Regensburger Dult: Schausteller werben fürs Feuerwerk und sehen die Debatte kritisch

Die Beschicker der Regensburger Dult lieben das traditionelle Pyro-Spektakel und finden, dass dieses manchmal politisch instrumentalisiert wird. Zur Halbzeit der Regensburger Herbstdult hat die Polizei außerdem gute Nachrichten.
Auf Volksfesten geht es laut zu. In den Zelten tönt die Musik aus den Boxen, die Besucher singen mit und rund um die Fahrgeschäfte sind die Durchsagen der Schausteller zu hören. Auf der Regensburger Dult kracht es zwei Mal zudem dann auch noch hoch oben am Himmel, und zwar, wenn das traditionelle Feuerwerk durchgeführt wird. Daran gibt es allerdings immer wieder auch Kritik. Die Schausteller der Dult können diese wiederum überhaupt nicht nachvollziehen.
Auf der Regensburger Herbstdult ist nach einer Woche nun Halbzeit. Die Marktmeister, Festwirte, Schausteller sowie Vertreter von Brauereien und Polizei zogen gestern bei einer Pressekonferenz Zwischenbilanz. Die fiel äußerst positiv aus. Besonders gelobt wurde auch das traditionelle Feuerwerk, das bei der Dult gezündet wird. Diese Tradition wird von Umweltschutzverbänden oder Parteien wegen der Feinstaub- und Lärmbelastung mitunter aber kritisiert.
„Macht den Leuten Spaß“
Der Rechtsreferent der Stadt, Walter Boeckh, sagte nun, dass er in der Tat auch Reaktionen von Bürgern erhalte, die gegen das Feuerwerk seien, weil diese befürchten, dass Luft und Tiere darunter leiden. Er könne hier aber nur abermals darauf verweisen, dass hier bewusst ein sogenanntes Höhenfeuerwerk gezündet werde, von dem eine vergleichsweise geringe Feinstaubbelastung ausgehe und das auch in den anderen Bereichen die Parameter bestmöglich einhalte, wie Boeckh sagte.
Die Leute sind brav
Armin Glötzl, Polizeirat
Demgegenüber stehe der positive Effekt: „Es macht den Leuten Spaß.“ Auch er ganz persönlich finde, dass bei der Dult ein Feuerwerk einfach dazu gehört. Steven Kratzsch, einer der Dult-Schausteller – die das Feuerwerk auch finanzieren –, sagte, dass es für viele Besucher einfach ein tolles Erlebnis sei, wenn das Feuerwerk gezündet wird. Er könne die Debatte darüber nicht verstehen. Insbesondere, dass sich auch Politiker kritisch dazu äußern, finde er nicht gut. Dies seien für ihn „politische Wahlprogramme“, von denen sich die Schausteller aber nicht instrumentalisieren lassen wollen: „Wir wollen uns in diese Sache nicht reinschieben lassen.“
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Gute Nachrichten hatte derweil Polizeirat Armin Glötzl im Gepäck. Er teilte mit, dass die Dult bislang weitestgehend friedlich, jedenfalls ohne größere Zwischenfälle verlaufe. Es habe bislang zum Beispiel kein einziges Sexualdelikt und auch nichts im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln gegeben. In Bezug auf das Verhalten der Besucher auf dem Festgelände könne er deswegen nur sagen: „Die Leute sind brav.“
Etwas anders sehe es dagegen bei der Disziplin im Hinblick auf die Parkregeln im Umfeld des Areals aus. Hier gibt es einen Anstieg der Verstöße. Nicht weniger als 388 Falschparker hätten bislang verwarnt werden müssen.
Die beiden Festwirte berichteten, dass der Besuch in den zwei großen Zelten bislang überaus gut gewesen sei. Daran habe auch die Witterung einen Anteil gehabt. „Das Wetter spielt mit“, sagte Alfred Glöckl. Michael Hahn betonte das Zusammengehörigkeitsgefühl, dass es auf der Regensburger Dult gebe: „Wir sind eine große Gemeinschaft.“
Getränke sind genug da
Dementsprechend zufrieden zeigten sich auch die Vertreter der beteiligten Brauereien. Leo Resch von Kneitinger appellierte noch an alle Unentschlossenen, sich einen Besuch auf der bis nächste Woche laufenden Herbstdult keinesfalls entgehen zu lassen. Die Getränke würden auf jeden Fall nicht ausgehen: „Wir haben noch Bier im Keller.“ In der zweiten Hälfte der Herbstdult gebe es im Programm noch etliche Highlights, sagten die Festwirte. Im Hahnzelt steht an diesem Samstag zum Beispiel mittags der Auftritt einer Blues-Band an. Und im Glöckl-Zelt tritt am kommenden Montag die legendäre Josef-Menzl-Kapelle in der Oktoberfest-Besetzung auf. Ein Schnäppchen können die Besucher zudem beim Dult-Wimmelbuch machen, das zu reduziertem Preis verkauft wird.
Wir haben noch Bier im Keller
Leo Resch, Brauerei Kneitinger
Dass sich in den kommenden Tagen die Besucherströme verringern, weil im nahe gelegenen Abensberg zeitgleich der Gillamoos stattfindet, glaubt Rechtsreferent Boeckh übrigens nicht. Er sehe hier keinerlei Konkurrenzsituation.
Für strahlende Gesichter sorgte dann auch die Einschätzung von Schausteller Kratzsch, der erzählte, dass er auf vielen Festen im ganzen Bundesgebiet vor Ort sei und deswegen fundiert sagen könne, wie gut die Regensburger Dult sei: „Sie gehört sicher zu den Top-Five in Deutschland.“