Erweiterung des Burglengenfelder Gymnasiums kostet rund 3,9 Millionen Euro

Von Friedrich Gluth · 1. Oktober 2024 um 19:00

Von Benjamin Franklin (1706 – 1790), einem der Gründerväter der USA, stammt der Satz: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ Um diese Zinsen im Einzugsbereich des Gymnasiums Burglengenfeld zu bekommen, hat der Ausschuss für Schulen, Planung und Bauen des Landkreises Schwandorf jetzt wichtige Entscheidungen getroffen.

In der Bibliothek des Gymnasiums konnte Landrat Thomas Ebeling (CSU) neben den Kreisräten auch Schulleiter Oberstudiendirektor Matthias Schaller begrüßen, der sich sowohl beim Landrat als auch bei den Kreisräten für die gute Zusammenarbeit bedankte.

Immer wieder wurde investiert

Die Verwaltung zeigte erneut auf, weshalb bauliche Veränderungen beim Gymnasium erforderlich sind. Die Schule wurde von 1969 bis 1973 als Stahlbetonskelettbau mit mehreren versetzten Ebenen in zwei Abschnitten errichtet. In den Jahren 2005/2006 wurde ein erdgeschossiger Anbau für die Mittagsbetreuung direkt beim Hauptgang realisiert. Ab 2006 erfolgten brandschutzverbessernde Maßnahmen, von 2010 bis 2016 wurde das Flachdach abschnittsweise erneuert, von 2017 bis 2022 die Fenster.

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Im Schuljahr 2023/24 besuchten 976 Schüler das Gymnasium Burglengenfeld. Damit ist es das größte im Landkreis. Langfristig wird von einer Schülerzahl von 1100 in 32 Klassen zuzüglich zehn Oberstufenklassen ausgegangen. Um zusätzliche Unterrichtsmöglichkeiten zu gewinnen, wurden im Untergeschoss bereits Raumoptimierungen vorgenommen. Außerdem wurde der zwei Millionen teure Umbau des Hausmeisterwohnhauses für die Unterbringung der Ganztagsbetreuung begonnen. 2023 waren vier Containerklassenzimmer angemietet worden, um den Zeitraum bis zur Schulerweiterung zu überbrücken.

Mit den Planungen dafür wurde im Frühjahr das Ingenieur-Büro Alfred Popp aus Schwandorf beauftragt, dessen Inhaber die Vorentwürfe in der Sitzung vorstellte.

Dritte Variante sah eine Lösung mit Wärmepumpen vor

Wie Architekt Popp erläuterte, soll die Schule um sechs Klassenzimmer erweitert werden. Im Rahmen des Planungsauftrags entwickelte das Büro drei Varianten. Auch Themen wie Ausführung in Hybrid-Bauweise, Zugang zum Theater, Belichtung der Klassenzimmer, der mögliche Einsatz von Wärmepumpen sowie der Brandschutz wurden angesprochen.

Im Zuge der Vorplanung erstellte das Büro auch eine grobe Kostenschätzung. Für die Variante, die vom Planer als die sinnvollste betrachtet wird und einen Anschluss an die bestehende Gasheizung vorsieht, wurden Kosten von 3 860 000 Euro ermittelt. Bei Variante zwei, die wegen der Belichtungssituation kritisch zu sehen sei, würden Kosten von 3 840 000 Euro anfallen. Für die dritte Variante, bei der zum Beispiel ein alternatives Heizsystem (Wärmepumpen) vorgesehen wäre, müssten 4 396 000 Euro aufgebracht werden.

Kreisrat Karl Bley (SPD) gab bezüglich der Wärmeversorgung zu bedenken, dass langfristig betrachtet eventuell die Lösung, die jetzt teurer erscheine, die günstigere sein könnte. Doch wie sich die Energiepreise langfristig entwickeln, wisse heute niemand, erwiderte Popp. Und eine Leistung „Hellsehen“ sei in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) nicht vorgesehen.

Kreisrat Rudi Sommer (Bündnis 90/Die Grünen) stand der gesamten Maßnahme skeptisch gegenüber. Er führte aus, dass er das Gebäude überhaupt nicht so bauen würde, und nannte als Gründe unter anderem das Flachdach und die Heizung. Wörtlich sagte er: „Mit so einem Klotz kann ich nichts anfangen.“ Dazu äußerte Popp, dass er einen Klotz bei dieser Planung nicht sehe.

Anpassung an den Bestand

Landrat Ebeling erklärte, dass ihm die vom Planer präferierte Variante sinnvoll erscheine, ebenso wie der Umstand, dass der Neubau optisch an den Bestand angepasst werde. Der Verwaltungsvorschlag, die Planung dieser Variante weiterzuführen, wurde mit 15 gegen 1 Stimme beschlossen.

Sodann informierte die Verwaltung darüber, dass in den Jahren 2020 und 2021 im Rahmen des Förderprogramms zum infektionsschutzgerechten Lüften eine Reihe mobiler Luftreinigungsgeräte für Unterrichtsräume beschafft worden war. Die Kosten von mehreren 100 000 Euro seien teils mit 100 Prozent, teils mit 50 Prozent gefördert worden. Auch für die Wartungen gab es Zuschüsse. Doch die Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit der Geräte würden nun teilweise bezweifelt. Da die Geräte nach wie vor Feinstaub, Pollen und Viren aus der Luft filtern, wurde einstimmig beschlossen, sie weiter einzusetzen.