Unter den Top Drei: PettenDorftheater ist für den Bayerischen Amateurtheaterpreis nominiert

Von Marion Neumann · 13. September 2025 um 15:00

„Ein wenig wie bei den Oscars“ fühlen sich die Mitglieder des PettenDorftheaters. Der Verein ist mit dem Stück „Cluedo“ für den Bayerischen Amateurtheaterpreis nominiert. Erst bei der Verleihung am 18. Oktober erfährt die Gruppe, ob sie sich über den dritten, zweiten oder ersten Platz freuen darf.

Einen Grund zum Feiern gibt es beim PettenDorftheater so und so. Nur ob der Verein auf einen dritten, zweiten oder sogar auf einen ersten Platz anstoßen kann, wird sich am 18. Oktober zeigen. An diesem Tag findet die Preisverleihung des Bayerischen Amateurtheaterpreises Larifari statt – und fest steht bereits, dass die Theatergruppe aus dem Landkreis Regensburg die Jury überzeugt hat. In der Kategorie „Schauspiel“, in der knapp 40 Bewerbungen aus ganz Bayern eingegangen sind, gehören die Pettendorfer zu den besten drei.

„Heuer ist es zum ersten Mal so, dass die drei Erstplatzierten angeschrieben und zur Preisverleihung eingeladen wurden“, sagt der 1. Vorsitzende Thomas Kreissl. Wer wie platziert worden ist, werde jedoch erst vor Ort bei der Veranstaltung im Salzstadel in Landshut verkündet. „Ein wenig wie bei den Oscars.“

„Ein unglaublich schnelles Stück“

Beworben hat sich der Theaterverein mit dem Stück „Cluedo“, das 2024 acht Mal aufgeführt worden ist und rund 1000 Zuschauer begeistert hat. Die Pettendorfer sind das erste Amateurtheater in Deutschland, das die Komödie gezeigt hat. „Was die Leute beeindruckt hat, ist, dass es ein unglaublich schnelles Stück ist“, sagt Kreissl, der zusammen mit Reinhold Demleitner Regie geführt hat.

Nicht nur die vielen schnellen Wechsel, sondern auch das aufwendige Setting – insgesamt gibt es neun Räume, die auf der relativ kleinen Bühne des Theaters im Mayerwirt realisiert wurden – seien eine Herausforderung gewesen. Nicht nur die Schauspieler, sondern auch das Bühnenbauer-Team um das Ehepaar Markus und Karin Schweiger habe diese aber mit Bravour gemeistert. „Es war eine absolute Ensemble-Leistung.“

Generell sei das Stück mit dem Untertitel „Ein mörderisches Spiel“ aus der Feder der amerikanischen Autorin Sandy Rustin „ein perfektes Werk“. Bei anderen Stücken habe er viel gekürzt oder Passagen umgeschrieben, so Kreissl. Doch bei „Cluedo“ – die Vorlage der rasanten Krimikomödie ist das bekannte gleichnamige Brettspiel – sei das überhaupt nicht nötig gewesen.

Zuschauer konnten bei „Cluedo“ miträtseln

Ebenso wie bei der Spiele-Vorlage hätten auch bei den Aufführungen in Pettendorf die Zuschauer live miträtseln können, wer denn nun der Mörder ist. Doch auch auf der Bühne entwickelten sich Eigendynamiken, die das Spiel besonders lebendig machten. „Es gab eine Gruppe von sechs Personen, die alle verdächtigt wurden und sich zu einer Art Rudel zusammengeschlossen haben – sie sind immer gemeinsam aufgetreten und hatten dazu auch ein eigenes Musik-Thema. Wir haben sie irgendwann nur noch ‚Schwarm‘ genannt“, sagt Kreissl.

Denn neben dem mit viel Liebe zum Detail gestalteten Bühnenbild sei auch die eigens komponierte Titelmelodie von Andreas Gröbner, deren unterschiedliche Themen immer wieder im Laufe des Stücks aufgegriffen werden, ein Alleinstellungsmerkmal des Theaters. „Was uns noch ausmacht, ist, dass wir uns nicht festlegen wollen. Unser Anspruch ist, jedes Jahr etwas Neues zu machen und das Genre zu wechseln.“

Auszeichnung für das Kleine PettenDorftheater

Ein eingetragener Verein ist das PettenDorftheater seit 2007. Ihre Anfänge hat die Theatergruppe jedoch bereits im Jahr 1979 – damals als Pfarrjugend, die „Bunte Abende“ aufführte. Als erste abendfüllende Stücke kam daraufhin bayerisches Volkstheater auf die Bühne, bis schließlich mit wechselnden Regisseuren der Schwenk weg vom Bauerntheater hin zu Boulevardstücken, Krimi-Komödien, modernen Dramen und einer Adaption des Spionagethrillers „39 Stufen“ von Alfred Hitchcock folgte.

Seit 2004 stehen zudem junge Darsteller mit dem Kleinen PettenDorftheater auf der Bühne. 2023 wurde der Theaternachwuchs dafür mit dem Jugendkulturpreis des Landkreises Regensburg ausgezeichnet.

Weitere Gruppe aus dem Landkreis Regensburg dabei

In gut einem Monat wird nun die nächste Preisverleihung anstehen. Die Gewinner erhalten eine Larifari-Bronzefigur und einen Geldbetrag. Bei der Verleihung werden die Pettendorfer auch auf eine weitere Theatergruppe aus dem Landkreis treffen. Ebenfalls nominiert ist der Theaterverein Holpertinger aus Beratzhausen. Die Gruppe gehört in der Kategorie „Theater aus der Region/Mundarttheater“ mit „Der Brandner Kasper und das ewig’ Leben“ zu den besten Bayerns (wir berichteten). In allen fünf Kategorien haben sich insgesamt 129 Gruppen beworben.

Das PettenDorftheater will in großer Besetzung mit zwölf Personen anreisen, sagt Kreissl. Statt wie bei der Oscar-Verleihung in Smoking und Abendkleid werden die Nominierten aber wohl im eigenen PettenDorftheater-Polo-Shirt auflaufen. „In der Einladung stand zumindest nichts von Abendkleidung“, sagt Kreissl. „Und unsere Shirts gehen auch gut für etwas schickere Veranstaltungen.“

PettenDorftheater: Das aktuelle Programm

• Komödie: Heuer zeigt das PettenDorftheater das Stück „Fleischeslust“. Die Premiere der Komödie von John Chapman und Ray Cooney findet am 8. November beim Mayerwirt in Pettendorf statt. Regie führt Hubert Dennerlohr. Wie Thomas Kreissl erklärt, sei auch das ein Merkmal der Theatergruppe: Bei der Inszenierung der Stücke wechseln sich die Regisseure ab.

• Karten: Wie der Vorsitzende verrät, geht es wieder „sehr rasant“ zu. „Es gibt Verwechslungen, Missverständnisse und anzügliche Anspielungen.“ Karten gibt es ab 11. Oktober unter www.pettendorftheater.de.

• Lesung: Zuvor lädt das PettenDorftheater noch zu einer Lesung rund ums Thema Fußball in den Schlosskeller nach Pettendorf. Karten für die drei Vorstellungen von „Der Ball ist rund ... und muss ins Eckige“ am 19., 20. und 21. September, jeweils um 19.30 Uhr, sind online sowie bei der Bücherei Pettendorf erhältlich.