Bauen in Burglengenfeld: Stadt verfolgt „diverse Lösungsansätze“

Von Thomas Rieke · 17. September 2025 um 05:15

Augustenhof, Am Kreuzberg, Hussitenweg – diese Schlagworte stehen für das kontinuierliche Wachstum der Stadt Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) im Wohnungsbau in den zurückliegenden zwei, drei Jahrzehnten. Doch in der laufenden Wahlperiode ist es diesbezüglich auffällig ruhig geworden. Zwar nähert sich die Einwohnerzahl der Marke von 15.000, doch weitere Baugebiets-Ausweisungen wurden nicht mehr diskutiert. Wo geht die Reise hin, Burglengenfeld?

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Rückblende: Mit der Schaffung von Bauland verfolgte die Stadt über lange Zeit konkrete Ziele. Zum einen wollte man Einheimischen die Chance eröffnen, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen, zum anderen lockte man Bauwillige aus dem Raum Regensburg. So konnte die Stadt durch Grundstücksverkäufe und wachsende Einnahmen aus der Einkommensteuer Millionen generieren.

Gesche: Für Trendumkehr gewappnet

Aktuell ist die Zahl der Bauanträge allerdings rückläufig, bestätigte Bürgermeister Thomas Gesche (CSU). Das habe nichts damit zu tun, dass die Beliebtheit Burglengenfelds plötzlich schwinden würde, sondern entspreche dem „allgemeinen, konjunkturbedingten Trend“. Sollte sich dieser wieder deutlich ändern, verfüge die Stadt über „mehrere Lösungsansätze“, die „bei Bedarf weiterentwickelt“ werden könnten. Was genau damit gemeint sein könnte, verriet der Rathauschef nicht. Der Frage, wann und wo überhaupt das nächste Baugebiet erschlossen werden könnte, wich Gesche aus. Grundsätzlich aber arbeite man nach dem Prinzip „gesund, überlegt und nachhaltig“.

MZ-Autor Thomas Rieke hat sich zur Burglengenfelder Situation seine eigenen Gedanken gemacht. Den Kommentar finden Sie hier.

In diesem Zusammenhang erinnerte der CSU-Politiker an diverse Projekte im Rahmen sogenannter Nachverdichtung, wie zum Beispiel in der Maxhütter oder in der Schmidmühlener Straße, welche zwar noch nicht realisiert, aber bereits beschlossen sind. In der Schmidmühlener Straße sind zahlreiche geförderte Wohnungen geplant. Mangels Fördermitteln geriet das Vorhaben der Bayern-Heim jedoch ins Stocken.

Wir arbeiten aber grundsätzlich nach dem Prinzip gesund, überlegt und nachhaltig zu wachsen.

Thomas Gesche, Bürgermeister (CSU)

„Selbstverständlich“, so der Bürgermeister weiter, habe die Verwaltung eine Übersicht über die Baulücken im Stadtgebiet. Diese dürfe man sich aber nicht als nummerierte Liste vorstellen. Vielmehr betrachte man die Flächen nach ihrem Entwicklungspotenzial.

Nach Informationen der MZ hat die Stadt im Frühjahr mehrere Dutzend Grundeigentümer angeschrieben, um zu erfahren, was sie mit ihrem Besitz vorhätten. Nur rund ein Drittel soll überhaupt reagiert und Fragen beantwortet haben. Lediglich zwei erklärten, unter gewissen Umständen könnten sie sich einen Verkauf vorstellen.

Vor rund einem halben Jahr sorgte ein bestimmtes Baugebiet in Maxhütte-Haidhof für Diskussionen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Um Spekulanten den Wind etwas aus den Segeln zu nehmen, haben sich einige Kommunen entschlossen, auf bauunwillige Grundbesitzer Druck ausüben. Zum Beispiel durch eine sogenannte Grundsteuer C, die ein Vielfaches von der üblichen Grundsteuer ausmachen kann. Solche Überlegungen habe es in Burglengenfeld nie gegeben, erklärte Bürgermeister Gesche. Eine solche Steuer sei weder erstrebenswert noch derzeit notwendig.

In den Neubaugebieten, die die Stadt in den vergangenen Jahren ausgewiesen hat, gibt es freilich ohnehin einen Bauzwang. Wer es versäumt, binnen der vereinbarten Frist sein Projekt zu starten, muss damit rechnen, dass die Stadtbau von ihrem Rückkaufsrecht Gebrauch macht, bestätigte Geschäftsführer Johannes Ortner. Im Falle des Dietldorfer Baugebiets Straßäcker II würde sogar eine Konventionalstrafe in Höhe von 25 000 Euro fällig.

Run auf den Hussitenweg

Wie berichtet, tut sich die Stadt in Dietldorf schwer, die Parzellen an den Mann zu bringen. Fünf von neun Grundstücken befinden sich laut Ortner derzeit im „Vermarktungsprozess“, nur eines ist verkauft.

Groß war indes die Nachfrage nach Grundstücken im Hussitenweg IV zwischen Naabtalcenter und Naabtalpark. Selbst als manch Interessent wegen steigender Zinsen kalte Füße bekam und vom Kauf zurücktrat, war rasch ein Nachrücker gefunden. Dass trotzdem relativ viele Bauplätze brach liegen, hat laut Ortner verschiedene Ursachen: Einige Bauherren hätten noch rund ein Jahr Zeit, bis sie loslegen müssten. Außerdem handle es sich bei einigen Grundstücken um Rückbehaltsflächen, also Flächen, die für jene reserviert sind, die durch ihre Verkaufsbereitschaft die Baulandausweisung überhaupt erst möglich gemacht haben.

Kritik, dass diese Flächen zu großzügig eingeräumt worden seinen, bezeichnete Ortner einmal mehr als unzutreffend. Auch habe keine Vergoldung auf Kosten der Allgemeinheit stattgefunden. Die Besitzer seien ja an den Erschließungskosten beteiligt worden.