Kommentar: Kurskorrektur tut der Stadt Burglengenfeld gut

Von Thomas Rieke · 17. September 2025 um 05:00

Ein Baugebiet war noch gar nicht gefüllt, da wurde schon das nächste ausgewiesen: Burglengenfeld verfolgte lange Zeit den Kurs des unbegrenzten Wachstums. Nun scheint sich das geändert zu haben. MZ-Reporter Thomas Rieke begrüßt dies sehr. Hier lesen Sie seinen Kommentar:

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat Burglengenfeld ein beeindruckendes Wachstum hingelegt. Die Verantwortlichen können stolz darauf sein. Denn wo es die Menschen hinzieht, muss die Lebensqualität stimmen. Nach und nach wurden allerdings auch die Nachteile spürbar. Die Kommune bekam zunehmend Probleme, ihre Infrastruktur anzupassen. Im Kita-Bereich ist das bis heute besonders schmerzlich.

Mittlerweile scheint der Druck nachzulassen. Allerdings ist schwer zu beurteilen, was dahinter steckt. Sehr wahrscheinlich trägt die landesweite Krise mit dazu bei. Fakt ist auch, dass Burglengenfeld aktuell keine weitere Baugebietsausweisung mehr in der Pipeline hat – und zeitnah nicht beabsichtigt.

Wenn die Stadt tatsächlich einen anderen Kurs als bisher verfolgen würde, wäre das absolut zu begrüßen. Erst sollten die Baulücken, die es über das gesamte Stadtgebiet verteilt zur Genüge gibt, genutzt werden. Dasselbe gilt für leerstehende Häuser, die jede Menge Potenzial bieten. Bisher wurde die Verwaltung als Vermittler zwischen Eigentümer und Investor bestenfalls auf Anfrage aktiv. Das Engagement sollte unbedingt verstärkt werden. Hier braucht es professionelles Management, das erfasst und bewertet sowie bei der Vermarktung unterstützt. Optimal wäre es, wenn die Kommune selbst etwas für bezahlbaren Wohnraum täte. Hier gibt es großen Bedarf. Das freistehende Einfamilienhaus ist eher ein Auslaufmodell.

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