Explosion erschüttert das DEZ: Bei der Metzgerei Gierstorfer klafft ein großes Loch im Boden

Dienstagvormittag, kurz nach 10 Uhr. Lange hat das Donau-Einkaufszentrum (DEZ) noch nicht offen. Trotz Ferienende sind viele Parkplätze schon belegt. In den Cafés sitzen die, die immer da sind. Vorne am Haupteingang deutet nichts auf das hin, was sich am Montagabend im Nordflügel des Einkaufszentrums abgespielt hat: In einer Metzgerei war es zu einer Explosion gekommen.
Bei der Metzgerei handelt es sich um eine Filiale der Familie Gierstorfer aus Pfatter. Am Dienstagvormittag sind Sichtschutzwände um den Verkaufsstand herum aufgestellt. Ein Hämmern ist zu hören. Im hinteren Bereich des Verkaufsstands zeugen kaputte Küchenbauteile und eine zersplitterte Glasscheibe von den Kräften, die hier gewirkt haben müssen. Immer wieder versuchen Passanten, einen Blick hinter die Absperrung zu erhaschen. „Was ist da los?“, hört man im Vorbeigehen einen Mann seine Frau fragen.
Chemische Reaktion wohl Grund für Explosion im DEZ
„Explosionsartige Verpuffung“ heißt es im Polizeibericht. Und weiter: „Nach ersten Erkenntnissen der Einsatzkräfte dürfte eine chemische Reaktion die Ursache für das Geschehen gewesen sein.“ Laut einem Statement des Donau-Einkaufszentrums habe eine Stichflamme ein Waschbecken aus der Verankerung gelöst.
Die Rettungskette habe „sofort und zuverlässig“ gegriffen, heißt es in der Mitteilung, die das DEZ am Dienstagvormittag verschickt. Die Feuerwehr sei umgehend verständigt, der betroffene Bereich abgesperrt und „die Lage gesichert“ worden. Die Einsatzkräfte hätten demnach weder einen Gasaustritt noch einen Brandherd feststellen können. „Vermutet wird eine Verkettung unglücklicher Umstände. Die Metzgerei Gierstorfer arbeitet grundsätzlich nicht mit Gas“, stellt das DEZ klar.

Der Darstellung, das Einkaufszentrum sei evakuiert worden – so sagte es ein Polizei-Sprecher am Montagabend der MZ und so steht es auch am Dienstagvormittag im Pressebericht der Beamten –, widerspricht das DEZ. „Eine großflächige Evakuierung des Einkaufszentrums war nicht erforderlich“, teilt ein Sprecher des Einkaufszentrums mit. Lediglich der Bereich um die Metzgerei Gierstorfer habe vorübergehend gesperrt werden müssen. „Alle übrigen Geschäfte waren nicht betroffen und stehen den Kundinnen und Kunden zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung.“
In den umliegenden Geschäften kann am Dienstagvormittag kaum jemand etwas zu dem Vorfall sagen. Kein Wunder, die Spätschicht ist noch daheim. Einer, der am Vortag da war, berichtet von einem Knall, von Rauch. „Und das war’s dann.“ Eine Verkäuferin meint: „Hauptsache, es ist nicht viel passiert.“
Wir sind froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist – dass niemand in unmittelbarer Nähe der Spüle stand.
Artur Gierstorfer
Laut Polizeiangaben erlitt eine Mitarbeiterin der Metzgerei leichte Verbrennungen. Der Rettungsdienst brachte die Frau in ein Krankenhaus. „Sie ist wieder daheim. Ihr geht es soweit gut“, gibt Artur Gierstorfer am Dienstagvormittag Entwarnung, als er gerade mit seinem Sohn Thomas und weiteren Mitarbeitern mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist. „Wir sind froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist – dass niemand in unmittelbarer Nähe der Spüle stand“, sagt der Fleischermeister. Was da genau in die Luft geflogen sei, wisse er nicht, berichtet Sohn Thomas, der am Montagabend sofort ins DEZ geeilt war.

Eine erste mögliche Erklärung lieferte ein Polizeisprecher der MZ schon am Montagabend: Die Feuerwehr habe einen Chemie-Experten zu Rate gezogen. Per Ferndiagnose habe dieser folgenden möglichen Hergang rekonstruiert: Möglicherweise seien stark alkalische Reinigungsmittel auf unedles, weiches Metall getropft. Dadurch habe sich womöglich Wasserstoff gebildet – und es sei zur Explosion gekommen.
Kripo ermittelt im DEZ in Regensburg – Explosion reißt Loch in Boden
Im hinteren Bereich des Verkaufsstandes klafft nun ein großes Loch im Boden. Sogar den Mittelblock des Arbeitsbereiches – er wiegt eine Tonne – habe es bei der Verpuffung angehoben, sagt Thomas Gierstorfer. Ein Passant schaltet sich ein. „Wie lange bleibt zu?“, will er wissen. Die Antwort: „Wissen wir nicht.“
Kripo und Brandermittler seien schon da gewesen, sagt Artur Gierstorfer. „Jetzt müssen wir auf das Gutachten und die Versicherung warten. Erst dann sehen wir, wie es weitergeht.“ Sohn Thomas ergänzt: „Natürlich schauen wir parallel, was alles repariert werden muss, damit wir nach der Freigabe schnell wieder angreifen können.“