“. Sofort kommt mir die Idee, wem ich damit eine „Freude“ machen könnte.

Schäppchen? Wie wär‘s mit einem Hexenhäuschen. - Foto: Claudia Peinelt
Schwere Maschinen wecken großes Interesse. - Foto: Claudia Peinelt
Natürlich ist Probeliegen erlaubt. - Foto: Claudia Peinelt
Der bayerische Löwe im Zelt der ChamlandSchau. - Foto: Claudia Peinelt
Für den Hunger zwischendurch: allerlei Gebäckstücke. - Foto: Claudia Peinelt
Probesitzen: So tun, als wäre man schon ganz groß. - Foto: Claudia Peinelt