Schädelfund im Schwandorfer Stadtteil Fronberg: Erste Ergebnisse liegen nun vor

Weiterhin rätselhaft ist der Knochenfund neben dem Feuerwehrhaus im Schwandorfer Stadtteil Fronberg. Ein Rathausmitarbeiter hatte das Schädelteil am 6. März auf einer Brachfläche an der Schulstraße entdeckt. Er wurde für weitere Untersuchungen an die Kriminalpolizei übergeben. Erste Ergebnisse liegen nun vor, weitere Untersuchungen stehen noch aus.
Auf dem Grundstück in Fronberg, wo das Schädelteil gefunden wurde, ist ein Anbau ans Feuerwehr-Gerätehaus geplant. Bei einer Begutachtung der Fläche entdeckte der Rathausmitarbeiter am Boden unter abgestorbenem Gestrüpp ein größeres Knochenteil. Wenn man es genauer begutachtet, kann man die Augenhöhlen und vermutlich auch das Nasenbein erkennen. Eine Streife der Polizeiinspektion Schwandorf sicherte das Fundstück.
Bei dem Knochenstück handelt es sich um einen menschlichen Schädel
Erste Untersuchungen in der Rechtsmedizin haben nun ergeben: Das Knochenstück stammt von einem Menschen, wie Claus Feldmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, mitteilte. Und weiter: „Die genaue Altersbestimmung steht noch aus, laut Ersteinschätzung soll er bereits sehr alt sein.“ 50 Jahre? 100 Jahre? Oder noch älter? Auf eine genauere Angabe, was „sehr alt“ in diesem Zusammenhang bedeutet, wollte sich Feldmeier nicht festlegen lassen. Aber der Pressesprecher geht davon aus, „dass wir es durch weitere Untersuchungen noch genauer kriegen werden“.
Eine Eingrenzung des Alters lässt dann vielleicht auch konkretere Überlegungen zu, woher der Knochen stammen oder wie er auf die Fläche neben dem Feuerwehrgerätehaus gelangt sein könnte. Dazu lässt sich bisher nur spekulieren. Eine Rolle könnte die räumliche Nähe des Fundorts zum katholischen Friedhof in Fronberg spielen.
Dort fanden im Januar und Februar 2024 auch Beerdigungen statt. Wurde der Knochen also vielleicht bei Aushubarbeiten freigelegt und dann von einem Tier verschleppt? Eine mögliche Erklärung. Wobei Knochen, die beim Aushub eines Grabes ans Tageslicht befördert werden, im Normalfall wieder unten in die Grabstelle zurückgelegt und mit Erde bedeckt werden, wie eine Nachfrage bei einem Bestatter ergab. Zudem ist auch unklar, wie lange der Knochen schon auf dem bisher ungenutzten Grundstück lag.
Keine Hinweise auf eine Straftat oder einen Vermisstenfall
War dort in früheren Zeiten eventuell einmal ein Friedhof? „Uns als Kirchenverwaltung ist nicht bekannt, dass an anderer Stelle eine Begräbnisstätte war“, sagte Roland Stehr, Mitglied der Kirchenverwaltung, auf Anfrage. Der kirchliche Friedhof befinde sich schon immer am jetzigen Platz zwischen Fronberger, St. Andreas-, Friedhof- und Schulstraße.
Entwarnung konnte das Polizeipräsidium indes in einem Punkt geben: „Bislang ergaben sich keine Hinweise, dass der Fund im Zusammenhang mit einer Straftat oder einem Vermisstenfall stehen könnte“, so Feldmeier. Der Erweiterung des Fronberger Gerätehauses steht der Knochenfund offenbar auch nicht im Weg. Dort wurde mittlerweile die Baustelle eingerichtet und mit den Arbeiten begonnen.
