Kosten steigen auf 45 Millionen: Gymnasium Parsberg bleibt noch bis 2027 Baustelle

Kostenexplosion, Zeitverzug und Bauarbeiten im laufenden Betrieb: Die Generalsanierung des Gymnasiums Parsberg steckt voller Herausforderungen. Auch ins neue Schuljahr werden Schüler und Lehrer zwischen Staub und Krach starten müssen. Architektin und Bauleiter geben Einblick, wie die Baustelle vorangeschritten ist.
Der Arm des Krans schwingt mit einer großen Palette über das Dach. Am Hinterausgang schütten Arbeiter Bauschutt in die Mulden. Es staubt und hämmert überall, Aula und Pausenhof sehen aus, als hätte es hier ein Erbeben gegeben. Während Schüler und Lehrerkollegium noch die letzten Ferientage genießen, herrscht im Gymnasium Parsberg Hochbetrieb. Das hat seine Gründe.
Zum Schuljahresbeginn soll der zweite Bauabschnitt der Sanierung des Gymnasiums komplett fertiggestellt und nutzbar sein, erläutern Architektin Gabriele Theil und Tobias Schneider von der Abteilung Hochbau/Gebäudeverwaltung am Landratsamt sowie Bauleiter Werner Reitberger.
Umbau von Aula und Eingangsbereich hat begonnen
Der dritte Bauabschnitt ist gerade angelaufen: die Generalsanierung von Eingangsbereich, Aula, Pausenhalle, Bibliothek, den Fachräumen Musik und der Verwaltungsräume einschließlich Lehrerzimmer. Die Inbetriebnahme ist im Juni 2027 geplant, die komplette Sanierung inklusive der Gestaltung der Außenanlagen soll im Dezember 2027 abgeschlossen sein.
„Im Moment liegen wir etwa eineinhalb Jahre hinter der geplanten Bauzeit – ursprünglich war eine Fertigstellung Ende 2025 angepeilt“, erläutert Schneider – und rund 7,5 Millionen über den veranschlagten Kosten. Waren diese ursprünglich mit 37,2 Millionen Euro eingerechnet worden, so liegen sie aktuell geschätzt knapp unter 45 Millionen Euro.
Pandemie und Krieg treiben die Preise hoch
Architektin Theil erläutert die Gründe: Die Sanierung habe sich aufgrund von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg verzögert und durch Materialpreissteigerungen verteuert. Viele Firmen seien ausgelastet, die Baustoffe zunächst nicht lieferbar gewesen und später deutlich höher im Preis geworden.

Die Baumaßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Regensburg und Neumarkt, wobei letzterem aufgrund des Standorts in Parsberg die Federführung obliegt. Das vierzügige Gymnasium soll nach der Sanierung Platz für 1040 Schüler bieten, erklärt die stellvertretende Direktorin Petra Kapfhammer, die sich dem Rundgang anschließt, als sie während der Ferien nach dem Rechten sieht.
Landkreise Neumarkt und Regensburg schultern Projekt gemeinsam
Im Schuljahr 2025/26 sind knapp unter 1000 Schüler an dem Gymnasium. Sie kommen etwa je zur Hälfte aus den Landkreisen Neumarkt und Regensburg. Von den Baukosten sind 33,3 Millionen Euro zuwendungsfähig. Gefördert werden sie laut Tobias Schneider mit einem Fördersatz von circa 50 Prozent vom Freistaat Bayern, was alles in allem eine Summe von 17 Millionen Euro ausmacht. Die abzüglich der Zuschüsse verbleibenden Eigenmittel werden nach der entsprechenden Schülerzahl aufgeteilt, sodass nach derzeitigem Stand je etwa 13,5 Millionen Euro auf jeden der beiden Landkreise entfallen.

Die Bauarbeiten laufen parallel zum Schulbetrieb, sind jedoch so getaktet, dass sich die beiden nicht gegenseitig über Gebühr beeinträchtigen. In der Realität ist das mit viel Flexibilität und vielen Umzügen verbunden, schildern Konrektorin sowie Architektin.
Acht Klassenzimmer in Containern
Die Pausenhöfe konnten in den vergangenen Monaten nicht genutzt werden und auch im nächsten Jahr wird das nur eingeschränkt möglich sein. Auf dem einen Pausenhof standen bis vor kurzem Container für acht Klassenzimmer, die nun zurückgebaut werden konnten, die freigewordene Fläche soll für die Pausen genutzt werden.
Zwei Jahrgangsstufen mit acht Klassen werden werden auch im kommenden Schuljahr noch im Flachbau des ehemaligen SFZ ausgelagert. Derzeit laufen laut Architektin Theil die Rückbauarbeiten im dritten Bauabschnitt. Dabei müssen der Abbruch und der Aufbau parallel laufen, damit beides bis zum Frühjahr 2026 fertig ist. Danach wird über das gesamte Gebäude ein neues Dach gezogen. Die Dachlandschaft besteht aus Massivholzplatten, die auf Massivholzwänden aufgelagert ist.
Lichtband und Fußbodenheizung für Aula
Dafür werden 450 Kubikmeter Holz verbaut, erläutert Schneider. Die Ausschreibungen für die Arbeiten sind gerade in Bearbeitung. Zuvor muss noch die Lüftungsanlage untergebracht werden. Die Schule wird künftig zentral über eine CO2 geführte Lüftungsanlage be- und entlüftet, erklärt die Architektin. Dennoch werden in den Unterrichtsräumen jeweils zwei Fenster zum Öffnen sein. Der Ausbau erfolgt dann von Mai 2026 bis Juni 2027. Beheizt werden die Gebäude über Fernwärme. Die Aula bekommt aufgrund Estrichs aus Gussasphalt eine Fußbodenheizung aus Kupferleitungen.
Statt der Lichtkuppeln wird es ein durchgehendes Lichtband im Dach geben. Um der Barrierefreiheit Rechnung zu tragen, werden die Stufen beseitigt. Auch der Haupteingang der Schule wird der Architektin zufolge künftig hier sein – und somit auch repräsentativer.
Zahlen und Daten zur Sanierung des Gymnasiums Parsberg
• Bauabschnitte: Die Sanierung des Gymnasiums Parsberg erstreckt sich über vier Bauabschnitte: Der erste umfasste eine Generalsanierung mit Teil- erweiterung, vornehmlich für Klassenräume, Teile der Fachräume Physik, Chemie, Kunst, EDV und Teile der Verwaltung. Im zweiten erfolgten Abbruch und Neubau des gesamten Oberstufenbereiches mit weiteren Klassenzimmern und den restlichen Fachräumen. Der dritte Bauabschnitt betrifft die Generalsanierung von Eingangsbereich, Aula, Pausenhalle, Fachräume Musik, Bibliothek und Verwaltung mit Lehrerzimmer. Der vierte Bauabschnitt beginnt im Frühjahr 2026 für Außenanlagen, Hauptzugang, Pausenhofflächen, Sitzbereiche und Parken.
• Geschichte: Das Gymnasium Parsberg wurde ursprünglich in zwei Bauabschnitten errichtet: der erste 1972 inklusive Zweifach-Turnhalle für 700 Schüler, der zweite 1977.
• Erweiterungen: Der Neubau der Turnhalle 3 erfolgte 1997, die Mensa den Schulkomplex wurde im Jahr 2006 geschaffen.