Oberpfälzer Landkreis gleich bei zwei Fischarten bayernweit ganz vorne dabei

Fans von regionalem Fisch warten oft sehnsüchtig darauf: Der September läutet traditionell die Karpfensaison in Bayern ein. Den beliebten Speisefisch gibt es dann in allen Monaten mit einem „r“ im Namen – also bis April. Knapp ein Drittel der bayerischen Karpfen stammt aus der Oberpfalz, ein Landkreis sticht Statistikern zufolge besonders hervor. In diesem Jahr wird allerdings erneut eine vergleichsweise geringe Fangmenge erwartet.
Wie das bayerische Landwirtschaftsministerium kürzlich mitteilte, kalkulieren die Teichwirte in Bayern mit einer Karpfenmenge von etwa 4000 bis 4500 Tonnen. In früheren Jahren waren laut Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) rund 6000 Tonnen üblich gewesen.
Für die aber nun seit Jahren stagnierenden Erntemengen macht das Landwirtschaftsministerium unter anderem hohe Verluste durch Fischotter, Kormorane und Reiher verantwortlich. Gleichzeitig machten aber auch die Folgen des Klimawandels der Landwirtschaft zu schaffen, heißt es in einer Pressemitteilung. Steigende Temperaturen und der Wassermangel, der immer wieder zu Notabfischungen führe, gefährdeten den Fortbestand der bayerischen Karpfenerzeuger.
Oberpfalz und Mittelfranken sind die Karpfen-Zentren in Bayern
„Unsere Teichwirte stehen unter massivem Druck – und das, obwohl sie ein Paradebeispiel für nachhaltige Lebensmittelproduktion sind“, sagte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU). „Wer heimischen Karpfen kauft, unterstützt nicht nur regionale Wirtschaftskreisläufe, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Erhalt dieser jahrhundertealten Tradition in einer gewachsenen Kulturlandschaft mit außerordentlicher Biodiversität.“

Im Freistaat sind vor allem zwei Regierungsbezirke die Zentren der Karpfenzucht: die Oberpfalz und Mittelfranken. Nach Daten der LfL erwirtschaften in Bayern etwa 5500 Teichwirte eine Fläche von rund 20.000 Hektar. Sie seien für etwa 50 Prozent der gesamtdeutschen Karpfenproduktion verantwortlich. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik in dieser Woche mitteilte, waren 2024 fast 35 Prozent der Speisefische aus dem Freistaat Karpfen. Die Regenbogenforelle auf Platz 2 kommt demnach nur auf einen Anteil von etwa 27 Prozent.
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Allerdings liegen die vom Statistikamt angegebenen Mengen deutlich unter denen der LfL: Für das vergangene Jahr wurden lediglich 1715 Tonnen Karpfen erfasst. Der Grund für diese Diskrepanz liegt darin, dass im offiziellen Statistikbericht nur sogenannte Aquakulturbetrieben ab einer bestimmten Größe berücksichtigt werden. Viele Karpfenteiche befinden sich jedoch im Besitz von Privatpersonen oder Vereinen und müssen ihre Ertragsmengen nicht an das in Fürth ansässige Amt melden.
Karpfen und Regenbogenforellen: Tirschenreuth bayernweit auf Platz 2
Aber auch aus dem Bericht der fränkischen Statistiker geht hervor, dass die Karpfenmenge in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist – seit 2015 um 10,6 Prozent. 2024 habe es nun aber einen leichten Anstieg um etwa 3,3 Prozent beziehungsweise 55 Tonnen gegeben, heißt es in einer Mitteilung.
Demnach stammen rund die Hälfte der in Bayern erzeugten Karpfen aus Mittelfranken. Ein knappes Drittel kommt aus der Oberpfalz. Besonders der Kreis Tirschenreuth sticht in der Region hervor. Nach dem mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt wurden dort im vergangenen Jahr bayernweit die zweitmeisten Karpfen erzeugt. Auch bei den Regenbogenforellen liegen die Nordoberpfälzer nach dem Kreis Unterallgäu auf Platz 2.