Hilfe aus dem Bayerischen Wald für Uganda: NähPark Cham unterstützt ganz praktisch mit Nähmaschinen

Von Olga Pritzl · 11. September 2025 um 19:00

Was mit einer Benefizaktion des Organisationsteams Hörgenuss in Hohenwarth begann, hat ihre direkte Wirkung in Uganda entfaltet. Eine Delegation aus der Region reiste nach Ostafrika, um die Arbeit von TIEYO (Touch, Influence and Educate Youth Organisation) mit den gesammelten Geld- und Sachspenden zu unterstützen. Mit im Gepäck: Chamer Nähmaschinen.

In Uganda wurden die Nähmaschinen bei TIEYO mit großer Freude übernommen. - Foto: Julia Heitzer
Michael Mwandha (Mitte), der Vater von Timothy Nabulwa (rechts) bei seiner Begrüßung der Hohenwarther Gruppe. - Foto: Julia Heitzer
Die Jugendlichen sangen und tanzten für ihre Gäste - Foto: Julia Heitzer

In Nakaseke erlebten die Besucher hautnah, wie viel Hoffnung diese Organisation jungen Menschen schenkt. Am 21. August wurden die Gäste feierlich in Nakaseke begrüßt. Rund 50 Jugendliche sowie Mitarbeitende von TIEYO bereiteten der Hohenwarther Delegation einen herzlichen Empfang. Mit Tanz, Gesang und Musik drückten die Jugendlichen ihren Dank aus.

Dank für Unterstützung

Anschließend führten sie die Gäste durch die Räume der Einrichtung und gaben Einblicke in ihren Alltag. Der Gründer der Organisation, Michael Mwandha, ein ehemaliger Lehrer und Pastor, dankte für die Unterstützung aus Deutschland.

Die Reisegruppe mit Elfriede Brandl, Josef Brandl, Erika Witzlinger sowie Julia Heitzer und Max Heitzer hatte bei ihrem Besuch wertvolle Spenden im Gepäck: Drei Nähmaschinen samt Garn konnten übergeben werden. Gespendet wurden diese von der Firma NähPark Cham in Zusammenarbeit mit Luise Vogl aus Hohenwarth und der Firma Gardinen & mehr. Außerdem wechselten zahlreiche Fußbälle und Volleybälle ihren Besitzer. Gestiftet wurden die unter anderem von der Sparkasse Bad Kötzting und dem Architekturbüro Heitzer. „Diese Unterstützung ermöglicht es den Jugendlichen, sich weiterzubilden und Talente zu entwickeln. Sie erhalten die Chance auf ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben“, betonte Gründer Micheal Mwandha.

Begegnungen in Kampala

Neben Nakaseke führte die Reise auch in die Hauptstadt Kampala. Dort besuchte die Gruppe die traditionsreiche Makerere University, die größte und älteste Hochschule des Landes. Besonders eindrucksvoll war der Besuch bei der DAKI Winds Band, die 2016 von Dr. David Kiwana gegründet worden war. Der Informatikprofessor leitet ehrenamtlich ein Blasorchester, das jungen Menschen kostenfrei den Zugang zu Musik ermöglicht – und das in einem Land, in dem Instrumente kaum erschwinglich sind. Rund 25 junge Musikerinnen und Musiker proben regelmäßig, treten bei Hochzeiten, Empfängen und Konzerten auf, und erfahren durch die Musik Selbstbewusstsein, Gemeinschaft und Berufsoptionen.

Dass gerade dieses gemeinnützige Engagement Früchte trägt, zeigt das Beispiel von Marvin Kakande und Cedrick Peter. Die beiden verdienen ihren Lebensunterhalt als Berufsmusiker. „Das haben wir zu großen Teilen auch Timothy zu verdanken“, sagen sie.

Timothy Nabulwa, Sohn des TIEYO-Gründers, spielt dabei eine besondere Rolle. Der aus Uganda stammende Sozialarbeiter und Musiker lebt heute mit seiner Frau Christina, einer gebürtigen Hohenwartherin, und ihrer gemeinsamen Tochter in Hohenwarth. Zugleich sind beide aber auch in Kampala zu Hause. Diese Brücke zwischen Uganda und der Oberpfalz machte es möglich, dass Hilfsprojekte wie TIEYO auch von hier aus gezielt unterstützt werden können.

Gebraucht würden Trompeten, Posaunen, Hörner, Baritone, Saxophone und Klarinetten. Auch die Beschaffung von Ersatzteilen, von Notenmaterial und auch die Transportkosten stellen eine Herausforderung für die gemeinnützige Arbeit dar, so dass auch finanzielle Mittel durchaus Sinn haben. Ein Stück Uganda, in Form von traditionellem Kunsthandwerk , brachten die Besucher mit nach Hause: Schmuckstücke aus Papierperlen, hergestellt von Vivian Awill und ihrem Team unter dem Label PIMARA in Kampala. Die Armbänder und Halsketten werden nun auch hier in der Region verkauft im „Dein Zentrum“ in Hohenwarth, im „Haarscharfeseck“ in Grafenwiesen sowie bei „Gardinen und mehr“ in Hohenwarth. Der gesamte Erlös kommt direkt den Künstlerinnen zugute.