Möbelt Regensburg die Donau-Arena für die Eisbären auf? Jubel und Skepsis nach CSU-Vorstoß

Trotz der Meisterschaft in der 2. Deutschen Eishockey Liga werden die Eisbären kommende Saison nicht in der Spitzenklasse mitmischen. Für die Bewerbung wäre der EVR auf weitere Ertragssäulen und Räume angewiesen. Dafür soll die Stadt sorgen, fordert die CSU.
Konkret will CSU-Fraktions-Chef Michael Lehner mit dem Antrag erreichen, dass die Gastronomie- und Business-Bereiche ertüchtigt werden – und dies schnell. Zügig solle außerdem der Vertrag mit dem Caterer einer Beendigung zugeführt werden. Immerhin sei es die finanzielle Situation der Eisbären, die keinen Aufstieg zugelassen habe. Lehner geht es dabei um mehr Möglichkeiten für die Eisbären, an Heimspieltagen aus eigener Kraft Einnahmen zu generieren. Außerdem fordert er weitere Eiszeiten für das Training im Juli und Berichte im Stadtrat.
Profi-Eishockey oder nicht
„Wir sind sehr erfreut, dass nun endlich ein Antrag gestellt wurde. Es ist höchste Zeit, hier in Regensburg professionelle Rahmenbedingungen für den Eishockeysport zu schaffen“, sagt Christian Sommerer, Geschäftsführer der EVR Eisbären GmbH & Co. KG. Er listet auf, woran es gerade mangelt und wiederholt dabei wesentliche Forderungen aus dem CSU-Antrag. Um Profi-Eishockey in den Ligen 1 bis 3 betreiben zu können, benötige ein Klub vier große Ertragssäulen: Ticketing, VIP- und Businessticketing, Sponsoring sowie Catering.
„Laut DEL2 muss ein Verein zehn Prozent seiner Stadionkapazität als VIP- & Businesstickets verkaufen können, um zu überleben“, erklärt Sommerer. Dieser Anteil liege in Regensburg aber lediglich bei 1,91 Prozent. Wegen des Cateringvertrages erhalte dieser Standort zudem als einziger keine Umsatzbeteiligung bei Heimspielen. Damit seien zwei von vier notwendigen Ertragssäulen nicht gegeben. „Und ohne diese beiden Säulen ist Eishockey ligenunabhängig nicht finanzierbar“, verdeutlicht er. Den Standortnachteil gegenüber allen DEL2-Mitbewerbern beziffert er auf etwa 1,5 Millionen Euro weniger Einnahmen pro Saison, die im Etat fehlen.
Zu lösen wäre das laut Sommerer mit einem modernen und großen Businessbereich, einem zweiten, größeren Athletikraum, Geschäftsstellen- und Lagerräumen. Bei der LED-Bandentechnik gebe es ebenso Nachholbedarf wie bei der seinen Angaben zufolge bereits 2021 zugesagten Flexbande an der Eisfläche, deren Installation sich inzwischen Jahr für Jahr auf 2025 verschoben habe.
Mit welchem Betrag dies zu Buche schlagen würde, weiß Sommerer nicht. Allerdings macht er unmissverständlich klar: „Das muss schnellstmöglich passieren.“ Immerhin weise er bereits seit 2019 auf diese Missstände hin. „Die Stadt Regensburg muss sich entscheiden: Will sie Profi-Eishockey oder nicht?“, stellt der Mann die Gretchenfrage.
Mit was können Sommerer, die Eisbären und ihre Fans jetzt also rechnen? „Die Stadt sowie das Stadtwerk Regensburg mit ihren Beteiligungen haben die Eisbären in den vergangenen Jahren mit einem umfangreichen Unterstützungspaket gestärkt und dazu beigetragen, dass Aufstieg, Klassenerhalt und die Meisterschaft in der zweiten Eishockeyliga möglich wurden“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD). Sie sehe im VIP-Bereich durchaus noch Luft nach oben. Deshalb habe sie das Stadtwerk gebeten, sich intensiv mit dem Thema „Erweiterung des VIP-Bereichs“ auseinanderzusetzen. Zudem verweist sie auf die Mittel für die Planungen im städtischen Haushalt 2025.
Stadtrat wird entscheiden
Martin Gottschalk, Pressesprecher beim Stadtwerk, das die Donau-Arena betreibt, erklärt dazu, dass diese die bisher gültigen Regularien der DEL1 erfüllt. „Allerdings werden diese zurzeit überarbeitet. Wenn die Ergebnisse vorliegen, kann man letztlich erst beurteilen, ob zukünftig für die Zulassung zur 1. Liga in die Arena investiert werden muss“, beschreibt er den Fahrplan. Den gebe es auch für die bauliche Ertüchtigung und zum Ausbau der Business-Bereiche. Das Stadtwerk werde die Planungen vorantreiben. „Auf Basis der dann vorliegenden Kostenberechnung kann der Stadtrat entscheiden, ob dieser Ausbau erfolgt“, sagt er.
Daniel Gaittet, Fraktions-Chef der Grünen, zeigt sich offen dafür, die Eisbären zu unterstützen und die Donau-Arena anzupassen. Es sei wichtig, eine Kultur für Profi-Eishockey zu schaffen. Er verweist aber auch darauf, dass die CSU bis vor kurzem durchaus die Möglichkeit dazu hatte. Immerhin sei die Fraktion Teil der Koalition gewesen, stelle mit Astrid Freudenstein die Sportbürgermeisterin und habe auch Sitze im Aufsichtsrat.
Ist das also ein Schaufensterantrag? „Ja, natürlich“, sagt Joachim Wolbergs (Brücke), der zwar persönlich für das Aufrüsten der Arena ist, sich aber noch mit seiner Fraktion abstimmen muss. Wolbergs bringt ebenfalls die Rolle der Sportbürgermeisterin ins Spiel. Zudem werde der Antrag einmal im Sportausschuss behandelt. „Ich bin gespannt, was passiert“, sagt er.
Freudenstein sagt aber, formal nichts damit zu tun zu haben: „Es handelt sich um eine GmbH, deswegen ist das Thema im Wirtschaftsreferat angesiedelt.“ Lediglich die von der CSU geforderte zusätzliche Eiszeit im Juli betreffe ihren Etat. Auf die Frage, warum der Antrag gerade jetzt kommt, antwortet sie: „Weil wir jetzt wieder Anträge stellen dürfen.“