Großeinsatz der Feuerwehr: Öl in der Kläranlage Waldmünchen

Zu einem Großeinsatz der Feuerwehr führte am frühen Freitagabend die Einspülung einer größeren Menge Heizöl in die Kläranlage. Vor Ort waren zirka 50 Mann der Feuerwehren aus Waldmünchen (Landkreis Cham) und aus Rötz. Die Feuerwehr Rötz wurde zu Hilfe gerufen, weil sie die bessere Ölausrüstung hat. Ein erster Eindruck vom Einsatzort.
Was war passiert? Nach 17 Uhr hatte der Leiter der Kläranlage, Bastian Fischer, bemerkt, dass es im Einlauf der Kläranlage nach Öl riecht. Sofort sperrte er den Zulauf ab und auch den Ablauf zum Belebungsbecken. Dennoch konnte nicht verhindert werden, dass eine geringe Menge Öl auch in das Belebungsbecken eindrang.
Bis in die Nacht hinein bemühten sich die Feuerwehrleute darum, das Belebungsbecken von Öl zu befreien. Sollte das gelingen, bliebe der Schaden gering. Sollten die Bakterien im Belebungsbecken absterben, wäre der Schaden immens.

Das merkte man auch Bürgermeister Markus Ackermann an, der sofort in die Kläranlage geeilt war. „Wir haben doch erst die Kläranlage für Millionen saniert“, sagte er mit Sorgenfalten auf der Stirn.

Der Einsatz des Bürgermeisters war nötig, weil er diverse kostenträchtige Einsätze genehmigen musste. Am wichtigsten war dabei das Auspumpen eines Einlaufbeckens durch die Spezialfirma Hermann und Vogl aus Schorndorf. Sie sollten die rund 40 Kubikmeter mit Öl verunreinigtes Abwasser aus einem Vorklärbehälter abpumpen.

Hauptsorge der Feuerwehrleute war aber zunächst, dass kein ölverschmutztes Abwasser in die Schwarzach gerät. Das wurde durch eine Ölsperre verhindert.
Das nächste Problem der Feuerwehr war die Suche nach der Quelle des Öleintrags. Denn erst wenn sie entdeckt ist, können weitere Einträge verhindert werden. Das bedeutet die Feuerwehrleute müssen von der Kläranlage beginnend, Kanalverzweigung für Kanalverzweigung untersuchen, woher das Öl stammt. Eine Hoffnung hatte dabei Klärwärter Fischer. Er sagte, dass seiner Meinung nach bereits beim Absperren des Zulaufs in die Kläranlage kein Öl mehr nachgelaufen sei.

Dennoch besteht weiterhin ein Problem. Denn sollte es eine Leckage sein, kann es immer wieder zum Öleintrag kommen. Zudem, so der Feuerwehr-Gefahrgutexperte Bernhard Hatzinger, müssen die mit einem Ölfilm kontaminierten Leitungen gefunden werden, um sie spülen zu können.
Da also mit weiteren großen Mengen von einem Wasserölgemisch zu rechnen ist, baute die Feuerwehr auch Auffangbehälter auf. Der Einsatz dauerte zu Redaktionsschluss noch an.