Tempo-30-Zone in Zangenstein ist nicht sonderlich gefragt

Von Ralf Gohlke · 18. September 2025 um 11:00

Die Sanierung der Murachbrücke und die Umgestaltung der Staatsstraße 2040 bei Zangenstein/Uckersdorf erfordert umfangreiche Umleitungen. Um das dadurch bedingte verstärkte Verkehrsaufkommen in Zangenstein und Meischendorf in geordnete Bahnen zu lenken, wurde dort die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Soll das so bleiben?

Die Gemeinde denkt darüber nach, ob in beiden Ortsteilen eine reduzierte Geschwindigkeit und weitere verkehrstechnische Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung nach Abschluss der Arbeiten weiter gelten sollen. Um ein Meinungsbild darüber zu bekommen, waren die Anwohner am Montag zu einer Teilbürgerversammlung ins Gasthaus Kellermann eingeladen.

Bürgermeister Max Beer war überrascht

Das Ergebnis war zweigeteilt. Mit knapp 50 Teilnehmern war die Kapazität des Gastraumes mehr als ausgelastet, was Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) überraschte. Dies seien fast mehr Zuhörer, als bei einer regulären Bürgerversammlung für das gesamte Gemeindegebiet, meinte er. Er ging noch einmal auf die Gesamtsituation des Ausbaues an der Staatsstraße ein und begrüßte die Initiativen der neuen Führung beim Staatlichen Bauamts.

Ebenso lobte er die Tatsache, dass der Bau wesentlich schneller voranschreite als geplant. Damit leitete Beer über zur momentan noch zeitlich begrenzten Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer. Hauptzweck der bereits erfolgten Messungen durch den Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung sei es gewesen, vor allem auswärtige Kraftfahrer zu einer langsamen Fahrweise zu animieren. Der Bürgermeister zeigte daher wenig Verständnis dafür, dass diese Bemühungen mit Warn-Apps und Warnungen in den sozialen Medien konterkariert worden seien.

Beer stellte zudem heraus, dass längerfristige Maßnahmen vom Willen der Anwohner abhängig gemacht würden. Welche dies sein könnten, darüber hatten sich stellvertretender Bürgermeister Franz Stockerl (CSU), der Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Neunburg, Markus Schlegel, und Melanie Vögl vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft gemeinsam Gedanken gemacht. Stockerl und Schlegel stellten drei Schwerpunkte vor. Dabei ging es um die betreffenden Bereiche, die Art der Beschränkungen und die Auswirkungen für die Anlieger und die übrigen Verkehrsteilnehmer.

Relativ schnell erledigt war der Vorschlag, die Ortsdurchfahrt Meischendorf generell auf 30 Stundenkilometer zu beschränken. Dies wurde einstimmig von den Anliegern abgelehnt. Gleiches galt für die Einrichtung eines sogenannten verkehrsberuhigten Bereiches, auch Spielstraße genannt, im Siedlungsgebiet mit Zufahrt von der Ernst-Hanauer-Straße. Bei der Ausweisung herrsche eine Pattsituation mit gegenseitiger Rücksichtnahme von Fußgängern und Autofahrern, erläuterte Schlegel. Zudem sei das Parken nur auf ausgewiesenen Flächen erlaubt.

Die Ablehnung mit 15 Nein-Stimmen wurde unter anderem damit begründet, dass dort kein Durchgangsverkehr herrsche, Kinder nicht auf den Straßen spielten und die Anwohner rücksichtsvoll fahren.

Gleichstand bei Abstimmung

Deutlich mehr Reaktionen, zum Teil auch unsachliche, löste die Anregung für eine 30er-Zone für den Bereich nördlich der Hammerstraße und ostwärts der Bahnhofstraße aus. Als Besonderheit nannte der Polizeibeamte zum Beispiel die dann für den gesamten Bereich geltende Vorfahrtsregel rechts vor links. Als Gegenvorschlag kam sogar die Anregung, die Hammerstraße und die Bahnhofstraße als abknickende Vorfahrt neu zu regeln, da das Stoppschild an der Einmündung zur Hanauerstraße ohnehin kaum beachtet werde.

Die Abstimmung für die 30-Zone endete mit einem Gleichstand von 20:20 Stimmen. Bürgermeister Beer ließ offen, wie der Marktrat entscheiden werde. Keine Einwände gab es dagegen, die wegen der Brückensperrung über den Radweg bedingte Sackgasse am Schulweg deutlicher zu beschildern.