Grausiger Fund am Bulmare-Parkplatz: Drogenkonsument lag tot in Container

Von Philipp Breu, Martin Kellermeier · 20. August 2025 um 19:00

Nichtsahnend räumt am Mittwochnachmittag eine Familie auf dem Parkplatz beim Bulmare in Burglengenfeld (Lkr. Schwandorf) den Kinderwagen und die Badesachen ins Auto. Gleich daneben stehen zwei Container für Obdachlose. In einer der beiden Unterkünfte wurde am Montag eine Leiche entdeckt.

Der Tote, ein polizeibekannter Drogenkonsument, war nicht der erste, der hier leblos gefunden wurde.

Es war am Montag kurz nach 18 Uhr. Die Badegäste in den benachbarten Schwimmbecken dürften wohl nicht viel mitbekommen haben von dem Polizeieinsatz. Hohe Sträucher und ein Zaun trennen das Wohlfühlbad und den Parkplatz bei der Freibadkasse. Die Polizeistreife wurde von einem Obdachlosen gerufen. Er hatte seinen Nachbarn, einen 55-Jährigen, regungslos in einem der beiden Container entdeckt.

Ein Arzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. „Die Todesursache ist noch unbekannt. Aktuell geht man von einem innerkörperlichen Vorgang aus“, berichtete Polizeisprecherin Corinna Wild auf Anfrage der MZ. Nichts deute auf ein Verbrechen hin, so die Polizeihauptkommissarin weiter. Die Kriminalpolizei war dennoch vor Ort und hat den betroffenen Container versiegelt.

Auch die Kriminalpolizei war vor Ort in Burglengenfeld. Die Tür zum betroffenen Container wurde versiegelt. - Foto: Martin Kellermeier

Leiche lag wohl schon mehrere Tage in der Obdachlosenunterkunft

Laut der Polizeisprecherin lag die Leiche schon mehrere Tage unentdeckt in der Obdachlosenunterkunft. „Die Auffindesituation lässt darauf schließen, dass der Mann schon circa eine Woche tot war“, erklärte Wild.

Diese Einschätzung der Polizei passt zu Beobachtungen eines Obdachlosen, der in dem Container gleich nebenan wohnt. Er habe seinen Nachbarn zuletzt am Montag, 11. August, gehört. Weil er in den Tagen danach nichts mehr von dem 55-Jährigen mitbekommen habe, dachte er, dass der Mann sich in Regensburg aufhalte. „Das war öfter der Fall“, schilderte der Obdachlose auf Nachfrage der MZ. Als ihn dann am vergangenen Montag eine Bekannte besuchte, habe diese einen furchtbar unangenehmen Geruch wahrgenommen. „Wir haben dann durch das Fenster geschaut, und dann lag er schon da“, berichtete der Nachbar.

In der Obdachlosenunterkunft beim Bulmare machte die Polizei in der Vergangenheit schon einmal einen schrecklichen Fund. Im September 2024 lag ein 61-Jähriger leblos in einem der beiden Container. Ein städtischer Mitarbeiter hatte die Leiche damals entdeckt und Alarm geschlagen.

Die Zahl der Obdachlosen in Burglengenfeld schwankt

Die Zahl der Obdachlosen in Burglengenfeld ist überschaubar. Stand vergangener Woche waren drei Personen in einer Unterkunft der Stadt untergebracht, zwei in der Containeranlage beim Bulmare und eine weitere in der langjährigen Obdachlosenunterkunft in der Rathausstraße. „Die Anzahl der Obdachlosen ist stets schwankend“, stellte Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) gegenüber der MZ fest.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes oder auch der Hausmeisters würden in den Unterkünften regelmäßig nach dem Rechten sehen. „Dies geschieht teilweise wöchentlich, spätestens aber alle 14 Tage“, schilderte der Rathauschef.

Bevor Bedürftige in eine der Unterkünfte einziehen können, müssten sie sich beim Ordnungsamt melden. Erst dann erhalten sie den Schlüssel. „Der Aufenthalt soll stets so kurz wie möglich sein und nur eine tatsächliche Obdachlosigkeit überbrücken“, sagte Gesche. Derartige Herbergen seien „grundsätzlich keine Dauerwohnunterkünfte“.