Polizeihundeschule in Herzogau feiert mit Besucheranstrum und dem Innenmister

Von Benjamin Schlegl · 15. September 2025 um 05:00

Die Zentrale Diensthundeschule der Bayerischen Polizei in Herzogau ist ein wichtiger Mosaikstein in der Sicherheitsarchitektur des Freistaats Bayern, dies wurde beim Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der in Bayern einmaligen Einrichtung deutlich. Nach einem eher holprigen Start hat die Hundeschule groß an Bedeutung gewonnen, die internationalen Beziehungen ausgebaut und über 1000 Diensthunde ausgebildet. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nahm sich rund zwei Stunden Zeit, um die Einrichtung zu besuchen und dem Kollegium vor Ort zu danken.

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Zum offiziellen Festakt auf der Baustelle des neuen Funktionsgebäudes hatten sich neben dem Innenminister zahlreiche polizeiliche Führungskräfte und weitere Ehrengäste eingefunden. Durch den Festakt führte PHK Marianne Gottwald vom Fortbildungsinstitut der bayerischen Polizei in Ainring, welchem die Hundeschule angeschlossen ist. Musikalisch umrahmt wurde er vom Klarinettenquartett des Polizeiorchesters unter Leitung von Dr. Robert Erdt.

Zum Jubiläum drehte die Schule einen neuen Imagefilm, der auf den Festakt einstimmen sollte. Anschließend war es Ltd. Polizeidirektor Dr. Walter Buggisch vorbehalten, die Ehrengäste zu begrüßen, darunter auch MdL Dr. Gerhard Hopp, Landrat Thomas Ebeling aus Schwandorf, Dr. Stefan Spindler aus Rötz sowie Polizeipräsident Michael Dibowski von der Bayerischen Bereitschaftspolizei mit seinem Stellvertreter Stefan Weis.

Ltd. Polizeidirektor Dr. Walter Buggisch begrüßte die zahlreichen Ehrgäste. - Foto: Benjamin Schlegl

Ein Tag der Wertschätzung

„Heute ist ein Tag der Wertschätzung und des Dankes, auch für die Disziplin und die Leidenschaft, mit welcher die Hundeschule aufgebaut wurde“, so Dr. Buggisch. Es sei etwas ganz Besonderes entstanden, was von Qualität und Innovation geprägt sei. Man wolle mit den Ehrengästen gemeinsam feiern, innehalten, zurückblicken, aber ebenso nach vorne schauen.

Die Ehrengäste konnte von einer Tribüne aus die kurzweilige Hundevorführung beobachten<?ZE?><?ZE?> - Foto: Benjamin Schlegl

Dies tat dann Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der die Festrede zum 25-jährigen Bestehen hielt. „Vor 25 Jahren gab es noch verschiedene Standorte für die Hundeausbildung, über ganz Bayern verteilt. Wir wollten die Ausbildung aus einem Guss an einem zentralen Standort. Und heute können wir feststellen, dass diese Entscheidung richtig war.“

Der Innenminister blickte zurück auf die anfänglichen Startschwierigkeiten, denn es fehlte an Vielem, und es gab nur wenig Erfahrung in der Ausbildung von Diensthunden. Joachim Herrmann lobte das Personal, das die schwierige Anfangsphase überwinden konnte. Und er blickte auch zurück auf die Zeit seines Dienstantritts als Innenminister im Jahr 2007, als es im Oktober große Unruhe um die Schule gab, mit diversen (anonymen) Beschwerden: „Ich war zehn Tage im Amt und wollte mir dann kurzerhand selbst ein Bild von der Schule machen, denn Vermerke im Innenministerium zu lesen, das reicht eben nicht.“ Also flog er an Allerheiligen 2007 nach Waldmünchen und führte ein Gespräch mit dem damaligen Leiter. Dabei reifte der Entschluss, an dem Standort festzuhalten: „Es war damals schon vieles für die Hunde passiert, nicht aber für das Personal. Und heute ist jeder begeistert, in die Oberpfalz nach Herzogau zu kommen.“ Denn nach diesem Gespräch wurde schon wenige Wochen später im Landtag die Zustimmung zu großen Umbauarbeiten erwirkt. Insgesamt wurden damals 5,4 Millionen Euro verbaut.

„Wir haben den Standort nicht in Frage gestellt, sondern was g‘scheits draus gemacht“, so das Resümee des Innenministers. Die Unterbringung von Hunden und Hundeführern sei mittlerweile national und international einmalig. Trotzdem wurde weiter investiert: Im Jahr 2020 in den Ausbau von Büros und Besprechungsräumen. Jetzt laufe ein weiterer Neubau, der noch Ende des Jahres fertig werden solle. Mit einer Werkstatt, Sauna, Fitness und einem großen Lehrsaal werde der Standort noch einmal aufgewertet. Und es würden, so Herrmann, Arbeitsplätze für die Region gesichert. Er dankte in diesem Zusammenhang auch dem Landtag für die Bereitstellung der Gelder und dem Staatlichen Bauamt Regensburg für die Baumaßnahmen. „Wir erwarten von Hunden und Hundeführern Außergewöhnliches, daher braucht es eine ordentliche Ausstattung. Dies ist ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit in unserem Land.“ Zuletzt lobte der Innenminister auch die Netzwerkarbeit der Diensthundeschule, mit bester Zusammenarbeit unter anderem mit Österreich und Tschechien, die auch Vertreter zum Festakt entsandt hatten. Die Schule sei fachlich und regional etabliert, mit 26 Beschäftigten und mit mehr als 150 Firmen und Institutionen, welche Übungsobjekte zur Verfügung stellen würden. „Ich wünsche für die Zukunft viel Kraft, Freude und Tatendrang.“

Die Standortfrage

Die schwierigen Anfangszeiten der Schule hatte auch Landrat Franz Löffler im Blick und er dankte dem Innenminister für sein Wirken im Jahr 2007. „In kurzer Zeit ist viel Vertrauen zwischen der Bevölkerung und der Institution entstanden.“ Löffler war damals als Bürgermeister ebenfalls mit den Anschuldigungen gegen die Einrichtung befasst und er plauderte aus dem Nähkästchen, wie die Standortfrage gelöst wurde. Als er am Tag nach dem kurzfristigen Besuch des Ministers mit diesem telefonierte, stand schon fest, dass dieser an der Einrichtung festhalten möchte. „So stelle ich mir tatkräftige Politik vor, die hinter den Leuten steht.“ Anschließend rückte er den unverzichtbaren Nutzen der Diensthunde in den Vordergrund, was beispielsweise die große Suchaktion im Cerchov-Gebiet nach einem vermissten Mädchen untermauere.

Bürgermeister Markus Ackermann begrüßt den Innenminister. - Foto: Benjamin Schlegl

Zuletzt überbrachte auch Bürgermeister Markus Ackermann seine Glückwünsche zum 25-jährigen Bestehen: Die Einrichtung sei ein Schmuckstück, das weit über die Grenzen der Region wirke und das ein Mehrwert für die Gemeinde sei. „Die vielen Besuche und das Interesse der Bevölkerung beweisen, dass diese dahintersteht, mit viel Anerkennung und Wertschätzung.“ Auf zwischenmenschlicher Ebene gebe es ein kollegiales und partnerschaftliches Miteinander. Er wünsche sich, dass der „Bildungsleuchtturm“ weiter glänze und weiter „Millionen“ investiert würden.