Rötzer Trinkwasser wird teurer werden – Klimawandel macht die Versorgung schwieriger

Von Hans Schmelber · 5. September 2025 um 11:00

Zur Bürgerversammlung auf die Zuschauertribüne im Sportstadion des FC Rötz hat Bürgermeister Dr. Stefan Spindler eingeladen . Das bereitete einigen Unbehagen. So mancher fragte sich, warum so eine Location open air und noch dazu so früh im Jahr. Spindler begründete Letzteres mit den 2026 stattfindenden Kommunalwahlen, die viel Vorarbeit benötigen würden.

Der Rötzer Bürgermeister startete eine fast einstündige Information über das, was in den vergangenen Monaten alles erledigt wurde, was zurzeit alles gemacht wird und über das, was alles noch zu tun ist.

Er begann mit den Baumaßnahmen. Im Feuerwehrgerätehaus (FGH) Rötz finden noch Restarbeiten statt, die allerdings bis Ende Oktober erledigt sein sollen. Die Kosten wurden im Großen und Ganzen eingehalten. Spindler bedankte sich hier bei der Feuerwehr Rötz für die Geduld und Mitarbeit.

Eigener Strom am Hallenbad

Saniert wurde auch die Sudeten- und Schlesierstraße mit Kanal und Wasserleitung. Hier soll alles bis November fertiggestellt sein. Spindler dankte an dieser Stelle den Maltesern für ihre Geduld trotz des vielen Schmutzes und Lärms, den die Baustelle mit sich bringt.

Im Bereich der Energieversorgung wurden PV-Anlagen erstellt auf dem Hallenbaddach, dem Feuerwehrgerätehaus, auf dem Kläranlagen Nebengebäude mit insgesamt fast 150 kWp (Kilowatt Peak). Erneuert wurde auch das Dach des Handwerksmuseums.

Als Problembereich stellt sich die Trinkwasserversorgung dar. Das merkte man beim Bau der Verlegung der Hauptwasserleitung zum Hochbehälter Rötz im Zuge des Neubaus der Staatsstraße 2150 nach Neukirchen-Balbini, weil da die Hauptleitung direkt neben der Straße verlief und die Verlegung gut 100 000 Euro kostete. In Sachen Trinkwasser hat die Stadt Rötz deshalb eine Info-Broschüre erstellt mit der Überschrift „Wasser ist Leben“. Darin steht neben einem Vorwort des Bürgermeisters alles über die Wasserversorgung Rötz, der Heinrichkirchner Gruppe, der Wasserversorgung Hillstett sowie der Wasserversorgung Steegen.

„Aufgrund des Klimawandels sowie des damit einhergehenden Rückgangs von Quellschüttungen und Absinkens des Grundwasserspiegels wird die flächendeckende Versorgung mit Trinkwasser aber immer schwieriger. Deshalb arbeiten wir intensiv an der Sicherung der Trinkwasserversorgung für alle Burgerinnen und Burger von Rötz. Mit Georg Reitinger und Markus Riederer hat der Stadtrat erstmals zwei Wasserbeauftragte, die sich schwerpunktmäßig mit diesem zentralen Thema der Daseinsvorsorge beschäftigen, ernannt“, schreibt Spindler in der Broschüre. „Die Bereitstellung von Trinkwasser auf dem Gemeindegebiet von Rötz erfolgt durch mehrere Versorger: Unter der Trägerschaft der Stadt Rötz werden die Wasserversorgungen Rötz, Heinrichskirchner Gruppe, Hillstett und Steegen betrieben. Hinzu kommen die Kreiswerke Cham als Lieferant für die Ortschaften Bernried, Kleinenzenried, Marketsried und Meigelsried und der Zweckverband zur Wasserversorgung der Chamer Gruppe für Schatzendorf. Die Ortsteile Katzelsried und Schellhof kümmern sich eigenständig um ihre Wasserversorgungen.“

Hillstett ist neu aufgestellt und hat künftig eine hauptamtliche Betreuung. Sanierungsbedarf war angesagt nach einem Bericht des Gesundheitsamtes. Auf die Hillstetter kommen nach einer neuen Gebührenkalkulation höhere Kosten ins Spiel. Die Wasserversorgung Heinrichskirchen ist nach der Erschließung einer neuen Quelle Mitte August an die Trinkwasserversorgung angeschlossen worden und steht nach Restarbeiten kurz vor der Einweihung, die am 21. September mit einem Tag der offenen Türe gefeiert wird.

