Das steht das Pfarrhaus Kopf: Bauerntheater Regensbrug plant neues Stück auf der Hubertushöhe

Seit sechs Wochen laufen die Proben für „Das Orakel von Ramersdorf“. Bald ist Premiere.
104 Jahre alt ist das Regensburger Bauerntheater in diesem Jahr. Das ist ein Grund dafür, dass der bayerische Ministerpräsident wieder ein persönliches Grußwort für das Programmheft schickt. Im neuen Stück „Das Orakel von Ramersdorf“ aus dem Köhler Verlag München von Cornelia Willinger sieht Theaterleiter, Regisseur und Schauspieler Andreas Kirner ein großes Spaß- und Lachpotenzial.
„Ich habe sehr viele Stücke in der Sommerpause gelesen, aber die meisten waren einfach fad. Aber das jetzt ausgewählte hat eine Menge PS, viele Drehungen, Wendungen und Mimik in der Situationskomik“, erzählt Kirner und freut sich auf viele Gelegenheiten zum Rumblödeln auf der Bühne in der Hubertushöhe.
Amten gegen Lampenfieber
Um die optimalen Besetzungen der Rollen zu finden, wurde eigens ein Casting mit den Stammschauspielern und neuen Bewerbern durchgeführt. Zum ersten Mal auf der Bühne bei einem bayerischen Volksstück stehen diesmal Hubert Kammerer und die 34-jährige Nina Dietrich, eine studierte Psychotherapeutin und Theaterpädagogin. Für sie sei der Reiz besonders groß, von hinter der Bühne auf die Bretter nach vorne zu kommen. Sie habe zwar Erfahrung mit Shakespeare-Rollen im Theater der Universität, aber professionell, im Bauerntheater sei noch mal eine oder zwei Nummern größer. „Ich konnte meine Rolle am Anfang gar nicht leiden, weil sie so wenig meinem Naturell entspricht, aber inzwischen hab ich mich rein gefunden und meinen Spaß daran“, sagt die gebürtige Regensburgerin, die in Laaber und Hohenfels aufgewachsen ist. Ein wenig Bammel hat sie schon vor der Premiere, setzt aber auf Atemübungen gegen das Lampenfieber.
Im Mittelpunkt des neuen Stückes steht das selbst ernannte Orakel Ludwig Bruckmeier (Andreas Kirner), der es immer wieder fertig bringt, im Gefängnis zu landen. Aber seine Bewährungshelferin Christine Wurzelbacher (Doris Somogyi), eine emsige Fleischfabrikantin, die dieses Amt zwar ehrenamtlich aber auch nicht ganz uneigennützig angenommen hat, schafft es, ihn statt in Haft, im Pfarrhaus ihrer Gemeinde unterzubringen. Zwar widerstrebt dies Ludwig, aber Pfarrer Gottwald (Hubert Kammerer) will ihn mit Hilfe seiner etwas steifen Pastoralreferentin Elisabeth (Nina Dietrich) auf den rechten Weg bringen.
Ab in den Beichtstuhl
Allerdings stellt Ludwig das Gotteshaus samt Pfarrhaus mit seinen hellseherischen Fähigkeiten auf den Kopf. Auch das Altersheim und deren Bewohnerin Martha (Edith Bradfisch) bleiben nicht von ihm verschont. Nicht einmal vor dem Beichtstuhl macht er halt, als er dem Mann seiner Bewährungshelferin, Josef (Simon Pöppl), die Beichten abnimmt. Als dann noch sein ehemaliger Zellen-Genosse Rudi (Jupp Bläser) mit neuen Ideen für seine übermenschlichen Fähigkeiten auftaucht, wird Pfarrer Gottwald auf harte irdische und überirdische Prüfungen gestellt.
Die Freunde des Regensburger Bauerntheaters dürfen sich auf eine rasante und feierliche Premiere am 11. Oktober um 20 Uhr in der Hubertushöhe freuen. Mit von der Partie sind auch wieder die Laabertaler Musikanten zur Unterhaltung vor und nach dem Stück sowie in den Pausen zwischen den drei Akten der Komödie. Bis Silvester gibt es dann jeweils freitags und samstags und auch an einigen Sonn- und Feiertagen Vorstellungen. Genaue Termine und Karten gibt es online auf OK-Ticket.