Damit die Geburt ein schönes Ereignis wird: Chamerauerin bietet Blessingway Zeremonien an

Eine Geburt ist oft mit vielen negativen Gedanken behaftet: Wird es sehr wehtun? Wird alles gut gehen? Wenn es doch schon vorbei wäre... Dabei sollte die Geburt ein schönes Ereignis sein, auf das die Mutter auch lange danach noch gerne zurückblickt, ist Lisa Riederer aus Chamerau überzeugt. Dazu gehöre es aber, sich gut auf die Geburt vorzubereiten. Wie das gelingen kann, erklärt die Mutter von zwei kleinen Kindern.
Die 33-Jährige ist zertifizierte holistische Babycoachin und Ritualleiterin für sogenannte Blessingway Zeremonien. Eigentlich arbeitet sie bei der Firma Zollner im Einkauf. Gerade befinde sie sich aber noch in Elternzeit. Sie selbst ist Mutter von Sohn Finn (5) und Tochter Luna (2) – und durch ihre eigenen Schwangerschaften zu ihrer neuen nebenberuflichen Tätigkeit gekommen.
Aus eigener Erfahrung wisse sie, wie wichtig es ist, sich mental auf die Geburt vorzubereiten. „Dann kann das ein echt schönes Erlebnis sein“, sagt sie und fügt an: „Ich habe mich bei beiden Schwangerschaften extrem mental vorbereitet – bei meiner Tochter noch mehr als bei meinem Sohn. Den Unterschied habe ich so gemerkt“, sagt Riederer.
Gegenwind aus dem Umfeld
Eigentlich hätte sie Finn nach eigener Aussage schon gerne per Hausgeburt auf die Welt gebracht. Doch weil „viel Gegenwind aus dem Umfeld“ gekommen sei, wie Lisa sagt, habe sie sich dann doch nicht getraut.
Eine Geburt im Krankenhaus sei für sie „rückblickend nicht das Richtige“ gewesen. Selbst wenn sie mit dem Team in der Klinik gute Erfahrungen gemacht hätte, aber dort konnte sie „nicht richtig loslassen. In der Atmosphäre habe ich mich nicht wohlgefühlt und im Krankenhaus legt man die Verantwortung zu sehr ab, das ist ein Fehler“, sagt sie.
Bei Blessingway Zeremonien geht es darum, der werdenden Mama den Weg zu ebnen – zu segnen – , sie an ihre innere Kraft zu erinnern und ihr zu zeigen: Du kannst es schaffen.
Lisa Riederer, Mama von zwei Kindern, Babycoachin und Ritualleiterin für Blessingway Zeremonien
Ganz anders sei es bei ihrer Tochter Luna gewesen. Sie sei zu Hause auf die Welt gekommen – „zu schnell“, sagt Lisa, lacht, und fügt hinzu: „Ich war so entspannt.“ Dass es eine Hausgeburt war, sei aber nicht das entscheidende Kriterium dafür gewesen, dass die Geburt „so schön war“, dass Lisa sie am liebsten „nochmal erleben“ möchte. „Es muss nicht unbedingt eine Hausgeburt sein, aber man sollte sich überlegen: Wie möchte ich das erleben?“, sagt Riederer.
Dazu gehöre es, sich während der Schwangerschaft immer wieder vorzustellen und zu visualisieren, wie die Geburt verlaufen soll. Lisa habe das beispielsweise mit positiven Geburtsaffirmationen, Meditationen, einer selbst erstellten Geburtsplaylist, Podcasts, Büchern und einem Hypnobirthing-Kurs (eine Geburtsvorbereitungsmethode mit Visualisierungs- und Selbsthypnosetechniken, bei der auch ihr Mann dabei gewesen sei), umgesetzt. „Man muss einfach in die Selbstverantwortung kommen und sich vorbereiten“, ist Lisa überzeugt.
Dies funktioniere auch mit Hilfe von Blessingway Zeremonien. Bei den „Segensfeiern“ gehe es darum, „der werdenden Mama den Weg zu ebnen – zu segnen – , sie an ihre innere Kraft zu erinnern und ihr zu zeigen: Du kannst es schaffen“, sagt Lisa. Durch die Rituale während der Zeremonie, die zum Ende der Schwangerschaft hin „als schöner Abschluss vor der Geburt“ stattfindet, soll dies verinnerlicht werden.






Mit dabei seien – neben der werdenden Mama natürlich – auch deren engsten Vertrauten. Das können Freundinnen, Schwestern und auch die Mutter sein. „Die Teilnehmer geben der Schwangeren etwas Positives mit auf den Weg. Manchmal kann es sehr emotional werden. Die Schwangere soll sich wohlfühlen und auch mal weinen können. Bis jetzt sind noch immer Tränen geflossen – aber vor Freude“, sagt Lisa.
Im Gegensatz zur Babyparty steht hier die Schwangere im Mittelpunkt
In lockerer Runde werden verschiedene Rituale durchgeführt, erklärt sie. Dazu gehören beispielsweise Meditationen, das Basteln von Blumenkränzen und -armbändern oder das Bemalen von LED-Geburtskerzen. „Ich habe hinterher schon Fotos von den Kerzen wie sie im Kreißsaal stehen zugeschickt bekommen. Da freust du dich dann schon“, sagt Riederer, die die Blessingway Zeremonien seit April anbietet und seither vier durchgeführt hat.
Im Gegensatz zu einer Babyparty stehe bei der Blessingway Zeremonie die werdende Mutter im Mittelpunkt. Dabei gehe Riederer individuell auf Wünsche und Vorlieben ein, indem sie sich einige Wochen vor den Zeremonien mit den Mamis oder auch den Schwestern oder Freundinnen – sofern es sich um eine Überraschung für die Schwangere handelt – austauscht. Auch ob die Zeremonie in den Räumlichkeiten von Lisa Riederer, draußen auf einer Wiese, bei der Schwangeren daheim oder ganz woanders stattfinden, lässt sie den Frauen offen.
Für Lisa steht fest: „Man muss aus dem Kopf bekommen, dass eine Geburt so schlimm ist.“ Ihr sei bewusst, dass es auch medizinische Notwendigkeiten gibt und auch sie selbst würde nach eigener Aussage jederzeit sofort eine Hausgeburt abbrechen und in ein Krankenhaus fahren, wenn es vonnöten ist. Dennoch: „ Eine Geburt ist etwas heiliges, weil man Leben schenken darf. Sie sollte nicht mit negativen Dingen behaftet sein. Es ist wichtig, dass man sich informiert und alle Möglichkeiten kennt; zu schauen: Was passt für mich? Und das dann auch so zu machen, selbst wenn Gegenstimmen kommen.“