Realschule Waldmünchen wird zehnte Kompass-Schule der Oberpfalz

An der Tür der Realschule hängt jetzt – eine Woche vor Schulbeginn – noch der Abschiedsgruß an die Schüler vor den Ferien: „Vergiss nie: Du bist toll. Du bist einzigartig. Du bist so viel mehr als deine Noten. Höre nie auf, an dich zu glauben. Glaube an Deine Träume.“ Der gefühlvolle Gruß für die Sommerferien könnte als Motto dafür gelten, wofür die Realschule Waldmünchen jetzt ausgezeichnet wird.
Anfang dieser Woche hat es Realschulkonrektorin Julia Firsching offiziell erfahren: Die Realschule Waldmünchen wird eine von zehn Kompass-Realschulen in der Oberpfalz. Beim Projekt Kompassschulen ist der Landkreis Cham besonders stark. Denn sowohl die Realschule Roding, als auch die Realschule Furth im Wald sind bereits Projekt-Schulen.
Stärken herausarbeiten
Kompass ist dabei eine Abkürzung aus den Wortanfängen von „KOMPetenz Aus Stärke und Selbstbewusstsein“ an bayerischen Realschulen. Ziel ist es dabei, die Stärken einer Schule, ihrer Schüler und ihrer Lehrer herauszuarbeiten. „Schulen, die stärkenorientiert arbeiten, streben eine Lehr- und Lernkultur an, die den Erfolg der Lernenden sucht und die Defizitorientierung vermeidet“, erklärt die Homepage des Kultusministeriums dazu.
Eine Stärke von Firsching scheinen jedenfalls solche Anträge zu sein. Sie berichtet, dass sie bereits vor Jahren zusammen mit Beratungsrektorin Barbara Zwicknagl einen solchen Antrag für die Realschule Roding gestellt hat. Allerdings musste sie feststellen, dass die Antragstellung mittlerweile um einiges anspruchsvoller und umfangreicher geworden ist. Sie freut, dass der Titel Kompass-Schule nicht nur eine Plakette des Kultusministeriums für erreichte Ergebnisse ist, sondern auch eine weitere Überprüfung der Ziele beinhaltet.
Somit dürfte kurz nach der Auszeichnung der Realschule mit der DELF-Plakate als Französisch-Partnerschule die Schulwand vor dem Sekretariat auch die Anerkennung als Kompass-Schule zieren. Eine Kompass-Schule wird drei Arbeitsfelder bearbeiten, beschreibt die Stiftung Bildungspakt Bayern. Einmal sollen die Lehrer fortgebildet werden. Zum Zweiten werden verstärkt Modelle zu selbstbestimmtem Lernen, zur Projektarbeit und zur „stärkeorientierten Aufgabenkultur“ entwickelt. Drittens wird es „Plus-Modelle“ im musischen, sportlichen und sozialen Bereich geben.
Viele dieser Möglichkeit nutzt die Waldmünchner Realschule schon. Sie waren auch Teil des Antrags zur Aufnahme in das Kompass-Programm. Firsching kann allein 16 Wahlfächer aufzählen, die Projekte außerhalb des Lehrplans anbieten. Sie reichen von der bekannten Schulband über IT-Kurse, Umweltprojekte bis hin zum Erwerb von Sprachzertifikaten und Kunstprojekten.
Schon jetzt kümmert sich die Schule mit Praktika um berufsvorbereitenden Unterricht. Firsching schwebt vor, die Zahl der Praktikatage auszuweiten.
Interessant ist auch das Projekt „Fit fürs Leben“, in dem zum Beispiel Experten berichten können, wie man mit Diabetes lebt, oder wie man ein Buch schreibt, oder wie ein Auslandaufenthalt vorbereitet werden sollte. Bei solchen Projekten steht die Förderung von individuellen Interessen im Vordergrund, erklärt Firsching.
Persönliches Feedback
Gewünscht ist auch ein schnelles und individuelles Feedback zu eigenen Arbeiten. Ein Beispiel sei eine KI-gestützte App, die Schülern ein schnelleres Feedback zu ihren Texten gibt. Lehrer wiederum könnten durch gegenseitige Unterrichtsbesuche voneinander lernen. Kollegiale Hospitanz ist der Fachbegriff dazu.
In das Kompassprojekt könnte auch die Jugendsozialarbeit eingebunden werden, indem es verstärkte Besuche in Klassen auch außerhalb von gerade bestehenden Problemen gibt.