Gymnasium Burglengenfeld braucht neuen Direktor – Schaller geht aus „privaten Gründen“

Von Thomas Rieke · 11. September 2025 um 17:00

Dass das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium (JMFG) in Burglengenfeld derzeit eine Dauerbaustelle ist, ist allgemein bekannt. Seit vielen Monaten versucht der Landkreis Schwandorf, das chronische Raumproblem zu lösen. Eine Baustelle ganz anderer, nämlich personeller Art, tat sich nun in den Sommerferien auf: Direktor Matthias Schaller ist völlig überraschend von Bord gegangen. Sein neuer Wirkungsort: das Regental-Gymnasium in Nittenau.

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Die Nachricht verbreitete sich diese Woche wie ein Lauffeuer. „Hast du die Homepage des Gymnasiums schon angeklickt? Schaller ist nicht mehr Schulleiter!“, hieß es in bestimmten Kreisen ganz aufgeregt. Was ist vorgefallen? Sofort kursierten Gerüchte. Der eine glaubte dies gehört zu haben, der andere jenes.

Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in der Oberpfalz, Carsten Böckl, hält sich aus datenschutzrechtlichen Gründen bedeckt. Er bestätigte auf Anfrage nur, dass Schaller das Burglengenfelder Gymnasium verlassen habe und nun in Nittenau die Schulleitung unterstütze.

Schaller selbst geht mit dem Thema dagegen relativ offen um. Der 54-Jährige, der vor fünf Jahren in Burglengenfeld die Nachfolge von Dr. Beate Panzer angetreten hatte, kam der Bitte der Redaktion um ein Gespräch nach und erläuterte die Situation aus seiner Sicht.

Matthias Schaller berichtet: Auch seine Familie litt unter der Situation

Er sagte, er habe aus „persönlichen Gründen“ die Entscheidung getroffen, sich zu verändern. Zwar sei er in Burglengenfeld immer sehr gerne Schulleiter gewesen und habe hier auch viel erreicht, worauf er durchaus stolz sei. Doch der Job habe ihm auch vieles abverlangt. Die Belastung sei groß gewesen, und darunter habe auch die Familie gelitten.

Am Schulgelände laufen derzeit Bauarbeiten. Die ehemalige Hausmeisterwohnung wurde vom Landkreis für die Ganztagsbetreuung um- und ausgebaut. - Foto: Thomas Rieke

Daher habe er schon seit geraume Zeit überlegt, wie sich das wieder ändern ließe. Mit dem Wechsel ans Regental-Gymnasium hoffe er, den richtigen Weg gefunden zu haben, sagte Schaller. Hier könne er einerseits die amtierende Leitung unterstützen, andererseits habe er wieder deutlich mehr Zeit, selbst Unterricht in seinen Fächern Biologie und Chemie zu erteilen. Das habe ihm in den zurückliegenden Jahren gefehlt.

Ich bin jetzt lieber im zweiten oder dritten Glied. Wer weiß, vielleicht bekomme ich irgendwann wieder Lust, die Leitung einer Schule zu übernehmen.

Matthias Schaller, Studiendirektor

Dass er vom Oberstudiendirektor nun zum Studiendirektor wurde, lasse sich verschmerzen – auch finanziell, versicherte der Pädagoge. Zu kursierenden Gerüchten wollte Schaller nicht näher Stellung nehmen. Ihm seien die meisten bekannt, manche seien durchaus ehrenrührig und sollten daher keine Beachtung finden. Es werde einem „halt schnell was angedichtet“.

Das Lehrerkollegium am Gymnasium Burglengenfeld zählt rund 100 Köpfe

Wer den Rückblick auf das Schuljahr 2024/25 zur Hand nimmt und das Vorwort des Direktors liest, mag erahnen, wie spannend die Aufgabe geworden ist, eine Schule mit rund 1000 Kindern und Jugendlichen sowie einem rund 100-köpfigen Lehrerkollegium zu steuern. Nicht ohne Grund wurde vor einem Jahr eine erweiterte Leitung eingerichtet, die aus nicht weniger als acht Kräften besteht.

Unter der Führung des bisherigen Schulleiters gab es Auszeichnungen für das Gymnasium. Auch Kultusministerin Anna Stolz überreichte an Schaller eine Urkunde. - Foto: Monika Schmid, Archiv

Gemeinsam gelang es, viele Erfolge zu feiern und Auszeichnungen einzuheimsen. So überreichte Kultusministerin Anna Stolz im November 2024 in München an Schaller für „herausragende Gesundheitsprojekte“ einen Preis.

Elternbeirats-Vorsitzender Martin Antretter erklärte auf Anfrage, auch ihn habe der Abschied Schallers unvorbereitet getroffen – und er bedaure diesen Schritt sehr. Schaller sei ein sehr „guter Schulleiter und für den Beirat eine verlässliche Größe gewesen“. Gemeinsam habe man zahlreiche Vorhaben umgesetzt. Nun hofften die Eltern auf einen schnelle Nachfolge-Regelung.

Frank Lochbihler zum kommissarischen Schulleiter ernannt

Zum kommissarischen Leiter wurde Schallers bisheriger ständiger Stellvertreter, Frank Lochbihler, ernannt. Er ist in Parsberg zuhause, wo er bis 2020 als Mitarbeiter der Schulleitung des Gymnasiums fungierte. Die Übergabe der Amtsgeschäfte in Burglengenfeld fand Anfang September statt. Da der Schuljahresstart bereits zu Ferienbeginn gut vorbereitet gewesen sei, werde die personelle Veränderung keinen Einfluss auf den Schulbetrieb haben, beteuerte der Studiendirektor. „Alle unsere Schülerinnen und Schüler können mit einem regulären Start rechnen.“

Sein Verhältnis zu Matthias Schaller beschreibt Lochbihler knapp so: „Er war Schulleiter und daher mein Dienstvorgesetzter.“ Über die Besetzung der Direktorenstelle entscheide „zu gegebener Zeit“ das Kultusministerium.