Rätselhafter Fund: Menschliche Knochen im Straßengraben bei Schwandorf entdeckt

Tausende Autos fahren täglich auf der Kreisstraße SAD22 bei Fronberg (Landkreis Schwandorf). Auf Höhe des Solarparks machten Bauarbeiter am Donnerstagnachmittag einen rätselhaften Fund. In der Böschung waren einige Knochen vergraben. Schnell stand für die Ermittler der Kriminalpolizei fest: Man hat es hier mit menschlichen Überresten zu tun.
Der Fundort zwischen Fronberg und der Autobahnanschlussstelle Schwandorf-Nord war nicht zu übersehen. Ein Absperrband der Polizei flatterte neben der Straße im Wind, Polizeiautos parkten daneben. Auch zivile Kräfte vom Kriminaldauerdienst (KDD) der Kripo Amberg waren vor Ort.
Im Kiefer steckten Zähne
Im Straßengraben tasteten sich die Ermittler mit einem kleinen Spaten vorsichtig vor. Teilweise im Minutentakt entdeckten sie dort ein Knochenteil nach dem nächsten. Rippen, Gelenkköpfe, Reste eines Schädels und ein Kiefer, in dem noch mehrere Zähne steckten, beförderten sie ans Tageslicht.
Alarmiert wurde die Polizei von Mitarbeitern einer Baufirma. Sie waren dabei, entlang des Solarparks ein neues Starkstromkabel zu verlegen. Allzu tief graben mussten sie dafür nicht. Die Mulde neben der Kreisstraße war etwa einen Meter tief. Ein Mitarbeiter der Baufirma wollte gerade den Graben wieder verfüllen, als ihm die Knochenteile auffielen.

Auf Anfrage der MZ hielt sich die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz bedeckt. „Noch können wir nicht viel dazu sagen. Die Knochen gehen jetzt in die Rechtsmedizin. Danach wissen wir, wie alt sie sind“, teilte Martin Wolfseher mit.
Die Knochen gehen jetzt in die Rechtsmedizin. Danach wissen wir, wie alt sie sind.
Ein Archäologe vor Ort
Ein Archäologe, der sich während des Polizeieinsatzes am Fundort aufhielt, sagte gegenüber der Presse, dass es sich bei den Knochen mit großer Sicherheit um menschliche Überreste handelt. „Sie dürften maximal 100 Jahre alt sein“, schätze der Fachmann mit Blick auf die beim Straßenausbau aufgeschüttete Böschung. Die dortigen Erdschichten dürften zu jung sein für einen historischen Fund, so die Folgerung des Archäologen.
Mehrere Szenarien zum Knochenfund denkbar
Wie also kamen die Knochen unter die Erde im Straßengraben? Lag hier womöglich ein komplettes Skelett? Das müssen die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei klären.
Ansätze für ihre Ermittlungen dürften die Beamten gleich mehrere haben. Dass ein Tier die Knochen vom nahe gelegenen Waldfriedhof hierher verschleppt hat, ist unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Ebenso könnte es sein, dass die Knochen bereits im Aushub schlummerten, als dieser im Zuge des Straßenausbaus bei Fronberg eingebaut wurde. Und freilich kann auch ein Vermisstenfall oder gar eine Straftat hinter den ausgegrabenen Knochen stecken.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein mysteriöser Fund bei Fronberg die Ermittler fordert. Im März 2024 waren Teile eines menschlichen Schädels auf der Baustelle für den Anbau des Feuerwehrgerätehauses gefunden worden. Damals teilte ein Polizeisprecher mit, dass der Fund schon „sehr alt“ sein dürfte. Eine Rolle könnte die räumliche Nähe des Fundorts zum katholischen Friedhof in Fronberg spielen, hieß es damals.