„Traumstart“ für die Mai-Dult in Regensburg – so lief das erste Wochenende

Bilanz nach dem ersten Dult-Wochenende: Wirte, Marktleute und Schausteller sind zufrieden. Bis auf einen Vorfall mit Pfefferspray feiern Zehntausende Besucher in Regensburg die ersten vier Tage ausgelassen und harmonisch.
Wohin man auch sieht, blickt man in gut gelaunte Gesichter – es ist Mai-Dult in Regensburg und die Menschen strömen an den ersten Tagen in Scharen zum Festplatz. Wirte und Schausteller sprechen unisono von einem „Traumstart“ bei fast sommerlichen Temperaturen am ersten Wochenende. Vor allem das junge Publikum und Familien ließen sich begeistern. Doch am wichtigsten: „Es wird friedlich gefeiert“, sagt Walter Metzger, Sprecher vom Verband der Marktkaufleute und Schausteller.
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„Der Auftakt war wirklich grandios“, lobt Festwirt Michael Hahn am Sonntag. Alfred Glöckl pflichtet ihm bei: „Alles friedlich, alles gut.“ Für eine Bilanz mit Zahlen sei es zu früh, stünden doch noch zwei volle Wochen bevor. Dabei hätte man natürlich immer einen Blick auf das Wetter, das bisher nahezu perfekt mitspielte. Schon der Festzug habe laut Hahn gezeigt, wie sehr die Menschen „darauf gewartet haben“. Gerade in Zeiten, wo sich vieles immer mehr im Digitalen abspiele, sei es „richtig toll zu sehen, wie begeistert die Menschen hier herkommen“.
Festwirt Hahn: „Der Mix macht es aus“
In beiden Festzelten wird auch am Samstagnachmittag ausgelassen gefeiert. Hendl, Brezen und Käse oder Krustenbraten zum Festbier sind die Dauerbrenner. „Das gehört dazu und läuft konstant“, betont Hahn. Doch auch vegan scheint mehr und mehr Anhänger zu finden, selbst auf der Dult – längst gibt es deshalb Schnitzel oder Bratwurst als fleischlose Alternative, wenngleich das noch „nur ein Randprodukt ist“, so Glöckl. „Der Mix macht es aus“, betont sein Festwirts-Kollege dazu.
Das Angebot scheint zu stimmen: Ab dem späten Nachmittag sind freie Plätze in den Zelten Mangelware. Vor den Fahrgeschäften bilden sich Menschentrauben, um einen Platz in Attraktionen wie „Circus Circus“, „Top Spin“ oder „XXL Racer“, der in mehr als 50 Metern Höhe mit den besten Blick über die Domstadt bietet, während unten die Gäste die Plätze tauschen.
Einzig der „Predator“ macht am Samstag eine Zwangspause – „klitzekleine Ursache, große Wirkung“, sagt Betreiber Willy Kaiser auf Nachfrage. Er verbringt die ganze Nacht am Steuer seines Autos, um das 3,50-Euro-Bauteil in Nordrhein-Westfalen zu besorgen. Am Sonntag läuft das Geschäft dann auch wieder.
„Wir sind sehr zufrieden“, lobt Janida Schneider vor allem das Publikum. „Da macht es doppelt so viel Spaß.“ Den Schneiders gehört „Pirates Adventure“, eine auch für kleinere Kinder geeignete „Geisterbahn“, die mehr auf Simulation statt Gruselfaktor setzt. Die Piratencrew (eigens engagierte Schauspieler, die das Motto der Dult unter die Leute bringen) kommt bei den Besuchern gut an – Jack Sparrow & Co. waren auch beim großen Festzug am Donnerstag mit von der Partie und sind für Selfies ein gefragtes Highlight in diesem Jahr.
Das sagt auch Dult-Urgestein Walter Metzger, der seit 40 Jahren auf der Warendult vertreten ist. Trotz neuer Öffnungszeiten (bis 21 statt 22 Uhr) sehe er keinen Unterschied: „Unsere Kunden finden seit Jahrzehnten immer zu uns.“ Besonders hebt Metzger das von der Stadt erstmals aufgelegte Wimmelbuch hervor – passend zum Kinderkarussell, „direkt neben dem kleinen Kaffee“, auf der Warendult. „Es ist unglaublich toll, dass Tausende so friedlich und schön feiern können.“
Vorfall mit Pfefferspray in Festzelt
Nur am Freitag ist es in einem Zelt zu einem Vorfall gekommen. Wie Festwirt Michael Hahn bestätigt, „muss wohl Pfefferspray versprüht worden sein“ – man habe sofort Dachfenster und Cabrioplanen geöffnet. „Binnen einer Minute war das verflogen“, sagt er. Besucher hatten über Reizhusten und Nasenbrennen geklagt. „Es wurde gut durchgelüftet und dann ging es ganz normal weiter“, erzählt eine Augenzeugin der Mittelbayerischen. Die Polizei fasst das erste Wochenende als „ganz normale Dult“ zusammen, mit „den typischen Delikten“.
Gefeiert haben in den ersten Tagen Zehntausende „sehr harmonisch“, sagt Festwirt Hahn. Trotz rappelvoller Zelte gebe es „keine Aggressionen“. So wie mit Blick auf das Wetter „können wir nur wünschen, dass es so bleibt“. Vereine und auch Firmen sorgten in den nächsten Tagen für gute Reservierungen, dazu lockten Senioren- und Familientage. Für einen Vergleich mit dem vergangenen Jahr sei es laut Hahn jetzt noch zu früh. „Die Stimmung im Mai ist immer hervorragend – die Leute wollen raus.“















