Birkenhof stellt Honig her: Mit eigenen Bienen ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen

Von Ralf Gohlke · 20. September 2025 um 15:00

Kürzlich feierte der Imkerverein Fuhrn-Taxöldern (Landkreis Schwandorf) sein 125. Gründungsjubiläum. Zu seinen aktuell knapp 70 Mitgliedern zählt auch der Hotelier und Sternekoch Hubert Obendorfer. Er ist nur Mitglied sondern hat auch das Angebot für einen Einführungskurs wahrgenommen. Das hat seinen besonderen Grund.

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Künftig will der Birkenhof seinen eigenen Honig produzieren. Jetzt konnte zum zweiten Mal geerntet werden. „Dass wir uns nun mit der Imkerei beschäftigen, ist Teil der gesamten Strategie unserer Bemühungen für die Umwelt und die Nachhaltigkeit“, erklärte dazu Lukas Obendorfer. Dazu wurde im Vorjahr, am Rand es Areals der Hotelanlage, extra ein Bienenhaus errichtet.

Schleuderanlage fehlt noch

Dort seien momentan fünf Völker untergebracht. Der Ausbau sei noch nicht komplett fertig. Derzeit fehle noch die Schleuderanlage und alles, was sonst zur Honigernte und Pflege der Bienen, benötigt werde. Das Ganze soll später auch dem Verein als Stützpunkt und Schulungsort dienen. Schon 2024 seien vor Ort acht Kurse veranstaltet worden. Geplant seien jährlich zehn bis 15 Veranstaltungen mit jahreszeitlich relevanten Themen zur Bienenhaltung. „Wir wollen hier die Bienenhaltung erlebbar machen, mit allem was dazu gehört“, erklärte der Junior.

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Vorerst nicht geplant sei zum Beispiel die Anlage einer Streuobstwiese, was durchaus Sinn machen könnte. „Unsere Bienen stehen inmitten einer Wildblumenwiese, umgeben von vielen Wildsträuchern und dem angrenzenden Wald. Dort finden sie reichlich Nahrung.“ Die Mischung daraus käme dem Geschmack und dem Aroma des Produktes zugute. „In der Form, zum Beispiel reinen Waldhonig zu produzieren, wäre so natürlich nicht möglich“, sagte Obendorfer. Angeboten werde der eigene Honig nun bereits auf dem Frühstücksbüffet, mit einem entsprechenden Hinweis auf die Herkunft. Eine gute Verwendung für das hochwertige Produkt habe auch sein Bruder, Küchenchef Sebastian Obendorfer, im Zwei-Sternerestaurant Eisvogel.

Dem Projekt angenommen hat sich Kurt Schwendner, ansonsten eher zuständig für die Haustechnik des Hotels. Er sorgt dafür, dass es den Völkern gut geht und es ihnen an nichts fehlt. Täglich wirft er einen Blick in das Bienenhaus und kontrolliert den Bestand. „Es wurde bereits so konzipiert, dass es bis auf zwölf Völker ausgebaut werden kann“, schildert er bei einem kurzen Rundgang durch die Anlage. Bevor der Endausbau in Angriff genommen werden könne, soll es aber noch einmal komplett versetzt werden, da es sich relativ nahe an der derzeit laufenden Großbaustelle für die Tiefgarage und die neuen Suiten befinde.

Experte ist mit dabei

Für das notwendige Fachwissen haben sich die Obendorfers den Imker Markus Böhm aus Hofenstetten als Imkerpaten und Kursleiter ins Boot geholt. Er verfügt nicht nur über das notwendige Know-How sondern auch die Geräte zur Honiggewinnung. „Erstmals haben wir 2024 geschleudert, aber da hatten wir ein Problem“, schilderte er. Das hat auch einen Namen: Melezitose. Dabei handle es sich um sogenannten Dreifachzucker, der im Honigtau, einem Ausscheidungsprodukt von Blattläusen, vorkomme.

Die erste richtige Honigernte: Farbe, Konsistenz, Aroma und Geschmack waren zufriedenstellend. - Foto: Markus Böhm

Er werde auch Zementhonig genannt, was viel über seine Konsistenz aussage. Wegen seines geringen Wassergehaltes von nur zehn bis zwölf Prozent, kristallisiere er sehr schnell und werde dadurch extrem hart. Den Honig durch Schleudern zu gewinnen, sei nahezu unmöglich. Den eigentlich schmackhaften Honig zu verwerten, sei daher sehr aufwendig.

Bei der aktuellen Schleuderaktion im Juni konnten immerhin rund zwölf Kilogramm Honig geerntet werden, ein für die diesjährige Klimasituation durchaus erfreuliches Ergebnis.