Ein Sportheim putzt sich heraus: So läuft die Sanierung des Vereinsgebäudes des FC Neunburg

Wer sich Gäste nach Hause einlädt, tut alles, um ihnen ein gepflegtes Heim zu bieten. Das dachte sich auch der FC Neunburg, der im kommenden Jahr, vom 26. Juni bis 28. Juni, sein 100-jähriges Gründungsjubiläum feiern wird.
Das eine Grundsanierung des Sportheimes an der Scherrstraße auch ansonsten kein Luxus wäre, stellte sich bei den Erkundungen im Herbst 2024, bei den ersten Jubiläumsvorbereitungen, bald heraus. Die Mängelliste wurde schnell immer länger.
Am Auffälligsten war natürlich das undichte Dach, das bereits kleinere Wasserschäden am Außenputz verursacht hatte. Hinzu kam im Keller aber auch in den WC-Anlagen, ein muffiger Geruch, der vermutlich aus dem Kanal kam. Knackgeräusche beim Betreten einiger Bodenfliesen ließ erahnen, dass sie nicht mehr fest mit dem Untergrund verbunden waren.
Die Heizung bereitete Probleme, sodass zum Beispiel Spieler, die etwas später dran waren, kalt duschen oder Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Nachdem auch die Elektroinstallation kaum auf dem heutigen Stand war, fasste die Vorstand den einzig richtigen Entschluss für eine Generalsanierung.

Der Kanal wurde erneuert
FC-Vorsitzender Christoph Steffens und Bauleiter Korbinian Schneider schilderten im Gespräch mit der Mittelbayerischen, was seither schon alles umgesetzt werden konnte. Den Anfang machte im Frühjahr die komplette Erneuerung des Kanals. „Wir haben uns da buchstäblich durch die Bodenplatte gemeißelt und alles neu verlegt“, schilderte Schneider. Gleichzeitig wurde ein Revisionsschacht zur städtischen Hauptleitung eingebaut, der vorher sogar gefehlt hatte.
Wie marode auch die Wasserleitungen schon gewesen seien habe sich beim Rückbau gezeigt, als fast nur noch Rostwasser heraus kam. Zwischenzeitlich seien alle Leitungen, auch für den Strom, neu verlegt, die Räume neu verputzt und die Böden neu gefliest. Aktuell liefe der Einbau der Duschen und Sanitäranlagen. Ebenfalls integriert wurde eine neue Belüftungsanlage in den Sanitärräumen.

„Wir verfügen jetzt über je zwei Umkleideräume, Heim und Gast, für die ersten und zweiten Mannschaften“, ergänzte Steffens. Neu geschaffen wurde ebenso eine Jugendumkleide für Heim und Gast. Die Schiedsrichterkabine werde nicht nur saniert sondern auch modernisiert. Eine große Veränderung gäbe es im Gastraum. Der Thekenbereich werde, einschließlich einer offenen Küche, auf die Spielfeldseite verlagert.
Auch wenn die Fußballer und die Kegler die Hauptnutzer sind, beteiligen sich alle Abteilungen an der Finanzierung
Christoph Steffens, Chef des 1. FC Neunburg
„Damit können wir die Besucher draußen dann vom Fenster aus versorgen“, erklärte der Hauptvorsitzende. Der Container neben dem Haupteingang werde damit überflüssig und werde wieder entfernt. In der angrenzenden Kegelbahn sei nur der Aufenthaltsbereich erneuert und moderner gestaltet worden. Beide rechnen damit, dass die für den laufenden Spielbetrieb notwendigen Räume, bis Ende September wieder zur Verfügung stünden.

„Während der Bauphase durften wir dankenswerter Weise die Duschen und Umkleideräume im städtischen Freibad nutzen“, erwähnte er. Die Planung sehe die Fertigstellung des Gastraumes bis zum Jahresende vor. Der Außenbereich, einschließlich Außenputz, Aufräumarbeiten, Beseitigung des Holzschuppens und Umgestaltung der Anlage soll im Frühjahr in Angriff genommen werden, versprach Schneider. Das ganze koste den Verein rund 250 000 Euro, 25 Prozent davon habe die Stadt als Zuschuss zugesagt.
Keine weiteren Fördermittel
Weitere Förderprogramme, wie zum Beispiel vom Bayerischen Landessportverband (BLSV), konnten nicht in Anspruch genommen werden. Neben den Eigenmitteln des Vereins werde viel Eigenleistung mit eingebracht. „Auch wenn die Fußballer und die Kegler die Hauptnutzer sind, beteiligen sich alle Abteilungen an der Finanzierung“, sagte Steffens. Thomas Habel, Chef der Fußballer, plane eine Spendenaktion über einen „Ziegelstein-Verkauf“.
„Wir hoffen, dass wir die Baustelle gut über die Runden bringen und wir dann alle gemeinsam im Juni ein tolles 100-jähriges Jubiläum feiern können“, sind sich beide einig.
