Regensburger Dult-Feuerwerk lockt viele Besucher an – Andere sorgen sich um die Umwelt

Von Heike Haala · 15. Mai 2024 um 17:00

Am Freitagabend um 22 Uhr werden die 750 Schuss, die Feuerwerker Harald Weber zwischen Donauarm und Kanal in die Luft jagt, den Dultplatz in Regensburg spektakulär in Szene setzen. Pläne, dieses Feuerwerk in Zukunft durch ein anderes Spektakel zu ersetzen, gibt es nicht.

Seit etwa zehn Jahren ist Weber für das Feuerwerk zuständig und bezeichnet diese Show auch als ein persönliches Highlight – schon weil sich bei diesem Feuerwerk die Lichteffekte im Wasser neben dem Dultplatz spiegeln. Der Feuerwerker achtet bei der Vorbereitung darauf, dass die Effekte möglichst lange am Himmel stehen bleiben und dass es Abwechslung gibt. Viel „Ohh“ und „Ahh“ erntet dabei stets sein Goldregen. Das Geheimnis hinter dem glitzernden Vorhang sind Holzkohlepartikel die in der Höhe heiß werden und dann verglühen.

Ein Geschenk der Beschicker

Bei der Stadt und bei der Werbegemeinschaft der Regensburger Dultbeschicker gehen regelmäßig Nachrichten ein, weil sich Bürger informieren wollen, ob und wann das Feuerwerk startet, berichten Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, und Hans-Christian Wagner, der mit der Öffentlichkeitsarbeit für die Werbegemeinschaft der Dultbeschicker betraut ist. Die Dultbeschicker sind es auch, die das Feuerwerk im Wert von 5000 bis 7000 Euro als Geschenk für die Besucher finanzieren, sagt Wagner. Zwar sei einmal der Gedanke aufgekommen, das Feuerwerk durch eine Lasershow zu ersetzen. „Diskutiert wird das aber nicht, denn die Besucher warten auf das Feuerwerk“, sagt Wagner.

Trotzdem findet es auch seine Kritiker. Die Frage, ob er Feuerwerke noch als zeitgemäß empfindet, verneint etwa Raimund Schoberer, Vorsitzender Kreisgruppe Regensburg im Bund Naturschutz. Wegen der Umweltverschmutzung müsste so etwas seiner Meinung nach eigentlich out sein. Als Ersatz bringt er eine Lasershow ins Spiel. „Alternativ wäre es aber sicher auch eine gute Sache, das gesparte Geld für das Feuerwerk in größere Rabatte am Familientag oder für eine Rabattaktion für Bedürftige, etwa in Zusammenspiel mit einer Regensburger Organisation, einzusetzen“, sagt er. Dies könne das Renommee der Beschicker und der Dult in seinen Augen steigern.

Auch eine Sprecherin von Fridays for Future (Name der Redaktion bekannt) erklärt: „Grundsätzlich haben Feuerwerke natürlich mehrere unerwünschte Nebenwirkungen, wie beispielsweise die Feinstaubbelastung oder auch das Verschrecken von Tieren, welche durch die Verwendung von Lasershows einfach vermieden werden könnten.“ Im Großen und Ganzen betrachtet sei das Dult-Feuerwerk laut der Anhänger von Fridays for Future (FFF) allerdings ziemlich irrelevant, was die Klimakatastrophe betrifft. Und so habe die Debatte darüber für sie auch das Zeug dazu, von Themen abzulenken, bei denen sie tatsächlich einen immensen Einfluss auf das Klima sehen, etwa die Verkehrs- oder Energiewende. Stattdessen würden die Anhänger gerne über Dinge sprechen, die sie als relevanter empfinden. Als Beispiel nennen sie die Sallerner Regenbrücke, gegen die sie vorgehen.

Von Roenne-Styra verweist darauf, dass es sich beim Dult-Feuerwerk um ein zertifiziertes Höhenfeuerwerk handelt. Die Feinstaubbelastung durch das Höhenfeuerwerk verschwinde schnell und sei nicht mit der von Kraft- und Nutzfahrzeugen gleichzusetzen, sagt Weber.

Ökologie und Feuerwerke

Schoberer kann das nicht beruhigen. Vor allem zum Thema Feinstaub würde er gerne Zahlen sehen. Der Feuerwerker argumentiert weiter für sein Handwerk: Er nutze Abschussrohre die er wiederverwende, weswegen er verhältnismäßig wenig Müll produziere. Die Lichtershow sei in Pappkugeln verpackt. Zudem achte er darauf, dass er sie nicht in die Richtung eines Baums abfeuert, in dem etwa Vögel brüten. Er habe zwar keine Lasershows im Angebot, die als Alternative für Feuerwerke ins Spiel gebracht werden, wisse aber, dass diese teurer seien.