Mindset der Mitarbeiter verändern: Mathias Weber weiß, wie Firmen kundenfreundlich werden

Von Nils Mayer · 10. September 2025 um 11:00

Wann waren Sie das letzte Mal von einem Unternehmen so richtig begeistert? „Bei mir war das eine deutsche Fluggesellschaft, die das vergessene Kuscheltier meiner Tochter im Flugzeug extra gesucht und dann gefunden hat“, erzählt Mathias Weber. Der Unternehmensberater aus Radling weiß, dass diese kleine Geste nicht nur den Tag seiner Tochter rettete, sondern auch einen bleibenden Eindruck hinterließ.

„Und genau um diese Kundenverbundenheit und wie Unternehmen diese aufbauen können, geht es in meinem Buch“, erklärt Weber.

Die Idee, ein eigenes Buch zu schreiben, kam dem 40-Jährigen nach eigenen Worten gar nicht selbst: „Ein Verlag hat meine Arbeit als Unternehmensberater spannend gefunden und mich gefragt, ob ich da nicht etwas drüber schreiben will.“

Für Weber sei klar gewesen, er wolle das Thema auf den Punkt bringen und nicht um den heißen Brei schreiben. „Das ist wirklich der Espresso in Buchformat.“ So entstand sein Fachbuch „Kundenverbunden“.

Und die Expertise bringt der Radlinger mit: Er berät laut eigener Aussage unter anderem Porsche, BMW und auch mittelständische Bauunternehmen, auch auf internationaler Bühne.

Oft muss man das Mindset der ganzen Firma verändern und auch die Mitarbeiter müssen natürlich alle mitmachen.

Mathias Weber, Unternehmensberater

Aber was ist eigentlich mit dieser Kundenverbundenheit gemeint und warum sollten Unternehmen diesen Ansatz verfolgen? Weber verdeutlicht die Thematik anhand von Studienergebnissen: „Kundenorientierte Unternehmen sind im Durchschnitt 60 Prozent profitabler.“

Reisen in der ganzen Welt

Das Kuriose bei der Sache: „80 Prozent aller Unternehmen sagen, dass sie sehr kundenorientiert sind, aber nur acht Prozent der Kunden denken, dass diese Unternehmen tatsächlich kundenfreundlich sind.“

Einfach nett sein und lächeln kann schon helfen, den Kunden ein gutes Gefühl zu geben.

Mathias Weber, Unternehmensberater

Es gibt also noch viel zu tun. Weber reist für Seminare oder Vorträge um die Welt und berät Unternehmen, wie das mit der Kundenfreundlichkeit besser funktioniert. „Die Ratschläge kommen gut an“, meint der 40-Jährige.

Vor allem die Führungskräfte würden schnell verstehen, wie wichtig eine gute und funktionierende Beziehung zu den Kunden ist.

„Oft muss man das Mindset der ganzen Firma verändern und auch die Mitarbeiter müssen natürlich alle mitmachen“, erklärt Weber. Dabei ist es laut dem Unternehmensberater ganz einfach: „Einfach nett sein und lächeln kann schon helfen, den Kunden ein gutes Gefühl zu geben.“

Bei guten Kundenerfahrungen seien meist Menschen direkt beteiligt. „Deshalb ist es ja so wichtig, dass jeder da mitmacht.“

Besondere Herausforderung

Das wird der 40-Jährige auf den 140 Seiten seines Buches nicht müde, zu betonen. Der Schreibprozess war dabei eine ganz besondere Herausforderung, verrät er. „Zeit zum Schreiben habe ich eigentlich nur gefunden, wenn die Kinder im Bett waren oder ich mal länger unterwegs war“, erzählt der Familienvater. Rund ein Jahr war er nach eigenen Worten mit dem Schreibprozess beschäftigt, bis das Buch dann im August 2024 fertig war.

Und diese Arbeit zahlt sich aus: Die Verkaufszahlen liegen laut Weber im vierstelligen Bereich. Auch eine englische Version sei kürzlich veröffentlicht worden, „um noch mehr Leute zu erreichen“.

Und wie geht es weiter? Wenn es nach Weber geht, dann war das Fachbuch erst der Anfang. „Ich glaube, in der Thematik steckt noch viel mehr Potenzial“, erklärt er. Er könne sich vorstellen, noch weitere Bücher rund um die Kundenverbundenheit zu schreiben. Auch sein Verlag scheint sein Interesse für das Thema zu teilen. „Die sind schon auf mich zugekommen und haben gefragt, ob da noch ein bisschen mehr kommt“, scherzt er.

Zum Schluss liegt dem Unternehmensberater vor allem eine Sache am Herzen: „Der Umgang mit Kunden und die Vorteile, die sich daraus ergeben. Das betrifft nicht nur die internationalen Player, sondern auch die Bäckerei von nebenan.“

Mit Blick auf Deutschland höre er immer öfter vom negativen Begriff der „Servicewüste“, also dem nicht gerade netten Umgang mit Kunden. „Das muss sich ändern und zwar schnell. Ich hoffe, dass ich da den einen oder anderen aufwecken kann.“