Mahnende Worte aus Politik und Wirtschaft zur Eröffnung der 41. ChamlandSchau

Von Christoph Klöckner · 19. September 2025 um 17:00

Die ChamlandSchau, die am Freitag eröffnet wurde, bringt die Menschen zusammen – auch heuer werden es wieder über 50.000 sein. Zu sehen gibt es ein Spiegelbild der Wirtschaft – doch dieses Bild verdunkelt sich zunehmend. Hier wieder mehr Licht reinzubringen, dazu appellierte Martina Schierer, die für die IHK Cham die Eröffnungsrede hielt. Dem schloss sich Landrat Löffler an, der von ChamlandSchau-Macher Fritz Zenk als Redner verabschiedet wurde.

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Die Unternehmerin Martina Schierer betonte, dass Chamer Unternehmer eigentlich optimistisch seien. Doch die aktuellen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft seien herausfordernd, für manche gar existenziell. Chams Firmen seien grundsätzlich gut aufgestellt, was nicht für ganz Deutschland gelte. Doch auch sie hätten mit Standortnachteilen zu kämpfen, wie höchster Steuerquote, Lohnkosten und Energiekosten.

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Schwierige Lage

Dazu komme die schwierige geopolitische Lage mit US-Zöllen, dem Handelsstreit mit China und den Kriegen. „Das führt zu Verunsicherungen“, so Schierer. Dennoch werde die Weltwirtschaft um drei Prozent wachsen – für Deutschland gehe man von 0,1 Prozent Wachstum aus. Das bedeute einen der letzten Plätze in der EU – und das sei nicht befriedigend und müsse endlich geändert werden. Es gelte, ein realistisches Gesamtbild zu erstellen, sagte die IHK-Vertreterin.

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Für den Landkreis sei das noch überaus positiv: Kleine und mittlere Unternehmen würden hier 65 000 Menschen Arbeit geben, dazu 2000 Auszubildende aufnehmen. Laut Prognos-Zukunftsstudie gehöre der Landkreis zu den Top-Aufsteigerregionen – seit 2004 habe Cham 141 Plätze nach vorn gut gemacht, das Bruttoinlandsprodukt seitdem verdreifacht. „Hier gab es die richtigen Weichenstellungen von Politik und Unternehmen“, betonte sie. Das zeige auch die ChamlandSchau, wo Kunden – anders als bei Amazon oder Temu – auf Menschen treffen würden, die vor allen eines wollen: zufriedene Kunden.

Ein Maier zum Abschied

Fritz Zenk, der für die Organisatoren der ChamlandSchau ans Pult trat, hatte eine Aufgabe: Landrat Franz Löffler verabschieden. Denn der sprach danach das letzte Mal als Chamer Landrat zur Messeeröffnung. Seit 2010 habe er Löffler elf Mal ans Mikro bitten dürfen. Der sei immer ein Freund und Förderer der ChamlandSchau gewesen – dafür habe er ein Geschenk dabei, ein Kunstwerk von Fritz Maier. Das zeigt die ChamlandSchau mit dem Landrat im Ruhestand als Radler.

Franz Löffler versprach dem Bild einen Ehrenplatz, bevor auch er zur Analyse der Lage ansetzte und an die Worte von Martina Schierer anknüpfte. Die Messe sei nach der Sommerpause immer eine gute Gelegenheit zur Standortbestimmung. Es habe schon einfachere Zeiten gegeben, um hier zu reden. Löffler erinnerte kurz an den Aufstieg des Landkreises, den wohl keiner vor 20 oder 15 Jahren so erwartet habe. „Der Landkreis hat sich das erarbeitet, dank der Unternehmen und fleißiger Menschen!“ Die Lebensumstände hier seien heute mindestens konkurrenzfähig, so Löffler.

Zusammenhalt gefordert

Die Herausforderungen seien vielfach und oft nicht hier vor Ort zu lösen. „Doch es gibt Themen, die im Land lösbar sind!“ Neben Lohnkosten und Energie sei das etwa die Regulatorik. Man könne nicht die Lohnnebenkosten weiter steigern. Es gelte, endlich die Kosten für den sozialen Wohlstand, der mit der Gießkanne ausgekippt werde, in den Griff zu bekommen: „Wir können uns das nicht mehr leisten!“

Es könne nicht sein, dass das Sondervermögen verpuffe und keine einzige neue Straße entstehe. „Es muss ein Ruck durchs Land gehen“, forderte Franz Löffler. Es gelte, ehrlich zu analysieren und die Menschen nicht mit Samthandschuhen anzupacken. Der Landkreis sei gut aufgestellt. Er rief zum Zusammenhalt auf, wie die vergangenen Jahre, dann könne die Zukunft gemeistert werden.

Ein Abschiedsgeschenk gab es von Fritz Zenk (re.) für Landrat Franz Löffler – ein Kunstwerk von Fritz Maier. - Foto: Christoph Klöckner
Unternehmerin Martina Schierer sprach für die IHK. - Foto: Christoph Klöckner
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