Ölunfall in Kläranlage Waldmünchen: Aufmerksamer Klärwärter verhindert Schlimmeres

Von Martin Hladik · 13. September 2025 um 11:58

Entwarnung und große Erleichterung: Beim Ölunfall am Freitag in der Kläranlage Waldmünchen scheint dank des Einsatzes der Klärwärter und der Feuerwehren aus Waldmünchen sowie Rötz noch einmal alles gut gegangen zu sein. Ein Update über das weitere Geschehen in der Freitagnacht, hat uns der 1. Kommandant der Feuerwehr Waldmünchen, Michael Bierl, am Samstag mitgeteilt.

Die größte Sorge war am Freitagabend, dass das ins Belebungsbecken geratene Öl den Bakterien schaden könnte. Mit Hilfe von Ölschlängeln, das sind Kunststoffschläuche, die auf dem Wasser schwimmend Öl binden können, wurde das Öl aus dem kreisrunden Belebungsbecken entfernt. Es war weniger als erwartetet. Mittlerweile hat der Leiter der Kläranlage, Bastian Fischer, die Bakterien auch getestet. Mit dem Ergebnis: Es geht ihnen gut.

Die Becken leerpumpen

Zweiter Einsatzschwerpunkt waren zwei kleinere Becken gleich nach dem Einlauf in die Kläranlage. Wie berichtet, stellte Klärwärter Fischer bei einem Kontrollgang kurz vor 18 Uhr den Ölgeruch beim Einlauf in die Kläranlage fest. Er stoppte sofort den Zufluss in die Kläranlage und auch den Weiterfluss in die Belebungsbecken. Damit befand sich der Großteil des zugeflossenen Öls in zwei kleineren Becken. Weil die Feuerwehr mit ihren Pumpen relativ lange gebraucht hätte, um diese Becken leer zupumpen und auch extra Auffangbehälter aufbauen hätte müssen, wurde eine Entsorgungsfirma kontaktiert, die am Freitagabend auch glücklicherweise einsatzbereit war. Die Firma Herrmann und Vogl aus Schorndorf rückte mit zwei riesigen Tanklastern mit Saugvorrichtungen an, um die beiden Becken mit einem Abwasser-Öl-Gemisch leer zu pumpen.

Das war gegen 21.45 Uhr erledigt. Jetzt kam der entscheidende Moment. Klärwärter Fischer hatte zuvor gesagt, dass er beim Absperren des Zulaufs kein weiteres Öl wahrgenommen hatte. Die Hoffnung war also, dass nach dem Öffnen des Zulaufs kein weiteres mit Öl verschmutztes Abwasser in die jetzt gereinigten Vorklärbecken fließen würde. Und tatsächlich: Nach Öffnen des Schiebers floss nur normales Abwasser ein. Das bedeutet vorerst Entwarnung.

Aber: Keinen Erfolg hatte die Feuerwehr, so Bierl, bei der Suche nach der Quelle der Ölverschmutzung. In den Schächten oberhalb der Kläranlage konnte kein Öl nachgewiesen werden. Jetzt hofft man, dass es sich um einen einmaligen Fall gehandelt hat.

Regen bereitet noch Sorge

Etwas Sorge bereiten noch die angesagten Niederschläge. Hier könnte noch in den Rohren vorhandenes Öl wieder freigespült und in die Kläranlage verfrachtet werden. Deswegen wird die Kläranlage regelmäßig kontrolliert und auch bei der Feuerwehr ist man gewappnet.

Bei diesem Einsatz waren neben dem Personal der Kläranlage rund 40 Feuerwehrler tätig. Vor Ort war auch Bürgermeister Markus Ackermann, der unter anderem den Einsatz der beiden Spezialfahrzeuge genehmigte. Vor Ort war aber auch die Polizei Waldmünchen, die jetzt in einem Fall einer Umweltverschmutzung ermittelt.