Donau-Arena: Regensburger CSU setzt weiterhin auf den Rauswurf des Caterers

Von Rainer Wendl · 19. Juli 2024 um 19:00

Am Donnerstag waren die Eisbären und ihre Bedingungen in der Donau-Arena ein ausgiebiges Thema im Regensburger Stadtrat. Am Ende konnten sie weitgehend zufrieden sein – aber nicht ganz.

Zuhörer-Tribüne im Sitzungssaal des Neuen Rathauses statt Nordkurve in der Donau-Arena: Knapp 20 Eisbären-Fans hatten sich am Donnerstagnachmittag auf ungewohntes Terrain gewagt, um im Verwaltungsausschuss eine Debatte über die Nutzungs- und Versorgungsmodalitäten in der Donau-Arena zu verfolgen.

Das zeitliche Ausmaß erinnerte durchaus an ein Eishockeyspiel mit reichlich Overtime, inklusive einer nichtöffentlichen Phase dauerte die Sitzung satte fünf Stunden. Am Ende waren zwar nicht alle Wünsche der Eisbären erfüllt, aber es gab ein weitreichendes Entgegenkommen der Stadträte – vergleichbar mit einem Sieg nach Penaltyschießen, der nicht alle drei, aber immerhin zwei Punkte bringt.

Wie bereits berichtet, war es ein Antrag der CSU-Fraktion, der die Eisbären zum Thema im Verwaltungsausschuss machte. Unter der Überschrift „Eissport-Standort Regensburg stärken!“ wurde unter anderem gefordert, die Donau-Arena fit für die höchste Liga zu machen, zusätzliche VIP-Bereiche zu schaffen, den Vertrag mit dem Caterer zu kündigen und die zusätzliche Eiszeit im Juli dauerhaft zu sichern.

OB verwundert über CSU

„Ein erstaunlicher Antrag“, stellte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) zu Beginn der Diskussion spöttisch fest und betonte, dass die CSU in vier Jahren Koalitionsmitgliedschaft über all diese Punkte „engmaschig informiert“ worden sei.

Zum Beispiel darüber, dass die Planungen für einen Anbau längst liefen und eine Beendigung des Catering-Vertrags nicht möglich sei. Zum Thema „Eiszeit im Juli“ sagte sie mit Blick auf Astrid Freudenstein (CSU): „Da sitzt die Sport-Bürgermeisterin, die das jederzeit im Haushalt einplanen kann.“

Der laufende Vertrag spricht dagegen

Für Furore in der Öffentlichkeit hatte vor allem der geforderte Rausschmiss des Caterers gesorgt. Weil der bestehende Vertrag den Eisbären keine Einnahme-Möglichkeiten bietet und immer wieder Kritik an der Qualität von Speisen und Service laut wird, gäbe es dafür auch im Stadtrat Zustimmung – doch der bis 2029 laufende Kontrakt spricht dagegen.

Neben der OB und Stadtwerk-Chef Manfred Koller stellte das auch Wirtschafts- und Finanzreferent Georg Stephan Barfuß klar. Sein Statement „Wir kommen aus dem Vertrag nicht raus“ konterte CSU-Stadträtin Dagmar Schmidl mit der Ansage: „Wir geben uns nicht damit zufrieden, dass der Caterer bleibt. Wir müssen die Versäumnisse regelmäßig abmahnen!“ So könnte sich die Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung ergeben.

Apropos Barfuß: Der Referent überraschte etliche Stadträte mit einem eigenen Änderungsantrag, der am Ende des langen Sitzungsabends nach einigen kleinen, von der CSU veranlassten Modifizierungen einstimmig angenommen wurde. Er enthält die Beschleunigung des Arena-Anbaus um ein Jahr, bereits Ende 2025 sollen die Planungen, für die 600000 Euro zur bereitgestellt werden, abgeschlossen sein.

„DEL2-Mietspiegel“ kommt

Parallel wird in Abstimmung mit den Eisbären an einem Businessplan inklusive Betriebsmodell gearbeitet. Und: Eisbären und Stadtwerk erstellen einen „DEL2-Mietspiegel“, um zu eruieren, was die Ligakonkurrenten für ihre Hallen zahlen und wie eine für die Eisbären entlastende und zugleich fürs Stadtwerk wirtschaftliche Lösung aussehen kann.

Zuvor hatten es Maltz-Schwarzfischer und Koller nicht versäumt, auf das bereits in der Vergangenheit von Stadt und Stadtwerk geleistete Entgegenkommen für die Eisbären hinzuweisen. Dazu gehören Schuldenerlässe, der Verzicht auf Zahlungen zum Ausgleich des Betriebsdefizits der Arena, die Ermöglichung der Fan-Zone außerhalb der Halle, die Co-Finanzierung einer Trainerstelle und nicht zuletzt das Sponsoring von Stadtwerk, Rewag und Sparkasse.

Für Brücke-Fraktionschef Joachim Wolbergs war das ein willkommenes Stichwort. Weil die Sparkasse seit der Zinswende stattliche Gewinne erziele, sei sie nun verstärkt als Sponsor in der Pflicht: „Die müssen jetzt richtig in die Tasche greifen, nicht nur 100.000 Euro.“