Abenteuer im Agrar-Dschungel: Fensterbacher Maislabyrinth lädt zum Sommerausflug ein

Von Nicole Krämer · 11. September 2025 um 11:00

Wer in den letzten verbleibenden Tagen der Sommerferien Lust auf ein Abenteuer mitten in der Natur innerhalb der Region hat, muss gar nicht weit reisen: Besonders für Familien lohnt sich derzeit ein Abstecher nach Freihöls in der Gemeinde Fensterbach (Landkreis Schwandorf). Dort lädt das Maislabyrinth von Manuela und Thomas Pronath dazu ein, auf Entdeckungstour zu gehen, Rätsel zu lösen – und sich im grünen Irrgarten auch mal ein wenig zu verirren.

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Bereits zum dritten Mal haben die Pronaths ihr Feld in ein gewaltiges Labyrinth verwandelt – immer in einem Zwei-Jahres-Turnus, damit sich das Feld zwischendurch erholen kann. Das quadratische Areal misst knapp zehn Hektar, rund 90.000 Quadratmeter. Etwa 5000 Quadratmeter davon bilden vielerlei Wege, die breit genug sind, damit auch Kinderwagen bequem Platz darin haben. Die Lage ist ideal: Das Feld befindet sich in einem idyllischen, verkehrsberuhigten Bereich nicht weit von der B85.

Jeden Abend schaut die Familie nach dem Rechten, denn sie wohnt in unmittelbarer Nähe. Mitarbeiter beschäftigen die Pronaths keine – alles bleibt in der Familie. So kümmert sich etwa die Schwester von Manuela Pronath um Werbung und den Social-Media-Auftritt bei Facebook und Instagram.

Im Selbsttest wird schnell klar, wie verzwickt die Kurven und Abzweigungen im grünen Irrgarten sein können. - Foto: Krämer

Planung ab Weihnachten

Das diesjährige Labyrinth steht unter dem Motto „Agrar-Dschungel“. Von oben betrachtet zeigt das Muster eine riesige Schlange, eine Giraffe, mehrere Palmen und einen Traktor. Die Giraffe mit einem vierblättrigen Kleeblatt im Maul stehe laut Manuela Pronath symbolisch für die Machtposition der Agrarpolitik, der Traktor für die Landwirtschaft, die die Familie auch beruflich mit Milchvieh betreibt. „Heimischen Bauern werden laufend Steine in den Weg gelegt. Mit dem Motiv wollen wir einerseits auf diese Situation hinweisen, aber auch zeigen, wie kreativ Landwirtschaft sein kann“, so Manuela und Thomas Pronath.

Man kann es in unter einer Stunde schaffen, aber wenn man alle Wege ausprobiert, kann man sich auch drei bis vier Stunden darin aufhalten.

Thomas Pronath Betreiber

Die Planung des Motivs beginnt bereits kurz nach Weihnachten. Zunächst wird das Bild entworfen und in ein Computerprogramm eingegeben. Dieses wird anschließend mit dem Terminal des GPS-gesteuerten Schleppers verbunden, der das Muster in den jungen Maisbestand fräst. Ganz ohne Handarbeit geht es aber nicht: Zahlreiche Wege hat Thomas Pronath zusätzlich selbst freigeschnitten. In diesem Jahr würden besonders viele verschlungene Routen und verzwickte Sackgassen auf die Besucher warten, versprechen die Betreiber.

Ein Familienprojekt: Zum dritten Mal bieten Thomas und Manuela Pronath mit ihrem Maislabyrinth ein Ausflugsziel für alle Altersgruppen an. - Foto: Nicole Krämer

Dass man den Weg durch das Labyrinth findet, hängt nicht nur vom Orientierungssinn ab. „Man kann es in unter einer Stunde schaffen, aber wenn man alle Wege ausprobiert, kann man sich auch drei bis vier Stunden darin aufhalten“, erzählt Thomas Pronath. Besonders spannend machen den Besuch die zahlreichen Aktionen: So gibt es eine kleine und eine große Schnitzeljagd sowie Schätzfragen rund um den Mais und die Landwirtschaft an sich.

Einmal wurde die Polizei alamiert

Die Gewinne können sich sehen lassen: Für Kinder gibt es als Hauptgewinn einen „Rolls Toys Fire Unimog“. Bei der Schnitzeljagd für Fortgeschrittene winken zwei Gutscheine für Tandemflüge mit den Fensterbachfliegern, zudem warten viele kleinere Gewinne auf die Teilnehmer.

Kurioses bleibt bei einem Irrgarten dieser Größe nicht aus. So kam es etwa laut den Betreibern schon einmal vor, dass eine Mutter mit ihren zwei Kindern nicht mehr hinausfand und schließlich die Polizei alarmierte. Als Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und sogar eine Hundestaffel bereits anrückten, fanden die drei dann doch selbst wieder den Ausgang.

Der Gewinner der Schnitzeljagd für Kinder darf sich in diesem Jahr auf diesen Hauptpreis freuen – einen knallroten „Rolls Toys Fire Unimog“. - Foto: Familie Pronath

Auffällig ist laut Thomas Pronath außerdem, dass häufig Kinder den besseren Orientierungssinn haben und schneller im meterhohen Maisfeld zurechtkommen als Erwachsene. Voraussichtlich bleibe das Labyrinth noch bis zum Ende der Sommerferien und in die erste Schulwoche hinein geöffnet – anschließend stehe die Maisernte an, so Manuela Pronath.

Ein ganz besonderer Reiz

Auch die Mittelbayerische Zeitung hat sich in einem Selbsttest in den grünen Irrgarten hineingewagt. Die Maispflanzen stehen steht fast drei Meter hoch und dicht beieinander, und obwohl man beim Betreten des Feldes anfangs noch glaubt, die Richtung zu kennen, schleicht sich an der ersten Abzweigung die erste Unsicherheit ein. Links, rechts oder doch geradeaus? Alles sieht gleich aus, die grünen Wände wirken wie eine endlose Kulisse. Mit jeder Kreuzung wächst das mulmige Gefühl, die Orientierung zu verlieren. Sackgassen zwingen zum Umkehren, und man merkt schnell: Hier kann man sich tatsächlich verlaufen.

Beruhigend bleibt nur der Gedanke, dass auch das größte Maisfeld irgendwann ein Ende hat und man schlimmstenfalls auch querfeldein in dieselbe Richtung laufen könnte – und genau dieses Wechselspiel aus Sicherheit und Unsicherheit macht den besonderen Reiz des Fensterbacher Maislabyrinths aus.