Gebühren für Abwasser werden sich erhöhen

Ein Thema ist auch die Abwasserbeseitigung. In Betrieb sind die Kläranlagen Rötz, Schatzendorf, Pillmersried und Bernried. In Rötz erfolgt die Sanierung des Bestandsgebäudes. Schatzendorf ist zu knapp bemessen und soll demnächst ertüchtigt werden. Bei Pillmersried ist die Wasserrechtserlaubnis Ende 2024 abgelaufen, wurde aber verlängert bis 2029. Erhöhen werden sich im Bereich Abwasser die Gebühren. In welchem Ausmaß steht aber noch nicht fest.

Bürgermeister Spindler kam auch auf den Glasfaserausbau des Eigenbetriebs Landkreis zu sprechen, der zurzeit auf drei Baustellen erfolgt. Anfang 2026 soll jeder, der will, einen Glasfaseranschluss erhalten. Der Anschluss erfolgt über Vodafone.

Am Stadtbauhof besteht Sanierungsbedarf. An einer Lösung wird gearbeitet. Auf dem Gewerbegebiet neben der B22 wird eine Geländeauffüllung stattfinden. Bei den Feuerwehrgerätehäusern Pillmersried und Hetzmannsdorf stehen Malerarbeiten an. Das Kriegerdenkmal soll renoviert werden.

In Planung sind: ein Bebauungsplan für das Gewerbegebiet an der B 22; ein integriertes digitales Entwicklungskonzept, das sich seit 2009 weiterentwickelt hat, soll überholt werden. Eine Digitalisierung werde auch beim Kanalsystem erfolgen. Ein Ingenieurbüro wird dazu beauftragt. Vergeben ist auch der Planungsauftrag für den Marktplatz Rötz. Eine Machbarkeitsstudie ist erfolgt, fand aber bei den Bürgern keinen Anklang. Deswegen wird ein Schlichtungsgespräch stattfinden. Der Rötzbach wird renaturiert. Für das Feuerwehrgerätehaus in Hillstett ist man auf der Suche nach einem geeigneten Platz. Am Laufen ist immer noch eine Feuerwehrbedarfsplanung, die von einer Firma durchgeführt wird. Laut Bürgermeister wartet man aber immer noch auf den Entwurf.

Quartier-Manager kommt

Durchgeführt werden muss auch laut der Regierung eine kommunale Wärmeplanung, die zu 100 Prozent gefördert werden soll. Beauftragt ist ein Ingenieurbüro. Angedacht ist auch ein Fernwärme-Modell.

Abschließend erklärte Spindler noch einige Projekt im Schnelldurchgang: Der Förderantrag für einen sogenannten Quartier-Manager für ein halbes Jahr ist bewilligt. Der soll überwiegend Bürger und Senioren unterstützen. Die Ausschreibung für die Stelle erfolgt demnächst. In der Verwaltung können ab sofort digitale Passbilder erstellt werden. Umgestellt wurde in der Verwaltung auch vom Betriebssystem Windows 10 auf Windows 11. Dazu wurden auch neue PC angeschafft. Eine Sirenenumrüstung auf digital ist erfolgt, weil die Leitstelle Mitte 2026 analog abschaltet. Dafür gibt es jetzt sechs weitere neue Sirenenstandorte. Momentan wird das Bürgerbüro barriereärmer in den Fürstenkasten verlegt.

Spindler berichtete noch über einen gemeinsamen Besuch mit Pfarrer Alexander Dyadychenko bei den Flüchtlingen im Thamerbräu.

Sanierung der Mittelschule: Ganztagsbetreuung im Blickpunkt

Bei der Sanierung der Mittelschule steht laut Bürgermeister Spindler nach wie vor die Ganztagsbetreuung im Blickpunkt. Rektorat und Lehrerzimmer sollen in den ersten Stock verlegt werden. Dafür werden andere Bereiche frei.

Im Gebäude steht der Bau einer Krippengruppe an. Eine energetische Sanierung mit Dachsanierung im Hauptschulgebäude wurde notwendig, weil der Stromverbrauch gesenkt werden muss, der mittlerweile bei 176 000 kWh liegt.

Allerdings gab es im Juni einen Rückschlag, denn der Bau der Krippe kann so nicht gefördert werden. Es gibt wahrscheinlich nur die Hälfte der geplanten Förderung. „Das heißt, dass ca. 600 000 Euro fehlen“, so Spindler. „Das alles muss auch noch mit der Kirche abgestimmt werden“, legte er nach, zumal ein Nachfragerückgang festgestellt wurde.