Zoff um Catering in der Donau-Arena: Hält der Burgfrieden nun fünf Jahre?

Im Sommer tobte ein wilder Streit rund um das Catering in der Donau-Arena. Von Schikane war die Rede. Es wurde eine Kündigung des Vertrags gefordert und Abmahnungen in den Raum gestellt. Sogar im Regensburger Stadtrat wurde die Angelegenheit diskutiert. Nun hat sich die Situation aber offenbar beruhigt.
In Regensburg haben Debatten übers Hallen- oder Stadion-Catering mittlerweile gewisse Tradition. Auch im Jahnstadion gab es vor ein paar Jahren eine sehr emotionale Debatte um die Verkostung. Der SSV Jahn hatte sich mit dem damaligen Caterer völlig überworfen. Nach dem Auslaufen des Vertrages zog dieser bei der Neuvergabe dann auch den Kürzeren.
Dasselbe Unternehmen
Kurioser Weise war es mit dem Regensburger Unternehmen Party-Engel zuletzt in der Donau-Arena derselbe Caterer, wie einst im Jahnstadion, der sich nun mit der Führung der Regensburger Eisbären zerstritt. Eisbären-Vorstand Christian Volkmer hatte im Sommer gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung seiner Wut freien Lauf gelassen: „Wir sind mit Abstand der größte Mieter der Arena und bringen regelmäßig 5000 Leute in die Halle. Aber der Caterer arbeitet nur gegen uns und schikaniert uns.“
Die Regensburger CSU-Stadtratsfraktion machte daraus sogar ein lokalpolitisches Thema. Sie teilte mit, dass die Eisbären ihrer Ansicht nach rund um die Spiele unbedingt mehr als wie bisher von den Catering-Konditionen in der Donau-Arena profitieren sollten. Sie forderte das Stadtwerk, welches die Donau-Arena betreibt, deswegen auf, den bis 2029 laufenden Vertrag mit dem Catering-Unternehmen zu prüfen. Und falls möglich zu kündigen.
Ein Vertreter des Party-Engels wiederum zeigte sich gegenüber der Mittelbayerischen „verwundert und verwirrt über den Antrag der CSU“. Die Pachtzahlungen an das Stadtwerk würden „einen wichtigen Teil zur Finanzierung der mit Steuermitteln erstellten Donau-Arena darstellen“, sagte er. Eine Übertragung der Catering-Einnahmen an die Eisbären-GmbH wäre aus seiner Sicht eine erhebliche Minderung der Wirtschaftlichkeit der Halle, die dem Steuerzahler seiner Meinung nach nicht vermittelbar sei.
Vertrag wurde geprüft
Der Vertrag wurde nach Angaben von Stadtverwaltung und Stadtwerk damals in der Tat geprüft. Ergebnis: Er kann nicht gekündigt werden. Die CSU wollte das wiederum nicht einfach so hinnehmen. „Wir geben uns nicht damit zufrieden, dass der Caterer bleibt. Wir müssen die Versäumnisse regelmäßig abmahnen“, forderte Stadträtin Dagmar Schmidl. So könnte sich die Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung ergeben. Nun ist seitdem aber fast ein halbes Jahr vergangen. Abmahnungen hat die Regensburger CSU bislang keine verschickt, wie Schmidl auf Nachfrage sagt. Dies sei aber auch nie die Absicht der Partei oder des Stadtrats gewesen, erläutert sie. Ihre Aussage in der Ausschusssitzung sei vielmehr ein Appell an das Stadtwerk gewesen, mögliche Versäumnisse des Pächters zu dokumentieren und gegebenenfalls konsequent zu sanktionieren. CSU-Fraktionschef Michael Lehner weist auf Nachfrage auch den Vorwurf zurück, dass sich die Partei hier lokalpolitisch auf Kosten eines ansässigen Unternehmens profilieren habe wollen. Die Angelegenheit habe „der ganze Stadtrat so gesehen, das war nicht alleine unser Thema“, sagt er. Ein Gastronom müsse sich Kritik stellen können, findet er: „Wenn in einem Wirtshaus der Service schlecht ist, steht das am nächsten Tag auch im Internet.“ Zur Situation in der Donau-Arena habe er selbst zwar keine eigenen Erfahrungen gemacht, „ich gebe hier aber eben weiter, was die Leute mir sagen“.
Es gab wohl Gespräche
Dass die Stimmung zwischen allen Beteiligten durch die öffentliche politische Debatte darüber noch vergifteter werden hätte können, dürfe kein Ausschlusskriterium für Kritik sein, findet er: „Man kann doch nicht sagen, wir halten die Klappe und sagen nichts, nur damit am Ende niemand beleidigt ist.“ Und offenbar scheinen sich zuletzt im Gegenteil Eisbären und Caterer sogar auf eine fortan wohl zumindest professionelle Zusammenarbeit geeinigt zu haben. Lehner erzählt, dass es seinen Informationen nach gemeinsame Gespräche gegeben habe. Dass dort ein Burgfrieden beschlossen wurde, lässt die jüngste Aussage von Eisbären-Chef Volkmer vermuten. Er sagte der Mittelbayerischen nun: „Beim Catering ist es, wie es ist. Der Vertrag geht bis 2029. Das ist auch juristisch geklärt. Es geht jetzt nur darum, so gut wie möglich zusammenzuarbeiten.“ Ob das Catering-Unternehmen dies genauso sieht, bleibt derweil unklar. Der Party-Engel reagierte auf mehrfache Anfrage nicht.