Die Kirners – Macher des Regensburger Bauerntheaters pflegen Kleinod in Laaber

Von Klaus Schlegl · 23. August 2025 um 10:00

Viele kennen Cathrina und Andreas Kirner nur vom über 100 Jahre alten Regensburger Bauerntheater. Er ist Regisseur, Schauspieler, Bühnenbauer und vieles mehr. Sie ist die starke Frau im Hintergrund, bei der alle Fäden zusammenlaufen – egal, ob es um die Gestaltung und Vermarktung des Programmheftes, die Reservierungen oder die Kommunikation nach außen und innen geht. Was aber viele nicht wissen.

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Die beiden haben noch ein zweites, ebenfalls viel Energie einforderndes „Hobby“ – die alte Spitalmühle aus dem Mittelalter in Laaber. Cathrinas Vater Hans Hofmeister hatte das marode und verfallene Anwesen 1973 gekauft, um es vor dem Verfall und Abriss zu bewahren. Zeit seines Lebens hatte er dann an der Renovierung gearbeitet. Diese Aufgabe hat seine Tochter als Erbin der Mühle übernommen und fortgeführt.

Seit 1919 Stromlieferant

„Die Mühle ist genauso unser gemeinsames Projekt wie das Regensburger Bauerntheater. Ich schaffe die Mühle nicht ohne Andy und er das Theater nicht ohne mich“, erzählt die gebürtige Laaberin. Und weiter: „Unsere beiden Herzensangelegenheiten stellen uns oftmals vor finanzielle Herausforderungen. Immer wieder müssen wir dabei an unsere Grenzen gehen und Urlaube sind daher eine Seltenheit für unsere Familie.“

Ein Schmuckstück ist das historische Anwesen heute. - Foto: Klaus Schlegl

Die Mühle hat eine lange Historie. Zuerst war sie eine Getreidemühle, dann wurde sie umgebaut zur Farbenmühle. Seit 1919 erzeugt sie Strom und versorgte damals zum Start die Häuser und Nebengebäude von 40 Hausnummern in Eglsee, Frauenberg und Pettenhof mit Licht- und Kraftstrom. Heute ist die Spitalmühle energiemäßig autark und liefert Strom für das gesamte Anwesen und ein E-Auto. Der Rest wird beim Bayernwerk eingespeist.

Die Spitalmühle während der Renovierung 1973 - Foto: Familien-Archiv Kirner

Letzte Hexenverbrennung

In der Vergangenheit gab es aber auch ein dramatisches und schlimmes Ereignis bei der heute historischen Mühle. „1617 wurde mit Maria Fürterin von Loch auf dem Anger vor der Spitalmühle die letzte Hexe in der Gegend verbrannt“, erzählt der Ortsheimatpfleger vom Markt Laaber, Karl Hammerl. Er ist ein großer Fan der Spitalmühle und weiß noch Unbekanntes zu berichten: „Zwar hatten schon die Römer die Mühlentechnik, aber das technische Wissen darüber ging bei den Germanen verloren. Und so findet man erst ab dem Jahr 1000 wieder Mühlen in Bayern.“

Am Anfang wurde Mehl in der Mühle produziert. - Foto: Klaus Schlegl

2018 bewarben sich die Kirners um den Denkmalschutzpreis des Landkreises Regensburg, scheiterten aber knapp damit. Geplante weitere Renovierungsarbeiten mussten wegen Lagerbedarfs kurzfristig geändert werden. Das von der Brauerei Kneitinger kostenlos zur Verfügung gestellte Außenlager mit Kulissen, Deko und historischen Möbeln sowie Gewändern aus über 100 Jahren Bauerntheater wurde aufgelöst.

Später kamen Farben und jetzt Strom aus der Mühle. - Foto: Klaus Schlegl

Daraufhin beschloss man, den hinteren Teil der Mühle zu renovieren und dafür zu nutzen, bevor man bei einem neuen Platz eventuell wieder umziehen müsste. Dabei packten auch die beiden Jungs Vincent (18) und Simon (16) schon kräftig mit an, die beide übrigens ins Gymnasium der Domspatzen gehen und aktiv in den Chören singen.

Die Proben fürs neue Stück laufen schon

■ Kulisse: Im eigenen Lager in der Spitalmühle wurde die Kulisse für das neue Stück im Herbst gefertigt und bereits auf der Bühne in der Hubertushöhe eingebaut. Dort laufen jetzt im Hochsommer auch schon die Proben.

■ Premiere: Am 11. Oktober ist dann die feierliche Premiere. Zusammen mit den Laabertaler Musikanten führt das Bauerntheater „Das Orakel von Ramersdorf“ auf. Karten gibt es ab Anfang September online bei OK-Ticket.