Mittagspause mit der VR-Brille: Fachklinik eröffnet „Raum der Achtsamkeit“ für Mitarbeiter

Ein Pausenraum im klassischen Sinne sei es nicht, stellt Tanja Meindl klar. Die Klinikleiterin der Johannesbad Fachklinik Furth im Wald hat gerade gemeinsam mit Rupert Glaser und Michaela Pompe von der AOK-Direktion Cham sowie der BGM-Beauftragten der Klinik, Doris Plötz, den neuen „Raum der Achtsamkeit“ offiziell eröffnet.
Er soll eine ganz besondere Maßnahme im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) sein. Hier bekommen Beschäftigte die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre für einige Minuten zur Ruhe zu kommen und Abstand vom Arbeitsalltag zu gewinnen – auch mit Hilfe einer VR-Brille, die die Klinik eigens dafür angeschafft hat, um Entspannungs- und Achtsamkeitstrainings anbieten zu können. So formuliert es das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Mit Meditation entspannen
„Betriebliche Gesundheit steht bei uns im Jahr 2025 unter dem Motto Achtsamkeit, da kommt dieses Angebot zur richtigen Zeit“, erklärt Doris Plötz, die das BGM der Klinik verantwortet. „Diese VR-Programme sind so immersiv, dass man sich damit für ein paar Minuten aus dem Arbeitsalltag herausnehmen und sich etwa mit einer kurzen Meditationseinheit entspannen kann“, so Plötz weiter.
Entstanden ist die Idee für den Raum aus einer Kooperation mit der AOK Bayern Anfang des Jahres. Dabei hatten Mitarbeiter der Fachklinik bereits die Möglichkeit, ähnliche Programme mit VR-Brillen zu testen. „Das kam in allen Bereichen so gut an, dass wir schnell nach Möglichkeiten gesucht haben, solch ein Angebot für die Mitarbeitenden zu verstetigen“, so Meindl.
Mit dem „Raum der Achtsamkeit“ reagiere die Klinik, die seit 2023 das AOK-Siegel „Gesundes Unternehmen“ trägt, außerdem auf die sich verändernde Arbeitsbelastung: „Die therapeutische und medizinische Betreuung von Menschen mit Suchterkrankungen ist deutlich komplexer geworden“, erklärt Chefärztin Oksana Stotland: „Unsere Rehabilitanden leiden häufig neben ihrer Suchterkrankung noch an komorbiden Erkrankungen und schweren somatischen Folgen der Abhängigkeit.“ Das habe die Arbeit im Suchtbereich merklich anstrengender gemacht und es für die Kollegen erschwert, ein gesundes Maß an Abstand zu ihrer Arbeit zu gewinnen.
Angenehmer Rückzugsort
Eine Lücke, die mit dem neuen Projekt geschlossen werden soll, wie Plötz bestätigt: „Ein Raum, in dem man seine Pause in Ruhe verbringen kann, war oft ein ganz konkreter Wunsch aus der Belegschaft.“ Auch Befragungen im Rahmen der psychischen Gefährdungsbeurteilung hätten einen konkreten Handlungsbedarf aufgezeigt. Der „Raum der Achtsamkeit“ soll hier Abhilfe schaffen, auch jenseits der VR-Brille: Mit ergonomisch verstellbaren Sesseln und einer beruhigenden Farb-Komposition wird den Mitarbeitenden ein angenehmer Rückzugsort geboten.
Meindl sieht solche BGM-Angebote auch als Aushängeschild: „Zielgerichtete Maßnahmen im Bereich der betrieblichen Gesundheit sind ein wichtiger Baustein unserer Unternehmenswerte. Der Mensch und eine entsprechend angenehme Arbeitsatmosphäre stehen bei uns als attraktiver Arbeitgeber nach wie vor im Mittelpunkt“, so die Klinikleiterin.