Wolfshunde abgemeldet und schon weg? Der Gemeinderat misstraut dem Frieden vor Ort

Von Christoph Klöckner · 20. September 2025 um 11:00

Sind die drei Wolfshunde, die Anfang August den Traitschinger Kaplan im Ortsteil Atzenzell krankenhausreif bissen, bereits weg? Wie in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag vom 2. Bürgermeister Benedikt Weber mitgeteilt wurde, seien die Hunde seit Mittwoch dieser Woche abgemeldet. Die Gemeinderäte zweifelten jedoch an, dass die Vierbeiner bereits weg seien.

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Offensichtlich ist das Vertrauen in die Halter von Seiten des Gemeinderats eher gering. Auch der 2. Bürgermeister begleitete seine Ausführungen mit dem Zusatz „wenn man dem Glauben schenken kann“. Zu negativ sind die Erfahrungen vor allem mit dem 38-Jährigen, dem zwei der drei Wolfshunde gehören. Vor allem eine Wortmeldung aus den Reihen der Gemeinderäte ließ dazu aufhorchen, als es um frühere Beißvorfälle des Hundetrios und Konsequenzen daraus ging. Die Gebissenen seien vom Halter „ihres Lebens bedroht und eingeschüchtert worden“, daher seien die Anzeigen dann zurückgezogen worden. Der polizeibekannte Besitzer der Hunde stand bereits mehrfach wegen Körperverletzung und anderen Delikten vor Gericht.

Weitere Beißvorfälle

Benedikt Weber, der Bürgermeister Josef Marchl und auch Verwaltungsleiter Josef Schober vertrat, die beide im Urlaub sind, wollte sich nicht mehr dazu im öffentlichen Teil äußern. Er hatte zuvor die Erklärung der Gemeinde zum Sachverhalt vorgelesen. Vorangestellt hatte er die Erläuterung, dass tschechoslowakische Wolfshunde keine Kampfhunde im Sinne der Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit seien und aufgrund dessen die Vorlage eines Wesenstests nicht erforderlich gewesen sei.

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„Aufgrund vorangegangener Beißvorfälle in den Jahren zwischen 2022 und 2024 ergingen bereits Bescheide mit Anordnung Leinenzwang, Zwangsgeldfestsetzung sowie Androhung Zwangsgeld bei erneuter Zuwiderhandlung“, führte Weber aus: „Infolge des weiteren, akuten Beißvorfalls im August diesen Jahres und der im Nachgang durch einige Gemeindebürger gemeldeten weiteren Vorfälle erging eine wiederholte Zwangsgeldfestsetzung sowie Androhung eines Zwangsgeldes bei weiterer Zuwiderhandlung in Verbindung mit Haltungsuntersagung sowie ein allgemeines Haltungsverbot für große Hunde und Kampfhunde.“ Ausgesprochen worden sei bei Widerbefolgung der Anordnung zur Abgabe der Tiere die zwangsweise Wegnahme.

Gleich Maßnahmen ergriffen

Bis zur Abgabe der Hunde obliege den Hundehaltern die Verpflichtung, sicherzustellen, dass die Hunde nicht außerhalb des eingefriedeten Geländes frei herumlaufen können. „Die Hunde wurden nun kürzlich durch die Halter abgemeldet“, schloss Weber. Das Thema habe zu recht hohe Wellen geschlagen. Er lobte auch die Helfer des Kaplans, denn es gehöre eine Portion Mut dazu, in solchen Situationen einzugreifen: „Das war sehr dramatisch!“ Die Gemeinde habe gleich danach sicherheitsrelevante Maßnahmen ergriffen.

Der Hinweis, dass die Hunde abgemeldet seien, löste im Gremium Erstaunen und Nachfragen aus, wie etwa: „Wer kontrolliert das?“ oder „Sind die nicht mehr da?“ Auf dem Papier seien sie wohl weg, vermutete eine Ratsstimme. In jedem Falle müsse dieses Mal etwas passieren, ergänzte ein Gemeinderat. Es sei alles versucht worden, die Polizei sei mehrfach da gewesen, erläuterte ein anderer Gemeinderat. Die Gemeinde selbst habe nicht mehr tun können.

Kaplan David Lubuulwa wurde Opfer des Angriffs des Hundetrios. - Foto: Archiv/E. Lang