Donau-Arena in Regensburg: Wechsel des Caterers trotz laufenden Vertrags?

Von Rainer Wendl · 11. Juli 2024 um 05:00

Die Regensburger CSU drängt auf einen Wechsel des Caterings in der Donau-Arena. Das betroffene Unternehmen zeigt sich überrascht.

Mit einem Antrag zur Donau-Arena hat in der vergangenen Woche die CSU-Stadtratsfraktion überrascht. Inhalt war neben dem Wunsch nach einem erstligatauglichen Ausbau der 25 Jahre alten Sportstätte auch die Forderung, den bestehenden Vertrag mit dem Caterer der Arena zu beenden. Dieser Vorstoß birgt reichlich Brisanz und ist weitaus mehr als ein bisschen Theaterdonner in der eishockeylosen Zeit.

Denn nun ist ganz offiziell ein Thema zum Politikum geworden, das die Eisbären-GmbH seit Jahren beklagt: Die Konditionen des Cateringvertrags sind aus ihrer Sicht katastrophal. „Das Catering für die Donau-Arena ist leider dauerhaft an ein Unternehmen vergeben worden, so dass dem Club dringend notwendige Einnahmen fehlen“, hat die CSU dieses Problem in ihrem Antrag aufgegriffen.

Bindung bis ins Jahr 2029

Dass die Beendigung dieses Vertrags von der größten Gruppierung im Stadtrat nun als zwingende Konsequenz beschrieben wird, hat auch das Fan-Lager aufhorchen lassen. „Schafft sie endlich raus aus der Arena“, lautet einer von mehreren zustimmenden Kommentaren im Eisbären-Forum.

In derselben Diskussion gibt es allerdings auch kritische Stimmen. Diese ziehen in Zweifel, dass das bestehende Vertragsverhältnis mit dem Catering-Unternehmen Party-Engel zeitnah gelöst werden kann. „Der Antrag der CSU ist eine lokalpolitische Aktion, die zunächst mit der Umsetzbarkeit nichts zu tun hat“, meint ein Forumsteilnehmer.

Vertrag läuft noch bis 2029

Wie Martin Gottschalk, der Sprecher des Arena-Betreibers Stadtwerk, bestätigt, gibt es mit dem langjährigen Caterer noch einen gültigen Vertrag bis 2029. Ist die CSU-Initiative also eine Luftnummer, aus der erst in fünf Jahren eine konkrete Maßnahme werden kann?

Fraktionschef Michael Lehner bestreitet dies: „Wir bleiben an dem Thema jetzt dran, weil es ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Eisbären so unterfinanziert sind.“ Die lange Restlaufzeit des Vertrags soll kein Hindernis sein. „Ganz abgesehen davon, dass ich so eine langfristige Bindung für Wahnsinn halte, gilt es jetzt zu prüfen, ob man da nicht doch was machen kann. Das auszuloten, ist Aufgabe der Verwaltung“, sagt Lehner.

„Seit Jahren ein Thema“

Seine Parteifreundin, Sport-Bürgermeisterin Astrid Freudenstein, pflichtet ihm bei. Weil der Vertrag die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Eisbären einschränke, sei eine formale Befassung des Stadtrats damit angezeigt.„Das ist ja seit Jahren ein Thema, ohne dass irgendetwas vorwärts gegangen wäre.“ Lehner betont, dass sich der Vorstoß nicht persönlich gegen den Caterer richte – es handle sich lediglich um eine Reaktion auf ein seit langer Zeit vorgetragenes Ansinnen der Eisbären.

Daniel Berr, Geschäftsführer vom Party-Engel, kann dies freilich nicht nachvollziehen: „Wir sind verwundert und verwirrt über den Antrag der CSU“, sagt er und verweist auf die Rechtsgültigkeit des Vertrags zwischen seinem Unternehmen und dem Stadtwerk.

Eisbären versus Party-Engel

Zudem fühle er sich der Stadt und dem Steuerzahler verpflichtet. „Unsere Pachtzahlungen stellen einen wichtigen Teil zur Finanzierung der mit Steuermitteln erstellten Donau-Arena dar“, so Berr. Eine Übertragung der Catering-Einnahmen an die Eisbären-GmbH wäre aus seiner Sicht eine erhebliche Minderung der Wirtschaftlichkeit der Halle, die dem Steuerzahler nicht vermittelbar sei.

Christian Volkmer hingegen atmet auf. Der Hauptgesellschafter der Eisbären-GmbH steht nicht nur mit seinem Privatvermögen für die Einnahmeverluste ein, er ist auch merklich genervt vom Caterer. „Wir sind mit Abstand der größte Mieter der Arena, wir bringen regelmäßig 5000 Leute in die Halle. Aber der Caterer arbeitet nur gegen uns und schikaniert uns“, fasst er seinen Ärger nach einem 15-minütigen Monolog zusammen.

Kein konstruktives Miteinander möglich

Nicht nur aus Eisbären-Sicht sei kein konstruktives Miteinander mit dem Caterer möglich – auch das Publikum sei unzufrieden, wenn beispielsweise bei einem Spiel mit Blocktrennung kein Kiosk für Auswärtsfans geöffnet werde. Zudem stimme das Preis-/Leistungsverhältnis beim Party-Engel generell nicht, so Volkmer.

Weil er die Beendigung des Vertrags als Faktor für die Überlebensfähigkeit der Eisbären sieht, wünscht sich Volkmer, dass der CSU-Antrag auf fruchtbaren Boden fällt und die Stadt notfalls auch eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht scheut: „Man muss jetzt auch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Wir können uns es jedenfalls nicht leisten, noch einmal fünf Jahre zu warten.“