Bar-Zahlung abgeschafft: In der Regensburger Donau-Arena kann man nur noch mit Karte zahlen

Von Benedikt Baumgartner · 1. September 2025 um 19:00

Die Sommerpause ist jedes Jahr ein kleiner Neuanfang für den EVR. Eisbären-Fans können sich auf neue Spieler und neue Ideen auf dem Eis freuen. Eine einschneidende Umstellung wartet auf Besucher der Donau-Arena abseits des Eisfläche an den Verpflegungsständen, nicht nur bei Eisbären-Heimspielen, sondern auch bei Konzerten: Bezahlen ist in der Arena künftig nur noch bargeldlos möglich.

Video ansehen

In einer Pressemitteilung teilt das Stadtwerk, das für den Betrieb der Donau-Arena verantwortlich ist, die Neuerung ab dem ersten Heimspiel in der Saisonvorbereitung am 13. September mit: Besucher der Donau-Arena können an den Kiosken bei Eishockeyspielen, Konzerten und Shows „ausschließlich ohne Bargeld bezahlen“. Möglich ist das Zahlen nur noch mit Girokarte, Visa- oder Mastercard sowie über das Smartphone.

„Deutlich schneller, weil Wechselgeldrückgabe entfällt“

„Wir vereinfachen so nicht nur den Verkaufsvorgang, sondern der Service wird auch deutlich schneller, weil die Wechselgeldrückgabe entfällt“, wird Betriebsleiter Peter Lautenschlager in der Stadtwerk-Meldung zitiert. „Das ist gerade kurz vor einem Spiel oder vor den Veranstaltungen beziehungsweise in den Pausen wichtig, damit die Gäste schnell ihr Getränk oder ihren Snack bekommen.“ Ein Bezahlen mit Bargeld sei nur noch beim öffentlichen Eislauf im „Eis-Engel“ möglich. Das neue, bargeldlose System sei ein Gemeinschaftsprojekt des Stadtwerks und des Caterers Party-Engel.

Bislang war in der Donau-Arena ausschließlich Bar-Zahlung möglich. Nun erfolgt die radikale Wende hin zur reinen Kartenzahlung. EVR-Geschäftsführer Christian Sommerer sagt auf MZ-Nachfrage, dass der Eishockeyverein nicht in die Entscheidung involviert gewesen sei. Das Catering ist in der Arena komplett ausgelagert. „Privat finde ich das gut und praktisch“, sagt Sommerer. Mit der bargeldlosen Zahlung stecke man hierzulande im Vergleich etwa zu skandinavischen Ländern „eh noch in der Steinzeit“. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass eine solche Umstellung immer eine gewisse Zeit benötige, um akzeptiert zu werden.

EVR-Fans diskutieren Für und Wider

Bei Eisbären-Fans fällt eine erste Bewertung des Systemwechsels recht konträr aus. Zu den beiden erwartbaren Fraktionen in der Diskussion – die eine hält die Umstellung für lange überfällig, die andere verweist etwa auf Kinder, die keine Giro-Karten haben – gesellt sich ein dritter Standpunkt: Einige Fans üben sich in der Donau-Arena in Konsum-Verzicht aus Unzufriedenheit mit dem Catering-Unternehmen und ermuntern andere Stadiongänger, es ihnen gleich zu tun.

Wenn ich da an meine Oma denke, die ist mit dem ganzen Bargeldlosen nicht so fit.

Julia Landsmann, EVR-Fanbeauftragte

Das Für und Wider der Umstellung betont auch Julia Landsmann, Fanbeauftragte beim EVR. Einerseits habe man es oft nicht geschafft, sich in der Drittelpause mit frischen Getränke einzudecken. Jüngere Fans seien ganz froh, wenn sie nun kein Bargeld mehr brauchen. Man dürfe aber die ältere Generation, die seit 40, 50 Jahren zum EVR kommt, nicht vergessen. „Wenn ich da an meine Oma denke, die ist mit dem ganzen Bargeldlosen nicht so fit“, sagt Landsmann.

Power-Concerts-Chef Arthur Theisinger veranstaltet in der Donau-Arena regelmäßig Konzerte. Auch er hätte sich ein zweigleisiges System von Bargeld- und Kartenzahlung an den Kiosken gewünscht. „Da ich auch alles bar zahle, bin ich selbst betroffen“, sagt er. In seinem Umfeld stimme der Spruch „Nur Bares ist Wahres“ auf jeden Fall noch. Er bezweifelt auch, dass der Service schneller ablaufe, wenn nur noch mit Karte gezahlt werden kann. „Das hemmt meiner Meinung nach den Verkaufsfluss“, berichtet Theisinger, der bei anderen Konzert-Locations selbst das Catering organisiert.

Im Jahnstadion geht beides

Im Jahnstadion, das ebenfalls vom Stadtwerk betrieben wird, funktioniert das zweigleisige System, wie Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk auf MZ-Anfrage bestätigt: An jedem der Kioske finden sich separat ausgeschilderte Kassen, an denen es möglich ist, mit Bargeld zu bezahlen. „Im Jahnstadion sind die Kioske deutlich größer. In der Donau-Arena könnte man solche Bargeld-Spuren nicht einführen“, erläutert Gottschalk. Eine räumliche Trennung der Bezahlarten sei aber nötig, da man den Bezahlvorgang beschleunigen möchte. „Wenn wir eine Mischform machen, haben wir ja nichts gewonnen.“ An den Donauarea-Kiosken sei die Umstellung allein auf bargeldlose Zahlung daher alternativlos gewesen.

Trotzdem müssen Eisbären- und Bargeld-Fans bei EVR-Heimspielen nicht ganz auf Münzen und Scheine verzichten. Der Verein betreibt selbst eine Fanzone vor der Donau-Arena. „Da ist beides möglich“, sagt EVR-Chef Sommerer. Und das wird auch so bleiben.