Oberbank stellt Bargeldgeschäfte ein: Das sagt die Konkurrenz aus der Region dazu

Von Alexander Kain, Christian Eckl · 4. September 2025 um 05:00

Die Oberbank – hier die Filiale in der Bahnhofstraße in Regensburg – hat den Bargeldverkehr in allen ihren Geschäftsstellen in Deutschland eingestellt. Bei der Konkurrenz wundert man sich darüber, sagt aber auch, digitaler Zahlungsverkehr werde wichtiger. - Foto: Eckl

Die Oberbank aus Österreich betreibt zahlreiche Filialen in Bayern, unter anderem auch in Passau, Ingolstadt und Regensburg. Jetzt sorgte die Ankündigung für Aufsehen, aus dem Bargeldgeschäft auszusteigen. Kreditinstitute und Banken aus der Region indes sagen: Wir bleiben beim Bargeld. Das sind die Gründe.

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Die Oberbank spricht von einer „strategischen Weiterentwicklung“, mit der man auf das „geänderte Kundenverhalten“ reagiere. „Wir verzeichnen seit Jahren einen starken Rückgang von Bargeldtransaktionen, einfache Bankdienstleistungen erledigen unsere Kundinnen und Kunden fast ausschließlich digital“, so eine Sprecherin der Oberbank. Was zunehme, sei indes „das Bedürfnis nach Beratung“, wo man nun den Schwerpunkt setze. „Unser klarer Fokus in Deutschland richtet sich auf das Firmenkundengeschäft und das Private Banking. Der Bargeldverkehr wird daher in allen Oberbank Geschäftsstellen in Deutschland eingestellt“, so die Sprecherin. In Österreich sei man hingegen, anderes als in Deutschland, eine Universalbank. „Hier sind wir im Firmenkundengeschäft, im Private Banking und im Privatkundengeschäft tätig. Eine Einstellung des Bargeldverkehrs ist nicht geplant.“

Kein Bargeld bei der Oberbank: Konkurrenz macht es anders

Bei anderen Banken der Region denkt man gar nicht daran, das Bargeldgeschäft einzustellen. „Für unser Haus ist es wichtig, die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden zu erfüllen. Das gilt auch für Bargeldgeschäfte“, sagt Irene Dullinger, Vorstandsvorsitzende der Regensburger Sparkasse auf Anfrage der Mediengruppe Bayern. Neben den Geschäftsstellen und SB-Centern betreibt die Sparkasse entsprechend auch ein flächendeckendes Automatennetz: Aktuell sind es über 80 Geldautomaten in Stadt und Landkreis Regensburg. „Anpassungen nehmen wir nur dann vor, wenn sich das Kundenverhalten ändern würde“, sagt Dullinger. „In der Vergangenheit war es gelegentlich sogar so, dass wir gerne weitere Automaten aufgestellt hätten, was aber aufgrund verunsicherter Vermieter nicht immer möglich war.“ Sprecherin Dr. Margot Scheffold fügt an: „Wir als Sparkasse teilen den auch von Verbraucherschützern hochgehaltenen Leitwert eines Rechts auf analoges Leben.“ Es gebe zwar nachweislich immer mehr Menschen, die viel im Netz unterwegs sind, „aber eben auch ältere und digital weniger affine Menschen“.

Das sieht man auch bei den Sparda-Banken so. „Die einzelnen Sparda-Banken sind rechtlich und wirtschaftlich eigenständige Institute“, erklärt Sonja Ingert vom Verband der Sparda-Banken. Als genossenschaftliche Bankengruppe sei ihnen die Bargeldversorgung der Kunden sehr wichtig. Einschränkungen oder gar eine Einstellung dieses Angebots plane man nicht. Im Gegenteil, so Ingert: „Sparda-Kunden können innerhalb der Cashpool-Gruppe, in denen neben den Sparda-Banken beispielsweise auch die Targobank und die Santander Consumer Bank organisiert sind – an rund 2800 Automaten kostenfrei Geld abheben.“ Für eine noch bessere Flächenabdeckung seien die Institute zudem im Bankcard Servicenetz aktiv. Damit, sagt sie, hätten die Kunden „uneingeschränkten Zugang zu den Geldausgabeautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken.“

Digitalisierung im Zahlungsverkehr schreitet voran

„Bargeld spielt im täglichen Gebrauch unserer Kundinnen und Kunden weiterhin eine wichtige Rolle“, sagt eine Sprecherin der Commerzbank. Mit dem aktuellen Netz an Filialen und Geldautomaten sehe man sich gut aufgestellt, Änderungen des Angebots seien derzeit nicht geplant. Zugleich unterstütze die Bank ihre Kundinnen und Kunden bei der Nutzung digitaler Zahlungsmittel wie Debit- und Kreditkarten sowie Mobile-Wallets. „Zusätzlich bieten wir mit der Commerz Globalpay GmbH moderne digitale Bezahlprodukte für Unternehmerkunden an“, so die Sprecherin.

Die Smartphone-basierte App „GP tom“ ermögliche zum Beispiel Zahlungen mobil und ohne zusätzliches Kartenlesegerät – etwa für Wochenmärkte und kleinere Geschäfte. Sie weist aber auch darauf hin, dass durch die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Nutzung elektronischer Zahlungsmittel der Gebrauch von Bargeld grundsätzlich abnehme. „Im europäischen Vergleich verläuft die Verschiebung zu digitalen Zahlungsmitteln in Deutschland aber teilweise langsamer.“ In manchen Situationen, räumt sie ein, sei Bargeld nach wie vor die einzige akzeptierte Zahlungsmethode.

Für uns als Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf eG ist es von großer Bedeutung, den Menschen in der Region weiterhin bei der Bargeldversorgung zur Seite zu stehen

Mathias Semmelmann, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf

„Für uns als Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf eG ist es von großer Bedeutung, den Menschen in der Region weiterhin bei der Bargeldversorgung zur Seite zu stehen“, sagt Mathias Semmelmann, Vorstandsmitglied der Bank. Bargeld sei nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Zahlungsverkehrs, und man wolle sicherstellen, dass diese Bedürfnisse auch in Zukunft erfüllt werden. „Überlegungen, die Bargeldversorgung an unseren Standorten einzustellen, gibt es ausdrücklich nicht.“

„Verändertes Verhalten“

Dass andere Institute ihre Automaten abbauen oder Standorte aufgeben, sei vermutlich durch wirtschaftliche und logistische Gründe sowie ein verändertes Kundenverhalten bedingt, erklärt Semmelmann. Für seine Bank gelte aber ein anderer Ansatz: „Dennoch glauben wir als Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf eG, dass es wichtig ist, eine Balance zu finden und den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.“